21. Oktober 2020 / 16:09 Uhr

Hansa Rostock rettet „dreckigen Sieg“ mit Willen und Kampf

Hansa Rostock rettet „dreckigen Sieg“ mit Willen und Kampf

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Die Hanseaten bejubeln den Treffer, der den 2:1-Sieg beim SV Waldhof Mannheim perfekt machte.
Die Hanseaten bejubeln den Treffer, der den 2:1-Sieg beim SV Waldhof Mannheim perfekt machte. © Lutz Bongarts
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Gemessen an den Spielanteilen war der 2:1-Erfolg der Rostocker beim SV Waldhof Mannheim schmeichelhaft. Den Hansa-Profis war es egal. Den Trainer freut das Resultat. Seine Spielidee: Dominanz in der Offensive und Stabilität in der Abwehr.

Hansas 2:1-Erfolg bei Waldhof Mannheim stand lange auf tönernen Füßen. Den Spielern und dem Coach der Rostocker war es am Ende egal. „Wir haben gewackelt, aber wir sind nicht gefallen“, urteilte Trainer Jens Härtel, nachdem der „dreckige Sieg“ am Dienstagabend feststand. Der zweite Auswärtserfolg seines Teams war zuallererst das Ergebnis von Leidenschaft und Kampfgeist.

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Seit John Verhoek die Rostocker kurz nach Beginn der zweiten Halbzeit zum zweiten Mal in Führung gebracht hatte, rannten die Gastgeber fast pausenlos an. „Wir haben 70 Minuten gut gespielt. Nur leider haben wir es verpasst, die Tore zu machen“, stellte Mannheims Coach Patrick Glöckner frustriert fest. Mehr als ein Lattentreffer sprang für den Gegner, der in der ersten Halbzeit einen Strafstoß vergeben hatte, nach dem Seitenwechsel nicht mehr heraus.

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Auffällig war, wie sich die Rostocker in der kritischen zweiten Halbzeit immer wieder gegenseitig aufrüttelten. Erst hatte Keeper Markus Kolke Luca Horn zusammengestaucht, weil der unaufmerksam wirkte.

Dann sendete Jan Löhmannsröben in der 81. Spielminute den nächsten aufrüttelnden Weckruf: „Neun Minuten, alles reinhauen“, schrie der 29-Jährige. Das konnte im wegen der Corona-Ansteckungsgefahr fast menschenleeren Carl-Benz-Stadion niemand überhören. So überstanden die Hanseaten die Schlussphase samt vier Minuten Nachspielzeit ohne Gegentreffer.

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„Wir haben einfach alles reingeworfen. Ich kann nur ein Kompliment an die Mannschaft geben. Wir haben fast nichts zugelassen und die Punkte mitgenommen“, sagte Maurice Litka. Der 24-Jährige hätte sich nach Hansas zweitem Auswärtssieg der Saison als Matchwinner feiern lassen dürfen. Tat er aber trotz eines Treffers und einer Vorlage nicht.

Der gebürtige Hamburger, der beim FC St. Pauli in die Fußballlehre gegangen ist, brachte die Rostocker, die nur in den ersten 20 Spielminuten tonangebend waren, erst in Führung. „Johnny hat den Ball super durchgelassen. Ich muss den Ball einfach nur reinschieben“, lobte der Torschütze zum 1:0 den Weitblick von Mittelstürmer John Verhoek.

Litka revanchierte sich nach dem zwischenzeitlichen 1:1 mit einem hart, aber präzise geschlagenen Freistoß, den Verhoek per Kopf in die Maschen wuchtete. „Das haben wir unter der Woche trainiert“, sagte Litka. „Johnny ist ein Kopfball-Ungeheuer in der 3. Liga. Das ist echt Gold wert für uns.“

Die Hansa-Noten zum Spiel gegen Waldhof Mannheim:

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Markus Kolke: ©

Kapitän Kolke störte sich nicht daran, dass seine Mannschaft bis zum Schluss um die drei Punkte bangen müsste. Im Gegenteil: „Von mir aus können wir das immer so machen, wenn wir auswärts führen und es die letzte halbe Stunde so wegverteidigen. Wir müssen keine Torchancen kreieren. Es gibt auch nur drei Punkte“, meinte der Torhüter.

Ein Idee, die Trainer Härtel nur bedingt unterstützt: „Wichtig ist das Ergebnis. Mein Wunsch ist es aber, dass wir versuchen, im Angriff dominant zu sein und hinten wenig zulassen.“

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