04. Dezember 2020 / 20:21 Uhr

Hansa Rostock: Motivation schlägt Müdigkeit

Hansa Rostock: Motivation schlägt Müdigkeit

Christian Lüsch
Ostsee-Zeitung
Vor dem Spiel in Wiesbaden voller Tatendrang: Hansa-Profi Korbinian Vollmann (r.), hier während des Duells gegen Türkgücü.
Vor dem Spiel in Wiesbaden voller Tatendrang: Hansa-Profi Korbinian Vollmann (r.), hier während des Duells gegen Türkgücü. © LUTZ BONGARTS
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Den Strapazen der englischen Wochen zum Trotz wollen die Rostocker beim Auswärtsspiel in Wiesbaden nach zwei Siegen in Folge ihre Erfolgsserie ausbauen. Die Mannschaft habe Blut geleckt, meint Cheftrainer Jens Härtel vor dem Duell, das am Sonntag und 13 Uhr beginnt. 

Wenn am Sonntag um 13 Uhr der Anpfiff zur Partie des SV Wehen Wiesbaden gegen Hansa Rostock ertönt, beginnt für die Ostseestädter das fünfte Drittliga-Spiel binnen 16 Tagen.

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Die jüngsten 2:0-Heimsiege gegen Bayern München II und Türkgücü lassen den Kräfteverschleiß in den Hintergrund rücken, meint Hansa-Mittelfeldspieler Korbinian Vollmann. „So kräftezehrend englische Wochen auch sind: Wir spielen alle sehr gern Fußball.“ Der Spaß zu gewinnen, sei eine große Motivation, die die Belastung und die Müdigkeit in den Hintergrund rücken lasse, versichert der 27-Jährige, dessen Form- und Erfolgskurve nach oben zeigt. „Selbst wenn man meint, ein bisschen müde zu sein, kitzelt die Aussicht auf Punkte noch ein paar Prozente aus uns heraus."

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Angesichts des Mammutprogramms und der Tatsache, dass die Mannschaft bis zum 20. Dezember insgesamt noch vier Spiele zu bestreiten hat, sorgt der Verein für eine gute Regeneration seiner Profis. „Wir haben nach dem Spiel gegen Türkgücü extra Essen anliefern lassen, damit die Spieler sofort Kohlenhydrate zu sich nehmen konnten. Einige Jungs waren noch sehr lange im Becken oder sind auf dem Fahrrad ausgeradelt. Ganz wichtig ist es, viel und ordentlich zu schlafen“, berichtete Chefcoach Jens Härtel am Donnerstag.

Als positives Beispiel für die gute körperliche Verfassung des Teams nannte er John Verhoek: „Er hat drei Spiele am Stück über 90 Minuten absolviert. Es hätte ihm vor einem halben Jahr niemand zugetraut, dass er dazu in der Lage ist. Er hat alles dafür getan und sieht jetzt, dass ein Körper das mitmacht.“

Härtel ist sich sicher, dass die Mannschaft in Wiesbaden abermals alles investieren wird, was sie hat. „Ich denke, dass sie Blut geleckt und gemerkt hat, dass sich der Aufwand auszahlt. Ich sehe keinen Grund, warum sie nicht noch mal alles raushauen sollte.“

Die Entwicklung der Mannschaft im Laufe der bisherigen Saison und den jüngsten Aufwärtstrend nimmt der Coach mit Freude zur Kenntnis: „Wir spielen eine ordentliche Saison. Dass es Phasen gibt, in denen man nicht so performt, wie man sich das vorstellt, ist normal. Wir sind aber deutlich stabiler als in der vergangenen Saison. Wenn wir Spiele gewonnen haben, dann nicht glücklich, sondern verdient. Ich sehe einen positiven Trend“, sagte Härtel.


Besondere Belohnungen stellt er deshalb aber nicht in Aussicht: „Das Bonbon ist, als Mannschaft gemeinsam erfolgreich zu sein. Da muss ich nichts Besonderes auspacken.“

Die Noten der Hansa-Profis zum 2:0 (2:0) gegen Türkgücü München:

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Personell hat sich die Lage bei den Rostockern nicht weiter verschlechtert. Einem Einsatz von Björn Rother, der am Mittwoch einen Schlag auf den Fußknöchel bekommen hatte und ausgewechselt werden musste, steht nichts entgegen. „Er ist am Donnerstag Rad gefahren und hat am Freitag trainiert“, sagte Härtel.

Mit Nils Butzen, Max Reinthaler und Nik Omladic, der kommende Woche wieder ins Mannschaftstraining einsteigen soll, stehen am Sonntag drei Stammkräfte nicht zur Verfügung.

Das müsse kein Problem sein, glaubt Korbinian Vollmann: „Wir haben es gegen Bayern und Türkgücü gezeigt: Wir sind in jeden Zweikampf reingegangen, wenn einer einen Fehler gemacht hat, war der andere da. Wir unterstützen uns gegenseitig. So wird es für jeden Gegner schwer, sich Torchancen herauszuspielen.“