02. Mai 2019 / 15:43 Uhr

Hansa Rostock: Reise-Meister aus der Chefetage

Hansa Rostock: Reise-Meister aus der Chefetage

Sönke Fröbe
Ostsee-Zeitung
Hansa Rostocks Aufsichtsratschef Günter Fett mit seiner Ehefrau Sigrid, die ihren Mann bei den Auswärtsreisen begleitet.
Hansa Rostocks Aufsichtsratschef Günter Fett mit seiner Ehefrau Sigrid, die ihren Mann bei den Auswärtsreisen begleitet. © nordlicht
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Aufsichtsratschef Günter Fett ist bei fast allen Spielen der Rostocker dabei – auch auswärts.

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Es ist nicht immer das pure Vergnügen, die Auftritte des FC Hansa in der 3. Liga zu verfolgen, aber Günter Fett ist hart im Nehmen. An eine Partie unter Flutlicht im Bremer Weserstadion erinnert sich der Aufsichtsratschef des Fußball-Drittligisten besonders gut, wenn auch nicht gerne. Das 1:1 gegen Werders Bundesliga-Reserve im März 2018 sei das „schlimmste Spiel“ gewesen, sagt der 67-Jährige: „Ich dachte, ich sterbe auf der Tribüne.“ Eisiger Ostwind an der Weser machte das Nordduell nicht nur für ihn zum Härtetest. Doch solche Erlebnisse schrecken Fett nicht ab: Gemeinsam mit seiner Frau Sigrid reist er zu fast allen Auswärtsspielen der Rostocker. Der Vorsitzende des Kontrollgremiums ist der Reise-Meister in Hansas Chefetage.

Meistens hängen die Fetts ein oder zwei Tage an die Spielwochenenden ran und „versuchen, diese Reisen mit Kultur zu verbinden,. Wir gehen vor Ort auch gerne mal ins Konzert oder Theater“, erzählt der silberhaarige Hanseat, der seit November 2016 an der Spitze des Hansa-Aufsichtsrates steht. „Man lernt Gegenden kennen, in die man sonst wohl nie gekommen wäre“, sagt er mit Blick auf Trips nach Meppen, Paderborn oder Lotte. Egal wo Hansa antritt, das fußballbegeisterte Ehepaar ist (fast) immer dabei. „Auch meine Frau freut sich auf die Spiele“, verrät Günter Fett: „Sie ist sehr ehrgeizig. Wenn ihr Verein nicht auf der Siegerstraße ist, wird sie knurrig und verlässt auch schon mal die Tribüne.“ In der vorigen Saison verpassten das reisefreudige Paar nur ein Auswärtsspiel, in dieser sind es bislang zwei. Die Partie heute Abend beim Aufsteiger VfL Osnabrück in der kulturell durchaus reizvollen Stadt des Westfälischen Friedens wird die dritte sein. Günter Fett quält sich seit einigen Tagen mit einem Hexenschuss: „Da wären lange Autofahrten Gift.“

Das Reisen gehört für den gebürtigen Warnemünder zum Leben, wie die Ostsee, der Rostocker Hafen und der Fußball. „Beruflich war ich immer viel unterwegs“, sagt der langjährige Geschäftsführer von Euroports Germany, der zuletzt noch halbtags als Berater für den Ölhafen tätig war. Israel, Angola, Frankreich, Spanien, Finnland und die Beneluxstaaten gehören zu den Ländern, die er beruflich bereiste. Anfang des Jahres ist Fett endgültig in den Ruhestand gegangen – mehr als 52 Jahre, nachdem er als Hafenfacharbeiterlehrling in Rostock begonnen hatte.

Heute reist der umtriebige Hafen-Manager, der neben Hansas Aufsichtsrat auch dem der größten deutschen Binnenreederei in Berlin vorsitzt, fast nur noch privat mit seiner Frau. Europa, Nordamerika, Karibik, Asien – „wir haben fast die ganze Welt gesehen“, sagt Fett, der in Elmenhorst nahe Warnemünde lebt. Als es zu Beginn des Jahres bei Hansa knallte und Trainer Pavel Dotchev und Sportchef Markus Thiele gehen mussten, genossen die Fetts gerade ihre vierwöchige Australien-Rundreise. „Da musste Robert Marien (Vorstandschef) manchmal nachts telefonieren“, meint der Aufsichtsratsboss lächelnd mit Blick auf den Zeitunterschied zwischen Deutschland und Down Under.

Trotz der heftigen Turbulenzen zum Jahresbeginn und des abermals frühzeitig verpassten Aufstiegs sieht Fett den Koggenklub auf einem guten Weg. „Hansa steht auf jeden Fall besser da als bei meinem Amtsantritt“, urteilt der studierte Ökonom, der im Klub ein Auge auf die interne Revision hat, sich von Finanzvorstand Christian Hüneburg regelmäßig Einblick in die Buchhaltung und Konten geben lässt. „Es läuft alles in geordneteren Bahnen, wir haben stabilere Strukturen und Gott sei Dank Herrn Elgeti (Hansa-Investor) im Hintergrund. Die „gute Arbeit“, die er dem Hansa-Vorstand bescheinigt, nimmt er auch für den Aufsichtsrat in Anspruch: „Für uns ist Diskretion oberstes Gebot.“ Im November 2020 endet die Amtszeit des siebenköpfigen Gremiums. „Wenn nichts besonderes passiert, würde ich sicher noch mal zur Wahl antreten“, erklärt Günter Fett. Aber vorher müssen noch die nächsten Reisen geplant werden. Hansas letztes Auswärtsspiel ist am 18. Mai auf der Schwäbischen Alb in Aalen.

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