12. September 2021 / 19:14 Uhr

Hansa Rostock: Der Matchplan geht auf

Hansa Rostock: Der Matchplan geht auf

Christian Lüsch
Ostsee-Zeitung
Lukas Fröde (r.) kann’s nicht fassen: Der Hansa-Neuzugang, hier mit Damian Roßbach, erzielte gegen Darmstadt das Siegtor
Lukas Fröde (r.) kann’s nicht fassen: Der Hansa-Neuzugang, hier mit Damian Roßbach, erzielte gegen Darmstadt das Siegtor © FOTO: Lutz Bongarts
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Der Trainer des FC Hansa Rostock veränderte seine Startelf für das Heimspiel gegen Darmstadt gleich auf fünf Positionen – und bewies ein gutes Gespür. Denn mit Nik Omladic und Niklas Fröde hatten zwei Startelf-Debütanten maßgeblichen Anteil am ersten Saison-Heimsieg.

Der Druckabfall war spürbar. „Ich bin sehr, sehr froh, dass wir im dritten Anlauf den ersten Dreier gesichert haben. Wir haben dafür sehr viel investiert“, stellte Hansa-Trainer Jens Härtel am Sonntagnachmittag zufrieden fest. Seine Mannschaft gewann gegen Darmstadt 98 mit 2:1 (1:0) und holte damit den ersten Heimsieg in dieser Saison . John Verhoek brachte die Blau-Weißen vor 15 500 Zuschauern im Ostseestadion mit einem sehenswerten Kopfball in Führung (20.). Nach dem Seitenwechsel erzielte Tobias Kempe, der von Damian Roßbach im Strafraum gefoult worden war, per Elfmeter den Ausgleich (66.). Den Triumph des Aufsteigers machte Neuzugang Lukas Fröde kurz vor Spielende per Kopf perfekt. „Es gibt wenig Schöneres“, stellte der strahlende Matchwinner fest.

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Hansas Erfolg hatten sich die Rostocker, die leidenschaftlicher und fleißiger waren, redlich verdient. Weil sich alle an das Drehbuch hielten, das sich der Coach für die Partie ausgedacht hatte.

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Härtel hatte die Startelf gleich auf fünf Positionen verändert. Ihr Debüt zum Anpfiff gaben die Neuzugänge Lukas Fröde und Jonathan Meier sowie Routinier Nik Omladic. Auch Hanno Behrens und Calogero Rizzuto, die zuvor in Bremen (0:3) wegen Blessuren gefehlt hatten, waren von Beginn an dabei.

Im Mittelpunkt stand aber schon in der Anfangsphase Hansas neuer Verteidiger Lukas Fröde. Darmstadt kam mit großem Druck und schon nach vier Minuten zur ersten Chance. Die klärte Torhüter Markus Kolke stark. Nicht mal 60 Sekunden später wehrte Abwehr-Recke Fröde, der aus Karlsruhe gekommen war, den Führungstreffer der Südhessen auf der Line per Kopf ab. „Er hat einen richtig guten Einstand gegeben“, lobte Härtel die Leistung des 26-Jährigen.

Hansa Rostock in Noten: Die Einzelkritik zum Spiel gegen Darmstadt (2:1)

Markus Kolke: Er blieb Sieger in beiden Eins-gegen-Eins-Situationen gegen Pfeiffer (4.) und Goller (49.). Insgesamt machte der Torwart einen souveränen Eindruck. Note: 1,5 Zur Galerie
Markus Kolke: Er blieb Sieger in beiden Eins-gegen-Eins-Situationen gegen Pfeiffer (4.) und Goller (49.). Insgesamt machte der Torwart einen souveränen Eindruck. Note: 1,5 ©

Der erste gefährliche Vorstoß der Gäste – für Hansa war es ein Weckruf, auf den die gesamte Mannschaft reagierte. Fortan ging das Team das dritte Heimspiel der Saison mutiger und aufmerksamer an. Und wurde belohnt. Nach scharf getretenem Freistoß von Nik Omladic löste sich John Verhoek von der gegnerischen Abwehr und netzte völlig freistehend per Kopf zur 1:0-Führung ein.

„Wir wollten das Spiel gewinnen. Und wir haben einen Plan gehabt“, sagte Tor-Vorbereiter Omladic. In Bezug auf seinen Anteil blieb der Slowene bescheiden. Verhoek grinste zufrieden und schelmisch, als er nach dem Spiel bemerkte, dass der Treffer klasse vorbereitet, er die Vorlage aber auch perfekt verwandelt hatte. „Das war überragend“, strahlte der Holländer.


Die Stimmung unter den Fans im Stadion war nach dem 1:0 euphorisch. Und die Rostocker erspielten sich weitere gute Gelegenheiten, den Vorsprung auf die zuvor in drei Spielen ungeschlagenen Darmstädter zu erhöhen. Noch vor der Pause hatte Streli Mamba das 2:0 auf dem Fuß. Von Verhoek glänzend in Szene gesetzt, schob der schnelle Angreifer den Ball allerdings am rechten Pfosten vorbei (36.).

Nach dem Wiederanpfiff hatte zunächst der SVD die Großchance zum Ausgleich. Doch ähnlich wie Mamba bei seinem Solo verzog auch Benjamin Goller, der ganz allein vor Kolke aufgetaucht war (49.). Als Damian Roßbach in der 65. Minute Tobias Kempe im Hansa-Strafraum zu Fall brachte und der Gefoulte selbst zum 1:1 vollstreckte, bekam die Stimmung auf den Rängen einen Dämpfer – aber nur kurz.

Denn auf dem Rasen lebte Hansas Kampfgeist und der Wille, mehr als nur einen Punkt zu holen. Und auf der Bank traf Härtel weitere Entscheidungen, die sich positiv bemerkbar machten: Erst stabilisierte er mit den Einwechslungen von Simon Rhein und Svante Ingelsson das Mittelfeld, wenig später schickte er mit Ridge Munsy und Kevin Schumacher zwei frische Angreifer ins Duell.

Mit einem Kopfball leitete Munsy Hansas Schlussoffensive ein (82.). Und abermals war es eine Standard-Situation, aus der der zweite Treffer resultierte: Nach einer hart und platziert geschlagenen Ecke von Omladic war Fröde mit dem Kopf zur Stelle – 2:1. Der Einsatz und die Moral, den Erfolg unbedingt zu wollen, wurden belohnt. „Das Ergebnis stand für uns über allem. Wir haben gezeigt, dass wir uns mit dem Punkt nicht zufriedengeben. Wir wollten den Dreier“, stellte Härtel zufrieden und erleichtert fest.