11. Januar 2021 / 13:34 Uhr

Hansa Rostock: Rhein schlägt sofort ein

Hansa Rostock: Rhein schlägt sofort ein

Sönke Fröbe
Ostsee-Zeitung
Der Ex-Nürnberger Simon Rhein (22) gefiel bei seiner Hansa-Premiere gegen Unterhaching.
Der Ex-Nürnberger Simon Rhein (22) gefiel bei seiner Hansa-Premiere gegen Unterhaching. © fotos (2): Lutz Bongarts
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Hansas Neuzugang vom 1. FC Nürnberg freut sich über eine gelungene Premiere. Für den 22-Jährigen war es der erste Pflichtspielsieg nach einem 90-Minuten-Einsatz seit fast sieben Monaten. 

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Dieses Gefühl hatte Simon Rhein schon lange nicht mehr genießen können. Mit dem hart erkämpften 1:0-Sieg gegen die SpVgg Unterhaching gingen für Hansas Winter-Neuzugang am Sonnabend „schwere Zeiten“, wie der 22-Jährige sein letztes halbes Jahr beim 1. FC Nürnberg selbst beschreibt, zu Ende. „Super, wenn man mit einem Sieg beim neuen Verein starten kann. Was Besseres kann man sich nicht wünschen“, sagte Rhein nach seiner gelungenen 95-Minuten-Premiere im ostseeblauen Trikot der Rostocker.

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In Nürnberg hatte der Linksfuß nach seiner Rückkehr von Zweitligaaufsteiger Würzburg keine Rolle gespielt. Nur zwei Mal für jeweils zwei Minuten durfte er unter Trainer Robert Klauß ran, zuletzt Anfang November beim 2:2 gegen Fortuna Düsseldorf. Vor dem Drittliga-Fight gegen Unterhaching hatte er mit Nürnberg II im August beim 1:3 gegen 1860 Rosenheim in der viertklassigen Bayern-Liga zuletzt An- und Abpfiff auf dem Rasen erlebt. Sogar fast sieben Monate musste der Rheinländer darauf warten, den Platz nach einem 90-Minuten-Einsatz als Sieger zu verlassen: Mitte Juni beim 3:0 der Würzburger Kickers gegen Chemnitz.

Sein persönlicher Neuanfang in Rostock ist geglückt, das stellte auch Jens Härtel zufrieden fest. Man habe gesehen, welche Qualitäten Rhein mitbringe. „Dass er Drittliga-Fußball spielen, aber auch fußballerisch viele Dinge gut gelöst hat und immer wieder anspielbar ist“, attestierte der Trainer dem Mittelfeldspieler „ein ordentliches Spiel“.

So schlugen die Sommer-Neuzugänge des FC Hansa in dieser Saison bislang ein:

Bentley Baxter Bahn: Der Hamburger, der aus Halle kam, ist Hansas bester Einkauf auf dem Sommer-Transfermarkt. Wohl der kompletteste Fußballer in der Mannschaft, kreativ, enorm laufstark und torgefährlich – nicht mehr wegzudenken. Zur Galerie
Bentley Baxter Bahn: Der Hamburger, der aus Halle kam, ist Hansas bester Einkauf auf dem Sommer-Transfermarkt. Wohl der kompletteste Fußballer in der Mannschaft, kreativ, enorm laufstark und torgefährlich – nicht mehr wegzudenken. ©

Rheins direkter Konkurrent um einen Platz im defensiven Mittelfeld, Björn Rother, fehlte gegen Unterhaching wegen seiner fünften Gelben Karte. Der ehemalige Magdeburger konnte die Erwartungen auf der zentralen Positionen bisher nicht voll erfüllen. Auch Jan Löhmannsröben, der gegen Haching kämpferisch überzeugte, ist nicht der klassische Ballverteiler, den Hansa vor der Abwehr braucht. „Wir haben in der Analyse gemerkt, dass wir zu viele Ballverluste hatten und sind zu dem Schluss gekommen, dass uns ein ballsicherer Spieler auf dieser Position guttut. Deshalb haben wir uns für Simon entschieden“, erklärt Härtel.

Auch mit der Aufstiegserfahrung, die Rhein in der vergangenen Saison als Stammkraft in Würzburg sammelte, punktet der gebürtige Rheinländer, der bei Hansa einen Vertrag bis Juni 2022 erhalten hat. Hansa müsse sich im Vergleich mit seinem Ex-Klub nicht verstecken, urteilt er nach nur wenigen Trainingstagen und erst einem Spiel mit Hansa. „Von der individuellen Qualität ist die Mannschaft sehr gut aufgestellt, vielleicht sogar einen Tick besser als die Aufstiegsmannschaft von Würzburg letztes Jahr“, sagt Rhein, der daraus aber keine voreiligen Schlüsse im Hinblick auf Hansas Aufstiegschancen ziehen will: „Im Endeffekt sind es Kleinigkeiten, die in dieser Liga entscheiden, ob du aufsteigst oder nur Vierter oder Fünfter wirst. Dieses Quäntchen Glück muss man sich Woche für Woche erarbeiten, und das hatten wir gegen Unterhaching.“

Bei Rheins solider Premiere im Hansa-Trikot ging der Einstand von Lion Lauberbach fast ein wenig unter. Die Leihgabe von Zweitligist Holstein Kiel hatte sich nach der Winterpause ebenfalls einen Platz in der Anfangself erkämpft. „Lion hat sich ein bisschen schwer getan, reinzukommen. Man hat gemerkt, dass er eineinhalb Jahre keinen richtigen Rhythmus hatte“, befand Trainer Jens Härtel nach dem 58-Minuten-Einsatz des 22-jährigen Offensivmannes: „Das war in Ordnung ohne dass es gut war.“