23. Februar 2020 / 18:10 Uhr

Hansa Rostock: Ultras sorgen mit Hass-Banner für Eklat

Hansa Rostock: Ultras sorgen mit Hass-Banner für Eklat

Sönke Fröbe
Ostsee-Zeitung
Hass-Banner auf der Südtribüne
Hass-Banner auf der Südtribüne © foto: Andy Bünning
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Hansa-Chef Robert Marien verurteilt geschmacklose Aktion auf der Ultra-Tribüne und erwartet DFB-Strafe.

Es sollte ein Spieltag sein, der ganz im Zeichen von Toleranz und gegen Rassismus steht. Die Akteure auf dem Rasen trugen auf DFB-Initiative Sondershirts und Trauerflor, vor dem Spiel gab es eine Gedenkminute für die zehn Todesopfer und die Hinterbliebenen des Anschlags von Hanau, die nahezu störungsfrei blieb. Doch im Verlauf des Spiels sorgten einmal mehr Hansa-Chaoten auf der Südtribüne für einen Eklat.

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„Tod und Hass der Polizei“, war auf einem Banner zu lesen, das etwa 60-70 Anhänger auf der Ultra-Tribüne präsentierten. Eine unverblümte Aufforderung zu Gewalt gegen Polizisten – eine geschmacklose und wohl auch strafrechtlich relevante Aktion. „Wir machen eine Schweigeminute gegen Tod und Hass und dann hauen irgendwelche Dummköpfe so ein Transparent raus – das geht überhaupt nicht! Das ist traurig“, sagte Hansa-Chef Robert Marien und bezeichnete die Aktion auf der Ultra-Tribüne als „geistig sehr schwach“. Dies habe er bereits während des Spiels gegenüber der Fanszene zum Ausdruck gebracht.

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Die Fans des FC Hansa Rostock Zur Galerie
Die Fans des FC Hansa Rostock ©

Der 39-Jährige geht von einer Bestrafung des Vereins durch den DFB aus. „Damit müssen wir definitiv rechnen – und das auch vollkommen zu Recht.“ Inwieweit das Banner zu vereinsinternen Sanktionen gegenüber der Fanszene führen wird, ist offen. Zumal es fraglich sei, ob man die Initiatoren ermitteln könne, sagte Marien mit Blick auf die innerhalb der Fanszene herrschende Loyalität. „Die Leute, die das hochhalten, wissen gar nicht, was draufsteht“, ist der Hansa-Chef überzeugt.

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Sollte der Verein die Initiatoren der Aktion ausfindig machen, könnte man in Sachen Sanktionen bei der Unterstützung von Fan-Choreografien durch den Klub ansetzen. Stadionverbote lehnt Marien dagegen ab: „Das führt nur zu Radikalisierung und zu nichts anderem.“ Eine „gewisse Anzahl“ von Tapeten, auf die Fans Parolen und Kritik schreiben, sei im Ostseestadion erlaubt, erklärt der Vorstandsvorsitzende. Von einem generellen Verbot hält er nichts: „Die Konsequenz wäre, dass sie illegal ins Stadion kommen, das bekommt man nicht verhindert.“

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Mitte dieser Woche tagt der Örtliche Ausschuss für Sport und Sicherheit (ÖASS), der zwei Mal im Jahr alle Sicherheitspartner – Polizei, Innenministerium, Staatsanwaltschaft, Verein und Fanprojekt – zusammenführt. „Da werde ich meine Entschuldigung vorbringen“ sagt Robert Marien, „aber es wissen ohnehin alle, was ich von derartigen Aktionen halte“.

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