25. September 2020 / 18:11 Uhr

Hansa-Trainer Jens Härtel warnt: Saarbrücken ist kein normaler Aufsteiger

Hansa-Trainer Jens Härtel warnt: Saarbrücken ist kein normaler Aufsteiger

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Für Jens Härtel – hier im Gespräch mit Nils Butzen (l.) und Lukas Scherff – ist der 1. FC Saarbrücken „kein normaler Aufsteiger“. Hansas Gegner sei nach dem Aufstieg und den Pokalerfolgen „extrem heiß“, meint der 51-Jährige vor dem Spiel am Sonnabend.
Für Jens Härtel – hier im Gespräch mit Nils Butzen (l.) und Lukas Scherff – ist der 1. FC Saarbrücken „kein normaler Aufsteiger“. Hansas Gegner sei nach dem Aufstieg und den Pokalerfolgen „extrem heiß“, meint der 51-Jährige vor dem Spiel am Sonnabend. © Lutz Bongarts
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Am Sonnabend (14 Uhr) ist der FC Hansa Rostock bei Drittliga-Aufsteiger 1. FC Saarbrücken zu Gast. Der Coach der Norddeutschen rechnet mit einem euphorischen und bissigen Gegner. Für die Hanseaten, die bereits am Donnerstag um Mitternacht aufbrachen, ist es die weiteste Reise der gesamten Saison.

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Das gibt es zum Glück nur einmal in der Saison des FC Hansa Rostock. Ihre weiteste Auswärtsfahrt der Saison hat das Rostocker Drittligateam schon am Freitag um 0 Uhr angetreten. „Wir haben verschiedenen Möglichkeiten besprochen – auch mit dem Mannschaftsrat – und am Ende so entschieden“, beschrieb Trainer Jens Härtel. Vor der Abfahrt rechnete er damit, dass die knapp 850 Kilometer lange Busreise in die Stadt an der französischen Grenze bei normalen Verkehrsbedingungen bis zu zwölf Stunden dauern würde. Trotz der widrigen Umstände werde seine Mannschaft am Sonnabend (Anstoß 14 Uhr) keine schweren Beine und einen klaren Kopf haben.

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Die Hanseaten erwartet beim Auswärtsspiel Ungewohntes, denn Fans der Blau-Weißen sind beim Spiel im Ludwigsparkstadion nicht zugelassen. Der gastgebende Verein hat die Genehmigung erhalten, bis zu 900 Zuschauer ins Stadion zu lassen. Härtel bleibt gelassen: „Das Stadion ist nicht ausverkauft, die Kulisse überschaubar.“

Das sind die Marktwerte der Hansa-Profis laut dem Internetportal transfermarkt.de (Stand: 11. November 2020):

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Neue Eindrücke wird es auch für den Gastgeber geben. Für die Saarbrücker ist es nicht nur das erste Drittliga-Heimspiel nachdem sie sechs Jahre in der Regionalliga Südwest spielten. Das Team kehrt nach 1757 Tagen – fast fünf Jahre – ins eigene Stadion zurück. So lange dauerte der Umbau der Arena, der immer noch nicht abgeschlossen ist.

Der Hansa-Coach warnt: „Saarbrücken ist kein normaler Aufsteiger, sondern eine gestandene Mannschaft. Das hat man in der vergangenen Saison auch in den Pokalspielen gesehen. Die Erfolge haben auch wirtschaftlich Auswirkungen. Dazu das neue Stadion. Das alles wird sie zusätzlich beflügeln“, glaubt der 51-Jährige und ist überzeugt: Der DFB-Pokal-Halbfinalist wird „extrem heiß“ sein.

Wie Aufsteiger zum Saisonstart drauf sind, hat Hansa in der Vorsaison erfahren müssen. Im ersten Spiel gegen Viktoria Köln lagen die Rostocker mit 3:0 in Führung. Am Ende trotzen die Kölner Hansa noch ein 3:3 ab.

Bis auf Nik Omladič, der nach seiner Schulteroperation und Reha seit Wochen wieder voll trainiert, gute Fortschritte macht und demnächst vor dem Comeback stehen dürfte, und John Verhoek sind auf der Kogge alle Mann an Bord. Verhoek hatte sich beim 3:1-Sieg im Heimspiel gegen Duisburg wegen muskulärer Probleme auswechseln lassen. Die MRT-Untersuchung musste bis Donnerstag warten. „Früher konnte ich nicht. Ich musste meiner Frau bei der Geburt unseres dritten Kindes zur Seite stehen“, erklärt der 31-Jährige. Sohn Mason-Joe kam am Mittwoch mit ein paar Tagen Verzögerung und 4100 Gramm auf die Welt.

Nach der Vertragsauflösung von Adam Straith (30), der nach Kanada zurückkehrte, suchen die Rostocker nach Verstärkung im Sturm. Zeit dafür bleibt Sportvorstand Martin Pieckenhagen bis zum 5. Oktober. So lange dürfen vertraglich gebundene Profis noch wechseln. „Wir könnten etwas machen, haben noch ein bisschen Zeit. Allerdings müsste es passen – sportlich, menschlich und finanziell“, sagte Härtel, der damit rechnet, dass viele Spieler bis zum Schluss pokern. Wer zu Hansa kommen will, müsse „schnell, angriffsstark und bissig“ sein.