05. Oktober 2018 / 21:54 Uhr

Hansa Rostock: Umjubelter Befreiungsschlag

Hansa Rostock: Umjubelter Befreiungsschlag

Christian Lüsch
Ostsee-Zeitung
Fallrückzieher von Marvin Pourié, die Rostocker Abwehr um Kapitän Oliver Hüsing kann den Versuch abwehren.
Fallrückzieher von Marvin Pourié, die Rostocker Abwehr um Kapitän Oliver Hüsing kann den Versuch abwehren. © LUTZ BONGARTS
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Dotchev-Elf verdient sich Sieg gegen Spitzenteam aus Karlsruhe. Schlüssel zum Erfolg war eine engagierte und homogene Teamleistung.

Rostock. Marco Königs salutierte vor der Südtribüne, dann lief er 80 Meter quer über den Platz, um Trainer Pavel Dotchev in die Arme zu schließen. Die Szene nach dem Treffer zum 1:0 war sinnbildlich beim Befreiungsschlag, der dem FC Hansa Rostock gestern Abend gelang. Nach der besorgniserregenden 1:4-Heimpleite gegen Preußen Münster haben die Rostocker den Druck einfach weggesteckt, eine starke Reaktion gezeigt und gegen den Karlsruher SC einen 1:0 (0:0)-Sieg erkämpft. Umjubelter Held unter den Flutlichtmasten im Ostseestadion war Königs, der den Ball förmlich ins KSC-Tor gezwungen hatte. „Heute hatten wir das Glück, das uns zuvor gefehlt hatte“, meinte der Stürmer, der dem Coach einen Treffer versprochen hatte.

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Hansa zeigt Kampfgeist

„Wir hatten uns viel vorgenommen und wollten es besser machen als gegen Münster. Ich denke, das war eine Steigerung um 200 Prozent“, meinte Phil Ofosu-Ayeh nach dem Schlusspfiff erleichtert.

Auch Hansa-Coach Pavel Dotchev hatte schon vor Spielbeginn erkennen lassen, das ihm die besondere Bedeutung des Duells mit den Badenern bewusst ist. „Seit ich in Rostock bin, ist das die erste Mini-Krise“, hatte er gesagt. Aus der haben sich die Rostocker mit großem Willen und unbändigem Kampfgeist eindrucksvoll befreit.

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Ioannis Gelios: Zögerlich und ungenau im Spielaufbau. Gut gehalten gegen Morys (58.). Machtlos beim Gegentor. Note: 3,5 Zur Galerie
Ioannis Gelios: Zögerlich und ungenau im Spielaufbau. Gut gehalten gegen Morys (58.). Machtlos beim Gegentor. Note: 3,5 ©

Hüsing mit gelungenem Comeback

Einen besonders warmen Empfang bereiteten die 13000 Zuschauer Oliver Hüsing. Der 25-jährige Abwehrchef kehrte nach 100-tägiger Verletzungspause ins Team zurück. „Jeder hat gesehen, wie wichtig er ist – wie er die Angriffe des Gegners löscht“, lobte Ofosu-Ayeh seinen Kapitän.

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Während die Karlsruher von Beginn an Selbstvertrauen ausstrahlten und früh attackierten, dauerte es ein paar Minuten, bis die Hausherren ihren Rhythmus fanden. Schon nach zwei Minuten hatte Marc Lorenz, dessen Freistoß auf die Latte des Hansa-Gehäuses knallte, den Atem stocken lassen.

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Die Dotchev-Elf, in der neben Hüsing auch Ofosu-Ayeh neu in der Startelf stand, mühte sich um Kombinationsfußball. Auch wenn nicht alles glückte, so tauchten die Stürmer mehrfach gefährlich vor dem Tor des KSC auf: Doch nach Marco Königs, der nach schönem Solo an Benjamin Uphoff scheiterte, zielten in der Folgezeit auch Cebio Soukou (20.) und abermals Königs (26.) nicht genau genug.

Biankadi leitet das Siegtor mustergültig ein

Der KSC hatte zwar mehr Ballbesitz. Gefährlich wurden sie vor dem Tor von Ioannis Gelios nicht. Das lag auch an Oliver Hüsing, der den Ball wie ein Magnet anzuziehen schien und der für Stabilität in der zuletzt ungeordneten Viererkette sorgte.

Nach dem Seitenwechsel riss Hansa die Initiative an sich. Und wie: Mit einem Traumpass in den Lauf von Königs leistete Merville Biankadi klasse Vorarbeit für die Führung. Der Stürmer nahm den Ball mit und zog ab. KSC-Verteidiger Damian Roßbach warf sich zwar in den Schuss, lenkte ihn aber in den eigenen Kasten. Endlich waren die Blau-Weißen wieder mal auf Siegkurs. Wie Hansa den hauchdünnen Vorsprung verteidigte, verdient Respekt. Denn der KSC blieb gefährlich und hatte durch Anton Fink, der das Tor knapp verfehlte (60.), eine Top-Chance. Mit Disziplin und eisernem Willen kämpfte die Dotchev-Elf. Auf Leistung und Ergebnis lässt sich aufbauen.

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