26. Oktober 2020 / 16:38 Uhr

Hansa im Hoch: St. Pauli-Faktor macht den Unterschied

Hansa im Hoch: St. Pauli-Faktor macht den Unterschied

Sönke Fröbe
Ostsee-Zeitung
Sie harmonieren hervorragend in Hansas Offensive: John Verhoek (31, l.) und Maurice Litka (24).
Sie harmonieren hervorragend in Hansas Offensive: John Verhoek (31, l.) und Maurice Litka (24). © fotos (2): Lutz Bongarts
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Verhoek, Bahn, Litka – die drei Ex-Hamburger waren an 13 von 14 Rostocker Toren als Vorbereiter oder Vollstrecker beteiligt.

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Im Sommer sprachen viele von der Magdeburg-Connection, als der FC Hansa mit Björn Rother, Jan Löhmannsröben und Manuel Farrona Pulido drei weitere ehemalige FCM-Profis an die Küste holte. Nach sieben Runden ist klar: Derzeit machen drei frühere Kiezkicker beim Koggenklub den Unterschied. John Verhoek, Maurice Litka und Bentley Baxter Bahn haben eine (gemeinsame) Vergangenheit beim FC St. Pauli und Hansa mit ihren Toren und Vorlagen an die Tabellenspitze gewirbelt. An 13 von 14 Saisontreffern (!) war das Trio beteiligt – eine herausragende Quote.

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Nur ein Mal – es war das 2:1 gegen Duisburg von Breier nach Vollmann-Vorarbeit – landete der Ball ohne Mithilfe von Verhoek (2013-16 bei St. Pauli), Bahn (2013/14) oder Litka im gegnerischen Kasten. „Ich versuche immer dabei zu sein, wenn es in Richtung Tor geht“, lautet das fußballerische Credo von Litka, der bis 2019 insgesamt 13 Jahre am Millerntor kickte und sich jetzt nahe der Heimat in Rostock richtig wohl fühlt. „Hansa hat geile Fans, der Verein kann stolz sein.“ Sein persönliches Ziel: „Mehr Tore schießen als letzte Saison.“

Diese Spieler genießen bei den Fans besondere Sympathien:

Oliver Hüsing (*1993): Umsichtiger Abwehrchef, Kapitän und Liebling der Fans. Kam 2016 für die Rückrunde aus Bremen und kehrte von 2017 bis 2019 noch mal zu Hansa zurück. Wechselte anschließend in die 2. Liga nach Heidenheim. Zur Galerie
Oliver Hüsing (*1993): Umsichtiger Abwehrchef, Kapitän und Liebling der Fans. Kam 2016 für die Rückrunde aus Bremen und kehrte von 2017 bis 2019 noch mal zu Hansa zurück. Wechselte anschließend in die 2. Liga nach Heidenheim. ©

Der gebürtige Hamburger ist auf einem guten Weg. In sieben Spielen hat der Linksfuß bereits zwei Mal selbst getroffen und drei weitere Tore aufgelegt. In der Saison 2019/20 waren es fünf Treffer für Preußen Münster. „Das Fußballerische, das Dynamische, die Geschwindigkeit, die gute Ballbehandlung hat er schon vorher gehabt“, sagte Trainer Jens Härtel nach dem 5:1 gegen Köln bei Hansa-TV: „Jetzt geht es darum, sich aggressiv den Ball zu holen, dann wird es noch einfacher, gute Situationen zu kreieren.“

Besonders gut harmoniert Litka mit Verhoek, die sich gegenseitig bereits Tore aufgelegt und schon bei St. Pauli zusammengespielt haben. „Wir ergänzen uns super, er profitiert von mir und ich von ihm“, sagt Litka. John Verhoek bereitete beim 5:1 gegen Köln ein Tor vor und erzielte zwei selbst. Drei Treffer und zwei Assists hat der Niederländer jetzt auf seinem Konto. Lob für seinen starken Auftritt am Wochenende reicht er gerne weiter: „Wir sind eines sehr gute Mannschaft. Wenn einer nicht funktioniert, funktioniert die ganze Mannschaft nicht.“

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Hansas bester Scorer mit sieben Punkten – drei Tore, vier Vorlagen – ist Bentley Baxter Bahn. „Die 2. Liga ist mein Ziel, ist das, was mich antreibt“, erklärt der 28-Jährige, der wie Litka gebürtiger Hamburger ist und beim HSV ausgebildet wurde. In der 3. Liga steht nur (noch) der ehemalige türkische Nationalspieler und Ex-Bundesligaprofi Sercan Sararer von Türkgücü mit acht Scorerpunkten vor dem Neu-Rostocker. „Bax ist ein Mentalitätsspieler, immer hochkonzentriert“, sagt Verteidiger Julian Riedel. Da wird auch mal eine Unaufmerksamkeit wie vor dem Kölner 1:5 schnell verziehen.

Ebenso wie die vergebenen Chancen gegen die Rheinländer. Trainer Jens Härtel war am Ende sogar fast froh, dass der Sieg nicht noch höher ausgefallen war. „Wie würden wir jetzt hier stehen, wenn wir die alle auch noch reingemacht hätten?“, fragte er und befand: „Das wäre gar nicht so gut.“