30. Juni 2020 / 18:39 Uhr

Hansa Rostock: Härtel muss sein Team umbauen

Hansa Rostock: Härtel muss sein Team umbauen

Christian Lüsch
Ostsee-Zeitung
Hansa-Trainer Jens Härtel hofft vor dem letzten Heimspiel der Saison auf eine Leistungssteigerung seines Teams.
Hansa-Trainer Jens Härtel hofft vor dem letzten Heimspiel der Saison auf eine Leistungssteigerung seines Teams. © Lutz Bongarts
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Der Hansa-Trainer muss vor dem letzten Heimspiel der Saison gegen den KFC Uerdingen die gesperrten Kai Bülow und Sven Sonnenberg ersetzen. Nico Grana­towski und Aaron Opoku sind noch verletzt. Der Einsatz von Nikolas Nartey ist fraglich.

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Kraft und Fitness seien bei den Hansa-Profis ausreichend vorhanden. Es gehe in den beiden letzten Spielen der Drittliga-Saison vor allem darum, Siegeswillen zu zeigen, verdeutlicht Hansa-Trainer Jens Härtel: „Wir müssen nicht rechnen. Wir müssen unsere Hausaufgaben machen. Uns stehen zwei schwierige Spiele bevor.“ Die gelte es bestmöglich zu bestreiten, fordert der 51-Jährige vor dem Heimspiel der Rostocker. Am Mittwochabend (Anstoß 19 Uhr) ist der KFC Uerdingen zu Gast im Ostseestadion.

Nach der 1:3-Auswärtsniederlage bei den Würzburger Kickers legte Härtel besonderen Wert auf die Analyse. Bei der Aufarbeitung habe er seine Gedanken und Emotionen deutlich zum Ausdruck gebracht, berichtete der Coach am Dienstag bei der Pressekonferenz.

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Nach dem von allen Hanseaten als Endspiel proklamierten Duell war der Trainer in seiner Kritik an den Profis schonungslos. Wichtigste Punkte: die erschreckend schlechte Zweikampfstatistik in den ersten 30 Minuten, die vielen Ballverluste, die fehlende Ruhe und Angst. „Das sollte angekommen sein“, meinte Härtel, der nach der Pleite seine Enttäuschung intern und nach außen nicht verbarg.

Im Spiel gegen Uerdingen gehe es darum, es besser als in Würzburg zu machen. Härtel sieht die Mannschaft nach drei Spielen in Folge ohne Sieg in der Pflicht. „Wir haben in dieser Saison schon gezeigt, dass wir es können. Aber es geht auch darum, zu liefern, wenn es darauf ankommt. Das ist uns nicht gelungen.“

Trotz der zuletzt dürftigen Ausbeute mit zwei Punkten aus drei Spielen und den dadurch geschwundenen Chancen: Komplett abgehakt haben die Hansa-Profis den Aufstiegskampf noch nicht.

Das ist aus den A-Junioren-Meistern des FC Hansa Rostock geworden:

Kevin Müller (26, MW: 800.000 Euro): Kam aus dem Hansa-Nachwuchs und wechselte 2013 zur zweiten Mannschaft des VfB Stuttgart. Aktuell steht er bei Zweitligist 1. FC Heidenheim unter Vertrag. Zur Galerie
Kevin Müller (26, MW: 800.000 Euro): Kam aus dem Hansa-Nachwuchs und wechselte 2013 zur zweiten Mannschaft des VfB Stuttgart. Aktuell steht er bei Zweitligist 1. FC Heidenheim unter Vertrag. © Johannes Weber

Man werde bis zum Schluss alles versuchen, versprach Stürmer Pascal Breier. „Aber wir sind abhängig von den Ergebnissen der anderen Mannschaften.“

Trainer Härtel ist unterdessen gezwungen, seine Startelf umzubauen. Mit Sven Sonnenberg und Kai Bülow fehlen gegen Uerdingen in der Abwehr und im defensiven Mittelfeld gleich zwei Leistungsträger. Sonnenberg sah in Würzburg seine zehnte, Bülow die fünfte Gelbe Karte. Gesperrt sind beide fürs Heimspiel.

Besonders bitter ist die Sperre für Kai Bülow. Der 34-Jährige, der seine Fußball-Karriere nach der Saison beenden wird, wäre in Hansas letztes Heimspiel ganz sicher mit einer besonderen Motivation und außergewöhnlichen Emotionen gegangen.

Er wird nun gespannt zuschauen, was seine Kollegen gegen das Team von Trainer Stefan Krämer reißen. „Wir können noch sechs Punkte holen. Die wollen wir unbedingt. Mal sehen, wozu es dann reicht“, sagte der Mittelfeld-Routinier.

Die Hoffnungen des Hansa-Trainers auf eine rasche Genesung von Nico Granatowski und Aaron Opoku haben sich nicht erfüllt. Der bis Saisonende vom VfL Osnabrück ausgeliehene Granatowski fällt gegen Uerdingen definitiv aus, erklärte Härtel einen Tag vor dem Anpfiff.

Es sei zu befürchten, dass der 29-Jährige wegen seiner im Spiel gegen Duisburg erlittenen Knöchelverletzung bis zum Saisonfinale beim Chemnitzer FC nicht einsatzbereit sein werde.

Ebenfalls zu früh kommt das Spiel gegen den KFC für Aaron Opoku. Der schnelle Flügelflitzer ist nach einer Fußprellung noch nicht hundertprozentig belastbar. Fraglich ist der Einsatz von Nikolas Nartey. „Wir werden 18 Mann zusammenbekommen“, versicherte Härtel.Liveticker: sportbuzzer.de/Mecklenburg-Vorpommern