15. September 2020 / 18:18 Uhr

Hansa Rostock: Jetzt kommt die Maskenpflicht für die Südtribüne

Hansa Rostock: Jetzt kommt die Maskenpflicht für die Südtribüne

Sönke Fröbe
Ostsee-Zeitung
Zu wenig Abstand: Hansa-Fans nach dem Spiel gegen den VfB Stuttgart.
Zu wenig Abstand: Hansa-Fans nach dem Spiel gegen den VfB Stuttgart. © foto: Andy Bünning
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Nach den Verstößen beim Stuttgart-Spiel müssen die Fans auf der Stimmungstribüne bis auf Weiteres einen Mund-Nasenschutz tragen. 

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Hansas großer Testlauf mit 7500 Zuschauern gegen Stuttgart sorgte bundesweit für großes Aufsehen, vor Ort gab es viel Lob und überwiegend zufriedene Gesichter bei den Verantwortlichen. Für den einzigen Misston im Ostseestadion sorgten Anhänger auf der Südtribüne, die sich während des DFB-Pokalspiels nicht an die Abstandsregeln hielten. Vor dem Drittliga-Auftakt der Rostocker am Sonnabend (14 Uhr) gegen den MSV Duisburg ziehen die Verantwortlichen daraus nun die Konsequenzen: Auf der Ultra-Tribüne gilt bis auf Weiteres die Pflicht zum Tragen eines Mund- Nasenschutzes. Darauf verständigten sich am Dienstag der FC Hansa und das Rostocker Gesundheitsamt in Absprache mit Land und Polizei.

Um dieses Thema geht es am Mittwochnachmittag auch bei einem Vierer-Treffen in Schwerin. Am Tisch bei Sportministerin Stefanie Drese (SPD) sitzen dann Gesundheitsminister Harry Glawe (CDU), Rostocks Oberbürgermeister Claus Ruhe Madsen (parteilos) und Hansa-Vorstandschef Robert Marien.

Auch Drese spricht sich für das Tragen eines Mund- Nasenschutzes aus. „Aus meiner Sicht ist die Einführung einer Maskenpflicht wirkungsvoller und realitätsnäher.“ Als zweite mögliche Option war zuvor erwogen worden, das Zuschauerkontingent auf der Südtribüne zu verringern. Diese Überlegung ist vorerst vom Tisch. Wichtig: An der bislang geltenden Obergrenze von 7500 Zuschauern soll nicht gerüttelt werden. Das ist allerdings abhängig vom weiteren Verhalten der Fans. Während den sonstigen Stadionbesuchern durchweg sehr diszipliniertes Verhalten bescheinigt wurde, steht die „Süd“ weiter unter besonderer Beobachtung.

Das sind die Marktwerte der Hansa-Profis laut dem Internetportal transfermarkt.de (Stand: 15. September 2020):

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Rostocks Sozialsenator Steffen Bockhahn (Linke), der das Fehlverhalten von Teilen des Anhangs auf der Stimmungstribüne am Montag am deutlichsten benannt („massiver Verstoß gegen die Auflagen“) und Sanktionen ins Feld geführt hatte, hält den Mund- Nasenschutz dort für die sinnvollste Lösung, wo Abstände nicht eingehalten werden können. „Torjubel mit Maske ist sicherer als ohne“, sagt Bockhahn. An möglichen Sanktionen bei erneutem Fehlverhalten hält er aber ausdrücklich fest. „Das ist der letzte Warnschuss. Wenn das am Sonnabend wieder nicht funktioniert, lassen wir uns nicht auf der Nase herumtanzen“, sagte er, auch mit Blick auf zehn Neuinfektionen, die am Dienstag in Mecklenburg-Vorpommern registriert wurden. Wie die Sanktionen aussehen könnten, ließ Bockhahn offen.

Abgesehen von den negativen Ausreißern auf der Südtribüne hält er das Experiment mit Zuschauern – es war das erste in dieser Größenordnung im deutschen Fußball nach dem Ende der Corona-Pause – für weitgehend geglückt. „Die meisten Fans haben sich an die Vorgaben gehalten. Der Verein hat sehr viel getan, um das Hygienekonzept, das er erarbeitet und unser Gesundheitsamt abgesegnet hatte, umzusetzen“, stellt der Senator fest.

Auch Sportministerin Stefanie Drese unterstrich nochmals, dass viele Bestandteile des Hygiene- und Schutzkonzeptes des FC Hansa gut funktioniert hätten. Dazu gehören die strikte Trennung der Sektoren, das Alkoholverbot und die Personalisierung der Eintrittskarten. „Darauf können wir für die nächsten Spiele aufbauen“, meint Drese. Das gelte auch für die Einhaltung der Abstandsregeln, die in weiten Teilen des Stadions von den Fans verantwortungsbewusst eingehalten worden seien.

Das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes ist auf dem gesamten Geländes des Ostseestadions Pflicht. Mit Ausnahme der Südtribüne darf die Gesichtsmaske in den anderen Zuschauerbereichen aber abgenommen werden, sobald sich die Fans auf ihren Plätzen befinden.