28. Februar 2021 / 20:30 Uhr

Hansa geht mit Vereinsrekord in erste englische Woche

Hansa geht mit Vereinsrekord in erste englische Woche

Stefan Ehlers
Ostsee-Zeitung
Pascal Breier (l.) klatscht nach dem 2:1 mit John Verhoek (Nr. 18) und Tobias Schwede (Nr. 38) ab.
Pascal Breier (l.) klatscht nach dem 2:1 mit John Verhoek (Nr. 18) und Tobias Schwede (Nr. 38) ab. © LUTZ BONGARTS
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Hansa Rostock dreht nach frühem Rückstand das Spiel bei Viktoria Köln. Torschütze Björn Rother verletzt. Mittwoch steigt das Nachholspiel in Lübeck.

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Köln/Rostock. Als der Ball im Netz zappelte, schrie Pascal Breier seine Freude heraus und ballte jubelnd die rechte Faust. Nach über dreimonatiger Torflaute erzielte der Hansa-Stürmer am Sonnabend den 2:1 (1:1)-Siegtreffer über Viktoria Köln. „Klar freue ich mich“, meinte Breier bescheiden. Von Euphorie keine Spur.

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Dabei war es aus Sicht der Hanseaten ein (fast) perfekter Fußball-Tag. Die Gäste drehten nach frühem Rückstand das Spiel, bauten ihre Erfolgsserie aus und stürmten auf einen direkten Aufstiegsrang. Rang zwei sei eine „schöne Momentaufnahme“, meinte Breier, „aber das kann sich immer ganz schnell ändern“. Auch Trainer Jens Härtel wiegelte ab: „Die Tabelle interessiert mich am 38. Spieltag – jetzt noch nicht.“

Die Hansa-Noten zum 2:1 gegen Viktoria Köln

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Markus Kolke: ©

 Die seit nunmehr acht Runden ungeschlagenen Rostocker überflügelten den FC Ingolstadt, der zeitgleich im Topduell bei Dynamo Dresden eine 0:4-Klatsche hinnehmen musste. „Wir haben momentan einen Riesenlauf. Den wollen wir fortsetzen“, meinte Breier mit Blick auf das Nachholspiel am Mittwoch (17 Uhr) bei Schlusslicht VfB Lübeck. „Das werden jetzt harte Wochen“, sagte Härtel und gab die Richtung vor: „Einfach weitermarschieren.“

Hansa geriet durch einen haarsträubenden Fehler von Julian Riedel früh in Rückstand. Der Verteidiger spielte einen Rückpass gegen die Laufrichtung von Torhüter Markus Kolke, der zuvor lautstark „Leo“ gerufen hatte – das klare Signal, dass er zur Stelle ist. Die Kugel rollte in Richtung Gäste-Tor. Marcel Risse nahm das Geschenk dankend an und schob den Ball ins verwaiste Gehäuse – 0:1 (6.).

Die ganz in Weiß angetretenen Hansestädter schüttelten sich kurz, spielten weiter nach vorn und kamen prompt zum Ausgleich. Nach einer scharfen Hereingabe von Nico Neidhart nahm Björn Rother den Ball direkt und traf mit einem Flachschuss zum 1:1 ins rechte Eck. Zwei Treffer in den ersten 13 Minuten – da wurden Erinnerungen an das Hinspiel (5:1) wach.

Und es ging munter weiter. Zehn Minuten später lag der Führungstreffer für die Rostocker in der Luft. Philip Türpitz setzte sich auf der linken Seite durch und passte zu John Verhoek. Der Niederländer, der nach seiner Gelb-Rot-Sperre in die Startelf zurückgekehrt war, nahm den Ball an und zog ab, traf aber nur den linken Pfosten.

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Die Gäste, die aus den zurückliegenden acht Partien sensationelle 22 von 24 möglichen Punkten holten (Vereinsrekord seit der Wende), investierten viel. Sie präsentierten sich laufstark und setzten die ohne etatmäßigen Stürmer angetretenen Kölner früh unter Druck. Im Zen­trum tauchte Verhoek immer wieder gefährlich auf. Nach einer Flanke des eingewechselten Aaron Herzog, der in der 37. Minute für den verletzten Torschützen Rother ins Spiel kam, legte der 31 Jahre alte Niederländer per Kopf ab, fand aber keinen Mitspieler.

Hansa wurde nach der Pause immer stärker. Nach gut einer Stunde brachte Härtel mit Breier (für Omladic) und Tobias Schwede (für Philip Türpitz) zwei frische Offensivkräfte. Die Wechsel zahlten sich aus. Der stark aufspielende Herzog eroberte den Ball und passte klug auf Breier, der eiskalt zum 2:1 (72.) vollstreckte. Gut eine Minute später zog Hansas Top-Torschütze der Vorsaison (15 Treffer) aus elf Metern ab, doch Viktoria-Schlussmann Sebastian Mielitz lenkte die Kugel mit den Fingerspitzen zur Ecke. Auch der gebürtige Kölner Herzog scheiterte in aussichtsreicher Position am Viktoria-Keeper (78.).

Auf der Gegenseite ließ Hansa, abgesehen von einem Schuss von Michael Schultz in der Nachspielzeit übers Tor, kaum Chancen zu. „Wir haben das sauber verteidigt“, lobte Härtel. „Für uns war es wichtig, dass wir ein richtig gutes Spiel auch gewonnen haben. Ich bin hochzufrieden, dass wir uns die drei Punkte krallen konnten.“