20. Februar 2021 / 18:11 Uhr

Hansa Rostock: Jubel ohne Ende

Hansa Rostock: Jubel ohne Ende

Sönke Fröbe
Ostsee-Zeitung
Hansa-Torschütze Nico Neidhart jubelt mit Nik Omladic (l.), Björn Rother (verdeckt) und Bentley Baxter Bahn.
Hansa-Torschütze Nico Neidhart jubelt mit Nik Omladic (l.), Björn Rother (verdeckt) und Bentley Baxter Bahn. © Lutz Bongarts
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Seit sieben Spielen und fast zehn Wochen haben die Rostocker nicht mehr verloren – dafür belohnt Härtel seine Profis.

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Wie es sich anfühlt auch mal ein Spiel zu verlieren, haben die Hansa-Profis sicher nicht vergessen. Aber sie müssen schon ein wenig tiefer in ihren Erinnerungen kramen: Die letzte Rostocker Niederlage gab es Mitte Dezember in Ingolstadt. Vor fast zehn Wochen. Der 1:0 (1:0)-Erfolg am Sonnabend gegen Waldhof Mannheim war der sechste Sieg in den vergangenen sieben Spielen für die Rostocker. „Es macht momentan extrem Spaß mit der Mannschaft“, gab Nico Neidhart nach dem Arbeitssieg im Ostseestadion zu Protokoll.

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Dass Hansa nach dem insgesamt nickligen Duell der beiden ehemaligen Bundesligisten wieder jubeln durfte, war maßgeblich das Verdienst des Rechtsverteidigers, der das einzige Tor erzielte. Sein Treffer stand beispielhaft für das derzeit gut funktionierende Teamwork beim Koggenklub: Lukas Scherff leitete mit einem weiten Einwurf das Führungstor ein – und das war sehenswert: Pascal Breier verlängerte den Einwurf per Kopf auf Nik Omladic, der den Ball gekonnt mit der Hacke auf Neidhart ablegte. Der zog aus 15 Metern sofort ab und traf links oben zum 1:0 (22.) – schon das vierte Saisontor des Rechtsverteidigers. „Ich treffe den perfekt und habe gemerkt, dass er gut kommen könnte“, meinte Neidhart. Es war der erste Torschuss überhaupt in dieser Partie, die sich bei sonnigem Wetter und Temperaturen im zweistelligen Bereich überwiegend zwischen beiden Strafräumen abspielte.

Die Hansa-Noten zum 1:0 gegen Waldhof Mannheim

Markus Kolke: Zur Galerie
Markus Kolke: ©

Ein 1:0 war zuletzt so etwas wie eine Sieggarantie für die Rostocker, die zuvor in dieser Saison acht Mal in Führung gegangen waren – und dann immer gewannen. „Jeder weiß: Wenn wir führen, ist es momentan extrem schwer gegen uns ein Tor zu schießen oder uns zu schlagen. Das gibt natürlich Selbstvertrauen“, sagte Neidhart.

Die Mannheimer versuchten nach dem Rückstand, mehr Druck aufzubauen, doch sie kamen weiter nicht durch. Markus Kolke, der vor zehn Jahren als junger Torhüter mit Waldhof den Aufstieg in die Regionalliga geschafft hatte, wurde von seinem einstigen Klub in der ersten Halbzeit überhaupt nicht gefordert. „Wir haben wieder sehr gut verteidigt“, meinte Trainer Härtel und lobte auch das Offensivspiel. Im Vergleich zur Partie bei den Münchner Löwen (0:0) sei das „ein deutlicher Schritt nach vorn“ gewesen.


Nach der Pause blieb es ein Spiel (fast) ohne Torchancen. Hansa war defensiv aufmerksam, Mannheim fehlten schlichtweg die Mittel, um die Rostocker in Verlegenheit zu bringen. Der für Breier eingewechselte Lion Lauberbach hätte bei der zweiten – und letzten – dicken Tormöglichkeit alles klarmachen können. Nach einer Kopfballvorlage von Bahn ließ der Angreifer zwar Waldhof-Torwart Königsmann aussteigen, schoss aber aus spitzem Winkel Verteidiger Seegert an, der auf der Torlinie absicherte (74.). „Ärgerlich, dass wir den Deckel nicht draufgemacht haben“, haderte Härtel: „Eine abgezockte Spitzenmannschaft macht im richtigen Moment auch noch das zweite Tor, das fehlt uns im Moment.“

Weil diese große Chance vertan wurde, musste Hansa bis zum Abpfiff noch ein paar bange Minuten überstehen, denn Mannheim wollte nicht mit leeren Händen auf die 750 Kilometer weite Bus-Rückreise gehen und machte in der Schlussphase noch mal Druck. Aber Hansa ließ bis zum Abpfiff nichts mehr zu. „Es war ein typisches Drittligaspiel, ein großer Abnutzungskampf“, urteilte Bentley Baxter Bahn: „Wir bekommen es im Moment hin, diese ekligen Spiele zu ziehen.“ Auch Nico Neidhart fand die Leistung der Rostocker „relativ abgezockt“ und sieht Hansa auf einem erfolgversprechenden Weg: „Wir brauchen uns nicht zu verstecken, wir müssen unsere Spiele weiter so bestreiten wie wir es momentan machen. Damit fahren wir sehr gut.“

Bilder aus der 3. Liga: FC Hansa Rostock - Waldhof Mannheim

Springt vor Freude in die Luft: Hansas Torschütze Nico Neidhart (v.). Zur Galerie
Springt vor Freude in die Luft: Hansas Torschütze Nico Neidhart (v.). ©

Die Belohnung für die erfolgreichen Hansa-Profis war mit dem Abpfiff des umkämpften Spiels perfekt: zwei freie Tage. „Das ist die letzte Chance vor den englischen Wochen, noch mal ein bisschen Luft zu lassen. Das haben die Jungs sich verdient“, befand Trainer Jens Härtel. Am Dienstag beginnt dann schon wieder die Vorbereitung auf das Auswärtsspiel gegen Viktoria Köln. Gegen die Rheinländer hat der FC Hansa im Oktober mit 5:1 seinen höchsten Saisonsieg gefeiert. Es war das bislang letzte Heimspiel vor (7500) Zuschauern.