26. Mai 2019 / 21:14 Uhr

Hansa Rostocks Legenden schießen Traumtore

Hansa Rostocks Legenden schießen Traumtore

Tommy Bastian
Ostsee-Zeitung
Ein Hauch von 1999: Oliver Neuville (l.)  läuft zur zweiten Halbzeit mit Turban auf – und trifft. Erster Gratulant ist Marcel von Walsleben-Schied. 
Ein Hauch von 1999: Oliver Neuville (l.) läuft zur zweiten Halbzeit mit Turban auf – und trifft. Erster Gratulant ist Marcel von Walsleben-Schied.  © Lutz Bongarts
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20 Jahre nach dem Wunder von Bochum gewinnen Hansa Rostocks All-Stars mit 7:6 gegen eine Auswahl des VfL Bochum.

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Rostock. „Steht auf, wenn ihr für Hansa seid, steht auf, wenn ihr für Hansa seid“, hallte es am Sonntag in der Schlussphase durch das Ostseestadion. 20 Jahre nach dem „Wunder von Bochum“, als Hansa Rostock mit einem 3:2 in letzter Minute der Bundesliga-Klassenerhalt gelang, gewannen Hansas All-Stars mit 7:6 (2:2) gegen eine Auswahl des VfL Bochum. Beide Teams boten den rund 5500 Zuschauern ein Offensivspektakel und gute Unterhaltung – mit schönen Spielzügen, Traumtoren und der einen oder anderen spaßigen Einlage.

Oliver Neuville im zweiten Durchgang mit Turban

„Das war ein super Spiel. Ich habe unseren Betreuern gesagt: ’Wenn ich mit Turban in der zweiten Hälfte auflaufe, dann schieße ich Tore’“, flachste Ex-Nationalspieler Oliver Neuville. Der Stürmer war 1999 zum Helden avanciert, weil er trotz einer Ohrenverletzung und mit einer Binde um den Kopf bis zum Ende durchgehalten hatte. „Es hat Spaß gemacht, hier zu sein und viele Kollegen zu treffen, die ich lange Zeit nicht gesehen habe“, sagte der mittlerweile 46-Jährige.

Bilder zum 20-jährigen Jubiläum des Wunders von Bochum 1999:

Ein gemeinsames Gruppenfoto mit allen Beteiligten, die beim 20-jährigen Jubiläum des Wunders von Bochum 1999 dabei waren. Zur Galerie
Ein gemeinsames Gruppenfoto mit allen Beteiligten, die beim 20-jährigen Jubiläum des Wunders von Bochum 1999 dabei waren. ©
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Neben Oliver Neuville waren viele weitere Protagonisten aus dem Mai 1999 angereist, darunter Siegtorschütze Slawomir Majak oder Verteidiger Thomas Gansauge, der aus den USA kam und damit die weiteste Anreise hatte. Betreut wurden sie damals wie heute von Chefcoach Andreas Zachhuber und Co-Trainer Juri Schlünz.

Zachhuber: Es ging schön zur Sache"

„Es herrschte eine tolle Stimmung bereits am Sonnabendabend auf dem Empfang. Es war, als wäre das Bundesliga-Finale erst gestern gewesen“, beschrieb der 56-jährige Zachhuber die Atmosphäre bei der Spieler-Party im Ostseestadion. Sie ging bis kurz nach Mitternacht. „Ob die Spieler danach weitergezogen sind, kann ich nicht sagen. Eine Ausgangssperre gab es diesmal jedenfalls nicht“, meinte der frühere Bundes­liga-Coach.

Mit dem sportlichen Auftreten seiner Schützlinge zeigte sich Andreas Zachhuber ebenfalls zufrieden. Er meinte: „Es ging ganz schön zur Sache, das war kein Larifari, den die Teams gespielt haben.“ Auf Hansas Torjäger sei wieder einmal Verlass gewesen, ergänzte der Rostocker mit Blick auf den Doppeltorschützen Oliver Neuville und Magnus Arvidsson, der einmal traf.

Zunächst brachte der agile Dariusz Wosz allerdings die Gäste per Doppelschlag in Führung. Der „immer noch wahnsinnig schnelle“ (Zachhuber) Dexter Langen verkürzte auf 1:2. Und dann hatte Ex-Fifa-Schiedsrichter Markus Merk (57) seinen großen Auftritt. Er vollzog den ersten Videobeweis im Rostocker Ostseestadion, schaute durch eine Kamera am Spielfeldrand und entschied nach einem Rempler von Marcel Maltritz gegen Oliver Neuville auf Strafstoß – sehr zum Gelächter der Zuschauer. Zafer Yelen verwandelte zum Ausgleich.

Olli Schubert bekommt seine Zahnartzbehandlung von Dr. Markus Merk

In der Pause „behandelte“ Zahnarzt Dr. Markus Merk, der mittlerweile als Moderator und TV-Experte arbeitet, dann Legendenspiel-Organisator Oliver Schubert. Der heutige Eventmanager und PR-Verantwortliche des FC Hansa war 1999 als Radiokommentator auf der Tribüne dabei und hatte in der Schlussphase gefleht, als Hansa führte: „Lieber Doktor Markus Merk, ich gehe jeden Tag zum Zahnarzt, der ist nämlich Zahnarzt, aber bitte pfeife dieses Spiel ab.“ Ein Satz, der zumindest unter Fans des Koggenclubs Berühmtheit erlangte.

Nach dem Seitenwechsel stellten beide Seiten das Verteidigen ein. Offensive war Trumpf. Und die Rostocker zeigten sich treffsicherer als ihr Gegner. Sie erzielten schöne Tore und kamen zum umjubelten Sieg.

Hansa: Pieckenhagen (46. Klewer) – Emara, Dowe, Ehlers, Holetschek, Weilandt, Ewen, Gansauge, Majak, Zallmann, Neuville, Laars, Wibran, Groth, Cetkovic, Pannewitz, Arvidsson, Langen, Schied, Gledson, Yelen.
VfL Bochum: Ernst – Maltritz, Toplak, Michalke, Peschel, Gaudino, Wosz, Liutyi, O. Schreiber, R. Schreiber, Buckley, Bemben, Schindzielorz, Majewski, Mahdavikia. Tore: 0:1, 0:2 Wosz (3., 13.), 1:2 Langen (31.), 2:2 Yelen (35./Elfmeter), 2:3 Mahdavikia (46.), 3:3 Cetkovic (49.), 3:4 Schindzielorz (52.), 4:4 Neuville (71.), 5:4 Arvidsson (73.), 6:4 Neuville (76.), 6:5 Schindzielorz (79.), 7:5 Wibran (83.), 7:6 Buckley (85.).
Schiedsrichter: Markus Merk.
Zuschauer: 5500.

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