01. März 2021 / 18:02 Uhr

Hansa-Stratege Simon Rhein ist Serien-Spezialist

Hansa-Stratege Simon Rhein ist Serien-Spezialist

Sönke Fröbe
Ostsee-Zeitung
Kam im Januar zu Hansa und eroberte sich sofort einen Stammplatz: Mittelfeldmann Simon Rhein (22).
Kam im Januar zu Hansa und eroberte sich sofort einen Stammplatz: Mittelfeldmann Simon Rhein (22). © Lutz Bongarts
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Einen ähnlich guten Lauf wie mit Rostock hatte der 22-Jährige in der vergangenen Saison auch mit Aufsteiger Würzburger Kickers.

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Er spielt selten spektakulär und die Tore schießen andere, dennoch ist Simon Rhein ein wichtiger Erfolgsfaktoren beim FC Hansa. Seit der Mittelfeldstratege im Januar von Zweitligist Nürnberg an die Küste gekommen ist, haben die Rostocker nicht mehr verloren: Sieben Spiele, sechs Siege, ein Unentschieden – und immer stand Rhein in der Startelf. Anlaufschwierigkeiten gab es für den 22-Jährigen nicht.

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„Es freut mich, dass es vom Start weg so gut läuft. Verein und Mannschaft haben es mir leicht gemacht, das Klima in der Mannschaft ist sehr gut“, sagt der Winter-Neuzugang vor der Nachholpartie bei Schlusslicht VfB Lübeck, wo die Rostocker am Mittwoch (17 Uhr) ihre seit acht Spielen andauernde Erfolgsserie fortsetzen wollen.

Das sind die Marktwerte der Hansa-Profis laut dem Internetportal transfermarkt.de (Stand: 26. März 2021):

Simon Rhein: 450.000 Euro (unverändert) Zur Galerie
Simon Rhein: 450.000 Euro (unverändert) ©

Simon Rhein ist aufstiegserfahren und auch so etwas wie ein Serien-Spezialist. Mit den Würzburger Kickers legte der Linksfuß in der vergangenen Saison zwei ähnliche Erfolgsserien hin wie in dieser mit Hansa: Nach schwacher Hinrunde blieben die Franken ein Mal sieben und ein Mal sogar acht Spiele hintereinander ungeschlagen.

Viel mehr Parallelen sieht er zwischen Würzburg und Rostock aber nicht. „Der Saisonverlauf war unterschiedlich. Mit Würzburg standen wir am Ende der Hinrunde relativ weit unten, haben dann eine sehr gute Rückrunde gespielt. Hansa war immer relativ gut dabei und in Schlagdistanz“, sagt Rhein. Die Kickers stiegen am Ende direkt auf, mit Hansa könnte er im Mai sein persönliches Aufstiegsdouble schaffen. „Wenn es so kommt, wehre ich mich nicht dagegen. Aber die Saison ist noch sehr lang. Wir haben noch nicht mal zwei Drittel gespielt, es kann noch alles passieren. Ich denke, es wird bis zum letzten Spieltag spannend bleiben.“

Die beiden jetzt anstehenden englischen Wochen mit den Duellen gegen Lübeck, Kaiserslautern und Uerdingen könnten richtungweisend sein. „Danach kann man vielleicht eher sagen, wohin die Reise für uns geht. „Es ist noch alles offen, aber wir haben eine ganz vernünftige Ausgangsposition“, sagt Rhein. Mit einem weiteren Sieg in Lübeck könnten die Rostocker bis auf drei Punkte an Tabellenführer Dresden heranrücken.

Alles andere als ein Erfolg für Hansa wäre eine Überraschung. „Ich tue mich schwer, in der 3. Liga von Favoritenrollen zu reden. Das ist ein angeschlagener Gegner, der in den letzten Wochen auch andere als sportliche Themen hatte. Lübeck steht mit dem Rücken zur Wand und muss punkten“, weiß Rhein, der aber alles andere als eine leichte Aufgabe erwartet: „Es wird ein sehr schwieriges Spiel auf einem Platz, der deutlich schlechter sein wird als in Köln. Wir müssen auf der Hut sein, mit weniger als 100 Prozent wird man da wahrscheinlich nichts holen.“

Für Simon Rhein und Hansa ist es der erste Pflichtspiel-Auftritt an der Lübecker Lohmühle. Als Stratege im defensiven Mittelfeld will der Rheinländer mit seiner Ballsicherheit, Ruhe und Übersicht dazu beitragen, dass es ein erfolgreicher wird und der Höhenflug weitergeht. „Als ich nach Rostock gekommen bin, war es mein Ziel, wieder regelmäßig auf dem Platz zu stehen. Ich hätte mir nicht erträumt, dass wir aus acht Spielen 22 Punkte holen. Es läuft im Moment einfach, wir sind gut drauf und wollen so weitermachen.“

Sein persönliches Ziel für die nächsten Wochen: „Ich haben mir vorgenommen, ein bisschen torgefährlicher zu werden.“ Vielleicht klappt es am Mittwoch im ersten Ostseederby mit seinem ersten Treffer.