01. August 2021 / 12:19 Uhr

Hansa Rostock: Ein Tag wie gemalt

Hansa Rostock: Ein Tag wie gemalt

Christian Lüsch
Ostsee-Zeitung
Spieler und Trainer des FC Hansa Rostock freuen sich über den 3:0-Auswärtssieg bei Hannover 96.
Spieler und Trainer des FC Hansa Rostock freuen sich über den 3:0-Auswärtssieg bei Hannover 96. © Lutz Bongarts
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Der Außenseiter aus Rostock stellt den Favoriten bloß und gewinnt mit 3:0. Hansas Treffer erzielen Hanno Behrens, John Verhoek und Nik Omladic. Nach dem unerwarteten Erfolg herrscht beim Aufsteiger Erleichterung. Der Trainer freut sich riesig. Er fordert von seinen Jungs weiter Demut und Fleiß.

Hanno Behrens’ Erleichterung und sein strahlendes Lächeln waren sogar zu erkennen, obwohl er seine Gesichtsmaske ganz weit oben auf seiner der Nase trug. „Das es drei Punkte werden und dazu noch so deutlich, hätten wir nicht gedacht – umso schöner ist es. Wir sind alle sehr, sehr glücklich“, sagte der Blondschopf mit den strahlenden blauen Augen.

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Die Treffer von Behrens (40.), John Verhoek (46.) und Nik Omladic (90.+3) und die starke Teamleistung machten den Sonnabend für den FC Hansa zu einem ganz besonderen Tag: mit dem 3:0 (2:0)-Auswärtssieg bei Hannover 96 gelang Hansa der erste Saisonsieg schon am zweiten Spieltag. obendrein waren alle drei Tore schon herausgespielt und sehenswert: zwei Mal geschlenzt, einmal gechippt – klasse!

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„Niemand hat dieses Ergebnis erwartet“, sagte Trainer Jens Härtel. „Wir haben im richtigen Moment zugeschlagen und defensiv sehr stabil gestanden. Wir sind sehr, sehr zufrieden, dass wir gewonnen und für unsere Verhältnisse ein richtig gutes Spiel gemacht haben“, fasste der Fußballlehrer zufrieden zusammen.

Es war dem 52-Jährigen anzumerken, wie gut ihm dieses Erfolgserlebnis tat – zu diesem erfreulich frühen Zeitpunkt der Saison. „Für einen Trainer ist es immer wichtig, Ergebnisse zu bringen. Das gibt uns Ruhe. Wir dürfen jetzt die Füße aber auch nicht hochlegen“,mahnte Härtel. Nach dem Aufstieg mit dem 1. FC Magdeburg hatte es bis zur achten Runde gedauert, ehe sein damaliges Team den ersten Sieg hatte einfahren konnte.

In Bildern: Hannover 96 - FC Hansa Rostock

Brüllt seine Freude heraus: Hanno Behrens. Zur Galerie
Brüllt seine Freude heraus: Hanno Behrens. ©

Hansa vermieste den 96-Fans den Sonnabend auf ganzer Linie. Die hatten sich wegen Corona neun Monate gedulden müssen, ehe sie wieder ein Heimspiel in der HDI-Arena besuchen durften. Statt der zugelassenen 22 250 Zuschauer kamen lediglich 13 600. Der Gästefanblock hingegen war dicht gefüllt. 1096 Tickets hatten die Hannoveraner den Rostockern zur Verfügung gestellt. Diejenigen, die gekommen waren, sorgten dafür, dass Hansa ein Heimspiel in Hannover hatte.

Zuerst aber gab es Aufregung auf der Bank der Rostocker und Bangen bei den Fans als sich Torhüter Markus Kolke vor seinem Strafraum auf den Boden legte, und sich behandeln lassen musste. Er hatte ein Ziehen im Oberschenkel, erklärte Härtel später und gestand, dass er selbst ein mulmiges Gefühl bekommen habe. Zum Glück ging es für den Kapitän weiter.


Hansa trat nach verhaltener Anfangsphase mutig und mit Tatendrang auf. Doch anders als sieben Tagen zuvor bei der 1:3-Niederlage im Heimspiel gegen den Karlsruher SC war die Mannschaft diesmal extrem effektiv in ihrer Chancenverwertung. Härtel war fast rundum zufrieden. „Wir haben weniger Fehler gemacht, uns gut durchkombiniert und im richtigen Moment zugeschlagen.“

Das erste Mal klingelte es im Kasten der 96er. Nach einem Eckball legte Damian Roßbach für Behrens auf. Der nahm mit links Maß und zirkelte die Kugel unhaltbar für Ron-Robert Zieler ins rechte Eck – ein schöner Treffer. Noch schöner wurde es unmittelbar nach Beginn der 2. Halbzeit. Nach langen Einwurf von Svante Ingelsson vollstreckte Verhoek. Zweiter Saisontreffer für den Niederländer und zweiter Torerfolg nach einem Standard gegen überraschte und eiskalt abgeduschte Niedersachsen. Der Außenseiter stellte den Favoriten bloß.

Hansa vermied – anders als gegen den KSC – riskante Rück- und Querpässe. Die Hannoveraner nicht. Ein Kamikaze-Abspiel durch den eigenen Strafraum brachte in der Nachspielzeit Marc Lamti in die Bredouille. Omladic attackierte den Verteidiger, eroberte die Kugel technisch brillant und chippte zum 3:0-Endstand an Zieler vorbei ins Tor – ein Tag wie gemalt für die Mecklenburger

Zur Belohnung fürs Team gab es einen zusätzlichen freien Tag. Am kommenden Sonntag erwartet der FC Hansa Zweitliga-Mitbewerber FC Heidenheim zum DFB-Pokal-Duell im Ostseestadion.