08. März 2021 / 18:35 Uhr

Hansa Rostocks eSportler arbeitet an Profikarriere an der Konsole

Hansa Rostocks eSportler arbeitet an Profikarriere an der Konsole

Horst Schreiber
Ostsee-Zeitung
Henning Wilmbusse (M.) erspielte beim SPORTBUZZER Zockercup neue Trainingsmaterialien für Hansa Rostock, über die sich Nachwuchsleiter Stefan Beinlich (l.) freut. Reporter Horst Schreiber übergab die Preise.
Henning Wilmbusse (M.) erspielte beim SPORTBUZZER Zockercup neue Trainingsmaterialien für Hansa Rostock, über die sich Nachwuchsleiter Stefan Beinlich (l.) freut. Reporter Horst Schreiber übergab die Preise. © Rick Feldmann
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Henning Wilmbusse hat den SPORTBUZZER Zockercup MV gewonnen und steht aktuell mit dem Team Hansa eFootball unter den besten 32 Mannschaften im virtuellen DFB-Pokal. Für Wilmbusse ein Schritt Richtung Profikarriere als Zocker.

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Vier bis fünf Stunden täglich trainiert Henning Wilmbusse. Mit diesem Pensum hat es der 16-Jährige unter die besten Fifa-Spieler Deutschlands geschafft. Im Januar gewann er durch den Sieg beim SPORTBUZZER Zockercup MV den Titel „Meister von MV“. Mittlerweile kämpft Wilmbusse mit dem Team von Hansa eFootball um die Krone beim deutschlandweit ausgetragenen DFB-ePokal. Sein Ziel: „Ich will die großen EA-Turniere spielen.“

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Die „großen Turniere“ – das sind die Wettbewerbe an der PlayStation oder Xbox mit dem Videospiel Fifa von Entwickler Electronic Arts (EA) wie etwa der Fifa eWorld Cup (Preisgeld 250 000 Euro), die Virtual Bundesliga oder der FUT Champions Cup, über den sich die Spieler in mehreren Phasen für die WM qualifizieren. „Ich verfolge immer den Champions Cup, schaue, was wie besser geht“, sagt Wilmbusse. Die Teilnehmer, von denen sich der Rostocker etwas abguckt, sind Profis. Sie spielen für die eSports-Abteilungen von Bundesliga-Klubs oder in von Sponsoren unterstützten, eigens für eSports gegründeten Teams. Irgendwann will Wilmbusse auch als Profi mitdaddeln.

Rückblick: Wilmbusses Sieg beim Zockercup MV

Am besten mit der Hansa-Kogge auf der Brust. Der FC Hansa startete im vergangenen Dezember das Projekt eFootball und ist Wilmbusses Herzensverein. „Viele Fans sind mit dem Wunsch an uns herangetreten, auch im eFootball aktiv zu werden. Gerade jetzt, während der Pandemie, ist es für viele eine Möglichkeit, sich den FCH ins Wohnzimmer zu holen“, sagt Rick Feldmann, der die Sparte beim Drittligisten verantwortet. Die Idee schlug ein. Binnen weniger Wochen folgten tausende Fans dem Spiele-Kanal der Hanseaten auf Instagram und twitch, wo Hansa die Partien seines Teams überträgt und kommentiert.

Auch sportlich läuft es direkt gut. Neben dem Sieg beim SPORTBUZZER Zockercup MV hat sich Hansa eFootball in die Hauptrunde des DFB ePokal gezockt. „Das war unser erstes großes Ziel“, sagt Feldmann, der mit dem Projekt eFootball beim FC Hansa noch in den Kinderschuhen steckt. Für das Erreichen der ersten Etappe sind neben Wilmbusse auch Max Ortmann und Lukas Qualmann verantwortlich. Pro Team müssen stets drei Spieler für das Weiterkommen ihres Vereins am Controller schuften. Ersatzspieler Marcus Kunze komplettiert den Rostocker PlayStation-Kader. Gemeinsam trainieren sie mehrmals pro Woche. „Das tut gut“, versichert Wilmbusse.

Wenn er nicht mit seinem eigenen Ultimate Team an der Weekend League teilnimmt, navigiert Wilmbusse natürlich die Spieler von Hansa Rostock an der Konsole. Dabei ist er sich mit Blick auf die Aufstellung nicht immer eins mit Cheftrainer Jens Härtel. Wilmbusse setzt beispielsweise auf Ben Voll statt Markus Kolke im Kasten. „Weil Ben der größte Keeper ist. Das ist bei Fifa das Wichtigste. Er kommt überall ran“, begründet Wilmbusse. „Mein Lieblingsspieler ist Maurice Litka. Am Anfang habe ich auch gern mit Farrona Pulido gespielt. Aber er trifft das Tor nicht mehr“, ergänzt der Zockerchampion und lacht.

Aktuell darf es Farrona Pulido – zumindest virtuell – auch etwas ruhiger angehen lassen. Erst Anfang Mai geht es für Wilmbusse und sein Team im DFB ePokal weiter. Dann kämpft Hansa um den Sprung ins Final Four. Für Henning Wilmbusse ein weiterer Schritt Richtung Profi-Zocker.