03. Oktober 2021 / 14:59 Uhr

Hansa-Stürmer John Verhoek macht’s wie Torjäger Simon Terodde

Hansa-Stürmer John Verhoek macht’s wie Torjäger Simon Terodde

Sebastian Lindner
Ostsee-Zeitung
Da kann man schon mal zum Gute-Laune-Tanz ansetzen: John Verhoek schießt Hansa Rostock per Doppelpack zum Sieg in Kiel.
Da kann man schon mal zum Gute-Laune-Tanz ansetzen: John Verhoek schießt Hansa Rostock per Doppelpack zum Sieg in Kiel. © Lutz Bongarts
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Ein schneller Doppelpack des Niederländers John Verhoek brachte den Rostockern vor der Länderspielpause wieder etwas Luft im Keller. Das hat auch mit dem Videostudium des Stürmers zu tun.

Viele Videos hat John Verhoek in der vergangenen Woche geschaut. Von sich selbst, sagte er. Aber auch von Simon Terodde. Der Goalgetter der 2. Bundesliga lieferte dem Rostocker Angreifer noch am letzten Wochenende im direkten Duell reichlich Anschauungsmaterial, als Schalke Hansa durch einen Doppelpack des Torjägers mit 2:0 besiegte.

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Gut hingesehen hat Rostocks Niederländer offenbar, denn gegen Holstein Kiel am Sonnabend war er es, der Hansa durch seine Saisontreffer vier und fünf drei Punkte an der Förde bescherte. Zwischen der 32. und der 35. Minute netzte er zweimal ein, zuerst durchsetzungsstark, danach sehenswert direkt aus der Drehung.

Saisontore vier und fünf für Verhoek

„Man muss immer im Strafraum sein. Beim ersten Tor hatte ich den richtigen Riecher und damit dann das Vertrauen, um den zweiten so reinzuschießen“, sagte Verhoek nach dem 2:0 (2:0)-Sieg gegen Kiel. Und erinnerte wieder an Terodde: „Eigentlich sind wir uns ähnlich. Nur macht er ein paar Tore mehr.“

Den Rückstand in der Torjägerliste auf den Schalker hätte der 32-Jährige nur zu gerne noch weiter verkürzt. „Der Doppelpack war sehr wichtig für mich, aber ich hätte auch gerne noch ein Drittes gemacht.“ Dazu kam es aber einerseits nicht, weil Verhoek Mitte der zweiten Halbzeit angeschlagen vom Platz musste. Andererseits, weil Hansa, die beiden Tore ausgenommen, kaum Chancen produzierte.

Das Spiel machten nämlich die Kieler. Schon nach 20 Sekunden kam die KSV zu ihrer ersten Möglichkeit, bis zum Verhoek’schen Doppelpack bestimmte sie das Tempo, während Rostock in erster Linie aus der Defensive agierte. Auch danach hatte Kiel bis zur Pause noch vier gute Chancen, um den Anschluss herzustellen. Jann-Fiete Arp, Finn Porath und Alexander Mühling scheiterten aber allesamt an Hansa-Keeper Markus Kolke oder sich selbst.

Alle Infos zum Spiel Kiel gegen Rostock

Jens Härtel: „Kein Chancenfestival zugelassen“

In der zweiten Halbzeit das gleiche Bild: Während die Einschläge näher kamen – Joshua Mees traf per Kopf den Innenpfosten – konnte Hansa kaum für Entlastung sorgen. Letztlich hielt Rostock aber die Null. „Wir haben vielleicht nicht so gut gespielt wie in den letzten beiden Spielen, aber für uns zählt der Sieg“, machte Verhoek klar.


Und ähnlich sah es auch sein Trainer Jens Härtel. „Dieses Mal haben sich ein paar Sachen für uns gedreht. Es war ein glücklicher Sieg gegen eine spielerisch sehr starke Mannschaft“, fasste er zusammen. „In den letzten Spielen dominierten wir, holten aber keine Punkte. Deswegen müssen wir uns für diesen Sieg nicht entschuldigen.“

In der zweiten Halbzeit habe sein Team „kein Chancenfestival zugelassen“, stattdessen „versucht, alles fleißig wegzuverteidigen“. Allerdings hätte es so, auch durch die gute Kieler Restverteidigung, nicht für Konter gereicht, musste der Rostocker Cheftrainer einräumen. Dramatisch war das am Sonnabend aber nicht. Denn die 9240 Zuschauer, darunter rund 1700 Hansa-Anhänger, die vor, während und nach der von einem großen Polizeiaufgebot abgesicherten Partie friedlich blieben, sahen eine Kogge, die ihre Chancen konsequent nutzte.

Luft im Keller vor der Länderspielpause

„Wir sind mit der ersten richtigen Möglichkeit in Führung gegangen. Das hatten wir zuletzt nicht geschafft, da haben wir die Riesenchancen liegenlassen und selbst Tore gefangen“, so Härtel über die entscheidende Statistik des Spiels, die Chancenauswertung. Die sieht er, ähnlich wie auch Videogucker Verhoek als Resultat einer guten Trainingswoche. „Da waren wir fleißig und wurden jetzt auch mal belohnt. Das Momentum ist auf unsere Seite gesprungen. Aber das wird auch nicht immer so funktionieren.“ 

Umso günstiger war der Moment in Kiel, denn durch den Dreier im ersten Ostsee-Duell in der 2. Liga überholte Rostock den Nordrivalen in der Tabelle und konnte sich somit vor der anstehenden Länderspielpause ein bisschen Luft im Keller verschaffen. Weiter geht es am 17. Oktober im Ostseestadion gegen Sandhausen.