27. Januar 2021 / 21:32 Uhr

Hansa Rostock in hitzigem Finale mit kühlem Kopf

Hansa Rostock in hitzigem Finale mit kühlem Kopf

Christian Lüsch
Ostsee-Zeitung
Nico Neidhart (l.) klatscht mit Julian Riedel (2.v.l.) nach dem 3:1 ab.
Nico Neidhart (l.) klatscht mit Julian Riedel (2.v.l.) nach dem 3:1 ab. © LUTZ BONGARTS
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Der FC Hansa Rostock setzt sich in einem nervenaufreibenden Duell mit 4:2 nach Rückstand gegen den 1. FC Saarbrücken durch. FCH-Flügelflitzer Neidhart glänzt mit Doppelpack.

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Einen Rückstand weggesteckt, mit drei Toren in Führung gegangen und sich vom Anschlusstreffer nicht kirre machen lassen: Hansa Rostock hat den 1.FC Saarbrücken am Mittwoch mit 4:2 (1:1) geschlagen. „Wir haben uns reingebissen und verdient gewonnen“, sagte der stolze Hansa-Trainer Jens Härtel.

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Nach einem groben Abwehrschnitzer hatte Nicklas Shipnoski den Aufsteiger in Führung gebracht (7. Spielminute). Hansa schlug umgehend zurück. Nach Foul im Strafraum verwandelte John Verhoek den fälligen Strafstoß (14.). Hansa startete stark in die zweite Hälfte, in der Björn Rother zunächst den Führungstreffer erzielte (54.) ehe Nico Neidhart auf 3:1 erhöhte (86.). Kianz Froese verkürzte umgehend, ehe abermals Neidhart zum 4:2 traf (90.+5).

Bilder aus der 3. Liga: Hansa Rostock gegen 1. FC Saarbrücken

Die Saarbrücker hatten sich in weißen Shirts mit der Rückennummer fünf warmgemacht. Vor dem Spiel posierten sie noch für ein Foto. Das Shirt war eine Botschaft an den Verteidiger Steven Zellner. Der Abwehrmann hatte sich am vergangenen Sonntag im Spiel gegen Lübeck (0:0) einen Teilriss des Kreuzbandes zugezogen und fällt mindestens drei Monate aus. Zur Galerie
Die Saarbrücker hatten sich in weißen Shirts mit der Rückennummer fünf warmgemacht. Vor dem Spiel posierten sie noch für ein Foto. Das Shirt war eine Botschaft an den Verteidiger Steven Zellner. Der Abwehrmann hatte sich am vergangenen Sonntag im Spiel gegen Lübeck (0:0) einen Teilriss des Kreuzbandes zugezogen und fällt mindestens drei Monate aus. ©

Härtel hatte seine Startformation auf drei Positionen verändern müssen. Anstelle der gesperrten Bentley Baxter Bahn und Jan Lohmannsröben sowie für den Lion Lauberbach waren diesmal Pascal Breier, Björn Rother und Damian Roßbach von Beginn an dabei.

Gegen den Aufsteiger hatten sich die Gastgeber viel vorgenommen. „Nach der 0:2-Niederlage in Saarbrücken waren wir sauer. Das haben wir im Hinterkopf“, sagte der Hansa-Trainer vor dem Anpfiff. Doch es begann anders, als erhofft: Nach einer Bogenlampe von Tobias Jänicke in den Hansa-Strafraum unterlief Sven Sonnenberg ein folgenschwerer Fehler. Der Ball sprang vom Knie des Verteidigers in den Lauf von Nicklas Shipnoski. Der ließ sich die Chance nicht entgehen und schob ein.


Doch die Hanseaten steckten den frühen Schock klasse weg. Manuel Farrona Pulido und Simon Rhein gaben die ersten Schüsse auf den Kasten der Saarbrücker ab (12.). Dann wurde Roßbach im Strafraum gefoult. Schiedsrichter Max Burda entschied sofort auf Strafstoß – und den verwandelte Verhoek sicher. Für den Niederländer war es der siebte Saisontreffer.

Es blieb trotz schwieriger Platzverhältnisse ein munteres Drittliga-Spiel. Nach einer halben Stunde leitete Farrona Pulido einen verheißungsvollen Angriff ein. Doch sein Pass kam bei Verhoek nicht an.

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Die Ostseestädter, die in diesem Jahr zuvor drei Siege in Folge gefeiert hatten, waren drauf und dran, in Führung zu gehen. Breier schickte einen Sahne-Pass in den Lauf von Farrona Pulido. Der hatte sich zwar von seinem Verfolger abgesetzt. Doch seinen Schuss parierte FCS-Torhüter Daniel Batz stark mit dem Fuß. Noch vor der Halbzeit erkämpften sich die Rostocker mehr Ballbesitz und Chancen.

 „Ich sehe eine starke Mannschaft. Eine Führung für uns zur Halbzeit wäre nicht unverdient“, analysierte Bahn, der das Spiel von der Tribüne aus verfolgte.

Was der gesperrte Spielmacher zu sehen bekam, wurde noch besser. Nach dem Seitenwechsel blieben die Hausherren tonangebend. Einen Konter über Breier und Farrona Pulido veredelte Rother aus Nahdistanz mit der 2:1-Führung – der erste Treffer des 24-jährigen Ex-Magdeburgers war ein ganz wichtiger. Der FCH zog sich in der Schlussphase etwas zurückzog, verteidigte geschickt und lauerte auf Konter. Saarbrücken setzte voll auf Angriff - und kassierte den dritten Gegentreffer. Mit einem Knaller Marke „Tor des Monats“ markierte Neidhart die 3:1-Führung.

Wer glaubte, der Sack sei damit zu, der irrte. Die Schlussphase war hochdramatisch und hart umkämpft: Nachdem Froese für die Gäste auf 2:3 verkürzt hatte, grätschte Zeitz Neidhart in den Knöchel und kassierte Rot. Der Rostocker rappelte sich nach dem heftigen Foul wieder auf, machte weiter und den 4:2-Sieg perfekt.

FC Hansa: Kolke - Riedel, Sonnenberg, Roßbach - Neidhart, Rother (90. Herzog) Rhein (88. Daedlow), Scherff - Farrona Pulido (75. Omladic), Verhoek (81. Schulz), Breier (75. Lauberbach).
Tore: 0:1 Shipnoski (7.), 1:1 Verhoek (14./FE), 2:1 Rother (54.), 3:1 Neidhart (86.), 3:2 Froese (90.), 4:2 Neidhart (90. +4).
Rot: Zeitz (90. +1/FCS/grobes Foul).

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