25. Mai 2018 / 14:55 Uhr

Hansa-Sportchef Markus Thiele: „Es geht um Wille und Mentalität“

Hansa-Sportchef Markus Thiele: „Es geht um Wille und Mentalität“

Kai Rehberg
Ostsee-Zeitung
Übernimmt Mitte Dezember den Posten des Sportlichen Leiters beim FC Hansa Rostock: Markus Thiele.
Seit Ende 2017 Hansa-Sportvorstand: Markus Thiele. © Lutz Bongarts
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Der Sportvorstand von Hansa Rostock über seine Kriterien für Verpflichtungen, die Suche nach Flügelspielern und das Ziel Aufstieg.

In der Liga Platz sechs, den Landespokal verteidigt – sind Sie mit der abgelaufenen Saison zufrieden?
Markus Thiele: Man muss sehen, wo Hansa Rostock hergekommen ist. Ich glaube, dass wir auch aufgrund des Umbruchs im vergangenen Sommer zufrieden sein können. Wir hatten 60 Zähler und Platz fünf als Ziel ausgegeben. Die Punktzahl haben wir geschafft, Sechster sind wir geworden. Klar hatte man sich zwischendurch mehr erhofft, weil wir länger und näher oben ranschnuppern konnten, als es geplant war.

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Was waren die entscheidenden Gründe dafür, dass die Mannschaft im Sieglos- Monat März die Chance nicht beim Schopfe packen konnte?
Thiele: Wir waren in den englischen Wochen in der Breite nicht gut genug aufgestellt. Aus der zweiten Reihe ist zu wenig gekommen. Wir haben die Saison mit 13, 14 Spielern durchgespielt – andere Vereine konnten in der Breite nachlegen, um solche Phasen zu überbrücken. Statt der neun sieglosen Spiele wie bei uns war bei ihnen die Negativphase ein Stück kürzer. Die Folge war, dass der personelle Schnitt am Saisonende größer ausfiel als geplant.

Bisher stehen elf Abgänge und sieben Zugänge fest. Nach welchen Typen suchen Sie?
Thiele: Nach Spielern, die vom Projekt Aufstieg überzeugt sind und die eine Qualität mitbringen, um sie zu Zweitliga-Profis zu entwickeln. Ich bin überzeugt, dass wir mit den bereits verpflichteten Spielern diesen Weg gehen können. Wir wollen keinen holen, der nur für die 3. Liga gut genug ist. Es ist unsere Aufgabe, Spieler so zu entwickeln, dass wir mit ihnen auch in der 2. Liga etwas anfangen können.

So sieht der aktuelle Kader des FC Hansa Rostock für die Saison 2018/19 aus

Tor: Ioannis Gelios (Neuzugang - kommt vom FC Augsburg, Torhüter), ab Sommer 2018 im Verein Zur Galerie
Tor: Ioannis Gelios (Neuzugang - kommt vom FC Augsburg, Torhüter), ab Sommer 2018 im Verein ©

Für welche Positionen suchen Sie noch?
Thiele: Wir wollen auf den offensiven Außenbahnen noch etwas machen. Mit Hilßner und Scherff sind wir dort gut besetzt, aber wir brauchen Alternativen. Auch im Defensivbereich könnten wir noch die eine oder andere Absicherung gebrauchen.

Mit 48 erzielten Toren lag Hansa im Liga- Mittelfeld. Mit Marco Königs aus Würzburg und dem Auer Cebio Soukou wurden zweitligaerfahrene Offensivleute verpflichtet. War das die Hauptbaustelle?
Thiele: Es ging weniger um die Namen der Spieler, sondern vielmehr um ihre Willenseigenschaften und die Mentalität, uns voranzubringen. Wir haben auch mit anderen bekannten Spielern gesprochen, bei denen wir aber nicht zu der hundertprozentigen Überzeugung gekommen sind, dass sie so zu uns passen, wie wir es uns wünschen.

Haben Sie bei Dirk Orlishausen die beiden Planstellen dritter Keeper und Torwarttrainer zusammengelegt? Und soll das eine Lösung über 2019 hinaus sein?
Thiele: Er hat signalisiert, dass er gern als Torwarttrainer arbeiten würde, aber als aktiver Torhüter (war zuletzt beim Karlsruher SC/d. Red.) noch einen Übergang sucht. Er ist ein Typ, der der Mannschaft und dem Trainerteam guttut. Im Frühjahr hat er seinen Torwart-Trainerschein gemacht und kann sich nun in Ruhe auf seine neue Rolle vorbereiten. Insofern haben wir mit ihm eine sehr gute Lösung gefunden.


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Was passiert mit Christopher Quiring und Mounir Bouziane?
Thiele: Beide haben einen Vertrag bis 2019, stehen aber seit Monaten auf dem Abstellgleis. Wir müssen keinen Hehl daraus machen, dass wir mit beiden sportlich nicht zufrieden sind. Das haben wir den Spielern mitgeteilt. Wir sind in Gesprächen, ob es eine Lösung geben kann. Wenn es Interessenten gibt, können sie unter bestimmten Umständen den Verein verlassen.

Die 3. Liga wird in der neuen Saison mit Braunschweig, Kaiserslautern und vielleicht Cottbus, Saarbrücken, Mannheim oder 1860 München prominent und attraktiv besetzt sein. Rückt Hansa angesichts der namhaften Konkurrenz von seinem Aufstiegsziel 2019 ab?
Thiele: Definitiv nicht. Unabhäng davon, wer in der Liga mitspielt, muss es der Anspruch von Hansa Rostock sein, um den Aufstieg mitzuspielen. Garantieren kann man ihn leider nicht, aber wir werden alles dafür tun.

Interview: Kai Rehberg