18. Oktober 2020 / 19:05 Uhr

Hansa Rostock: Zwei Punkte zu wenig

Hansa Rostock: Zwei Punkte zu wenig

Sönke Fröbe
Ostsee-Zeitung
Rudelbildung im Löwen-Strafraum: Hansa-Spieler fordern bei Schiedsrichter Oldhafer einen Handelfmeter.
Rudelbildung im Löwen-Strafraum: Hansa-Spieler fordern bei Schiedsrichter Oldhafer einen Handelfmeter. © foto: Andy Bünning
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Im hitzigen Fight gegen Tabellenführer 1860 München war für die Rostocker mehr möglich. Nach einer Szene kam es zu Tumulten.

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Bitteres Unentschieden zum Start in die englische Woche: Hansa hat es verpasst, durch einen Heimsieg mit Tabellenführer 1860 München gleichzuziehen und musste sich am Sonnabend vor 7500 Zuschauern im Ostseestadion nach einem hitzigen und zerfahrenen Drittliga-Fight mit einem 1:1 (0:1) begnügen. Die Enttäuschung über die angesichts des Spielverlaufs zu magere Ausbeute war den Hansa-Profis deutlich anzumerken.

Die Rostocker hatten zwar einen Rückstand aufgeholt, Freude über die Punkteteilung gegen den Spitzenreiter kam aber nicht auf. „Wir hätten auf jeden Fall einen Dreier holen müssen. In der zweiten Halbzeit haben wir ein Powerplay aufgezogen, die Sechziger waren da nicht ein Mal in unserem Strafraum“, haderte Hansas Torschütze Bentley Baxter Bahn und resümierte: „Leider zwei Punkte verschenkt.“

Die Hansa-Noten zum Spiel gegen 1860 München:

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Mit seinen Tor zum 1:1 kurz nach der Pause – ein platzierter Flachschuss von der Strafraumgrenze ins rechte Eck – hatte der Hamburger bei Hansa neue Kräfte freigesetzt. „Den habe ich gut getroffen“, befand Bahn und bedankte sich bei seinem Vorbereiter: „Das Tor gehört zu einem großen Teil Nico Neidhart. Er hat das super gemacht und den Ball perfekt temperiert in den Rückraum gespielt.“

Nach dem Ausgleich kam Hansa mehr und mehr auf Betriebstemperatur. Nachdem Litka (17.) und Breier (30.) vor der Pause zwei gute Möglichkeiten vergeben hatten, erhöhten die mit Anlaufschwierigkeiten gestarteten Rostocker in Durchgang zwei den Druck und kamen zu weiteren Chancen. Nach guter Vorarbeit von Reinthaler und Horn zielte Breier rechts am Münchner Gehäuse vorbei (62.).

Der Stürmer stand auch beim großen Aufreger des 35. Liga-Duells der beiden Ex-Bundesligisten im Blickpunkt. Seinen Schuss aus dem Gefühl wehrte der am Boden liegende Löwen-Verteidiger Stephan Salger kurz vor der Linie mit der Hand ab (75.). Die Rostocker forderten wütend Elfmeter, doch der Schiedsrichter ließ das Spiel nach intensiver Beratung mit seinen Assistenten weiterlaufen. „Das war ein glasklares Handspiel“, sagte Bahn, nachdem er die Szene im Fernsehen gesehen hatte: „Nach dem Regelwerk ist das Rote Karte und Elfmeter!“

Auch der Ex-Rostocker Dennis Erdmann, der 1860 per Kopf in Führung gebracht hatte (42.), wurde nach dem Abpfiff vor der TV-Kamera deutlich: „Salger hält ihn überragend vor der Linie. Er war mit den Fingerspitzen dran, das kann Hiller (Löwen-Torwart/d. Red.) nicht besser machen. Alles richtig gemacht, Hut ab! Es ist mir auch scheißegal, dass die Rostocker den Schiedsrichter belagern. Fehlentscheidungen gehören zum Fußball dazu.“

Etwas differenzierter als Erdmann bewertete Jens Härtel die Situation und nahm Referee Konrad Oldhafer nach der Fehlentscheidung in Schutz. „Man darf nicht vergessen, der Schiri ist 25 Jahre alt, der hat heute sein zweites Drittligaspiel geleitet“, meinte der Chefcoach. „Vor so einer Kulisse kann es auch mal sein, dass man da ein bisschen ins Wackeln kommt.“

Nach der umstrittenen Szene musste Härtel noch mit ansehen, wie Omladic und Vollmann – Hansa war durch Steinharts Ampelkarte (84.) mittlerweile in Überzahl – weitere Chancen liegenließen. Die Atmosphäre in Rostock hatte nicht nur den Schiedsrichter beeindruckt, sondern auch den Trainer der Löwen. „Ich kann mich schon nicht mehr erinnern, wann ich das letzte Mal vor 7500 Zuschauern gespielt habe“, meinte Michael Köllner. An diesem Wochenende war die Kulisse im Ostseestadion die größte im deutschen Profifußball.

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