21. Januar 2020 / 06:00 Uhr

Hansa-Sportvorstand Martin Pieckenhagen: Der Korb ist nicht so voll wie im Sommer

Hansa-Sportvorstand Martin Pieckenhagen: Der Korb ist nicht so voll wie im Sommer

Sönke Fröbe
Ostsee-Zeitung
Hansa-Sportvorstand Martin Pieckenhagen will den Rostocker Kader qualitativ weiter verbessern.
Hansa-Sportvorstand Martin Pieckenhagen will den Rostocker Kader qualitativ weiter verbessern. © imago images/Christian Schroedter
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Hansa Rostocks Sportvorstand über die besonderen Herausforderungen auf dem Winter-Transfermarkt und die Ambitionen für den zweiten Saison-Abschnitt.

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Rostock. Wichtige Vertragsverlängerungen, aber immer noch kein Neuzugang. Hansa-Sportvorstand Martin Pieckenhagen, der in der Punktspielpause neue Kontrakte mit Chefcoach Jens Härtel, Co-Trainer Ronny Thielemann (beide bis 2021) und Topstürmer Pascal Breier (bis 2023) aushandelte und Talent Paul Wiese bis 2022 an den Koggenklub band, geht demonstrativ gelassen in den Transfer-Endspurt. Am 31. Januar endet die Winter-Wechselperiode.

Wie gut sehen Sie Hansa für das Heimspiel gegen Halle und den Rest der Saison gewappnet?
Martin Pieckenhagen: Wir haben eine insgesamt sehr gute Vorbereitung absolviert, hatten gute Testspiele gegen qualitativ gute Gegner. Aber die Erfahrung zeigt, dass man das nicht überbewerten sollte. Wichtig ist das erste Spiel.

Dort werden einige Leistungsträger verletzungsbedingt fehlen. Wie sehr bereitet Ihnen das Sorgen?
Ich sehe das nicht so dramatisch. Nik Omladic kommt in dieser Woche wieder, bei Nikolas Nartey ist die Verletzung in den letzten Zügen. Auch Kai Bülow ist auf einem guten Weg und vielleicht sogar schon gegen Halle eine Option. Trotz der Verletzungen haben wir einen stabilen Kader zur Verfügung.

Die Sportlichen Leiter beim FC Hansa in den vergangenen Jahren

Von Juli 1997 bis Juni 2006 war Herbert Maronn erstmals Sportlicher Leiter beim FC Hansa Rostock. Seine zweite Amtszeit (Juli 2007 bis März 2009) ging nicht ganz so lange wie die erste. Zur Galerie
Von Juli 1997 bis Juni 2006 war Herbert Maronn erstmals Sportlicher Leiter beim FC Hansa Rostock. Seine zweite Amtszeit (Juli 2007 bis März 2009) ging nicht ganz so lange wie die erste. ©

Dennoch: Wie sehr braucht Hansa eine Blutauffrischung durch Neu­zugänge?
Unsere Transferpolitik ist maßgeblich davon abhängig, welche Spieler uns verlassen werden. Dem Trainer ist es wichtig, dass der Kader nicht zu groß wird. Denn das kann eine Mannschaft auch durcheinanderbringen, und das wollen wir nicht. Wir werden ganz besonnen handeln und haben bis zum Transferende am 31. Januar ja auch noch ein bisschen Zeit.

Wäre es nicht besser gewesen, wenn die Neuzugänge Zeit gehabt hätten, sich mit der Mannschaft einzuspielen?
Das kann man so oder so sehen. Am Ende hätte man dann vielleicht 32 Mann im Kader, was auch kontraproduktiv wäre.

Trainer Jens Härtel hat darauf hingewiesen, dass man als Drittligist in Sachen Transfers am Ende der Nahrungskette hänge. Wie schwierig ist es, gute Spieler nach Rostock zu holen?
Die Wintertransferperiode ist speziell. Was an Spielern auf den Markt kommt, wird immer erst relativ spät bekannt. Es sind oft Jungs, die bei ihren Vereinen hinten runterfallen. Wir wollen Spieler holen, die unsere Mannschaft wirklich verbessern. Das ist eine große Herausforderung, zumal der Korb nicht ganz so voll ist wie im Sommer: In Deutschland gibt es im Winter keine auslaufenden Verträge. Es sind eine Menge mehr Sachen zu beachten als im Sommer, und das zögert alles manchmal ein bisschen heraus. Das betrifft nicht nur uns. Unter dem Strich geht es um eine Handvoll Spieler, die uns verstärken würden und die wir uns auch leisten können.

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Sehen Sie sich auch im Ausland um?
Wir gucken auch dort nach deutschsprachigen Spielern. Aber es wäre gut, wenn die Jungs schon mal in der 2. oder 3. Liga in Deutschland gespielt haben, damit die Ein­gewöhnung möglichst unkompliziert ist. Wenn man im Winter einen Spieler verpflichtet, muss er relativ schnell funktionieren.

Wie zuversichtlich sind Sie, bis Ende des Monats noch Verstärkungen präsentieren zu können?
Wir sind in Gesprächen. Zusammen mit dem Trainer haben wir uns ein paar Optionen gelegt, die wir besprechen und die wir auch versuchen umzusetzen, wenn sich die Situation ergibt.

Neuzugänge? Pieckenhagen hält weiter Ausschau

Wo sehen Sie den größten Nachbesserungsbedarf im Kader?
Wir haben mit Jonas Hildebrandt einen zentralen Mittelfeldspieler verloren, für diese Position gucken wir im Moment verstärkt. Nachdem die Ausleihe von Elsamed Ramaj vollzogen wurde und wenn klar ist, wie es mit Osman Atilgan weitergeht, werden wir sicher auch für diese Positionen schauen.

Welches sportliche Ziel haben Sie sich für den Rest der Saison gesteckt?
Das hat sich nicht verändert. Wir wollen besser abschneiden als in der Vorsaison.

Halten Sie es für unrealistisch, doch noch mal oben anzugreifen?
Der Kader ist stark genug. Aber Fakt ist: Wir sind momentan Tabellen- elfter. Dass du trotzdem nur fünf Punkte Rückstand auf Platz drei hast, sagt schon, wie eng es zugeht. Es ist eine Liga, die unheimlich viele Chancen, aber ebenso viele Risiken birgt – nach unten wie nach oben. Deshalb versuchen wir, von Spiel zu Spiel zu denken und erst mal zuzusehen, dass wir das immens wichtige Spiel gegen Halle erfolgreich gestalten.