07. Januar 2022 / 14:25 Uhr

Hansa Rostock unterliegt 1860 München im Test

Hansa Rostock unterliegt 1860 München im Test

Sebastian Lindner
Ostsee-Zeitung
Türkei, Belek 07.01 2022 Fussball 2. Liga FC Hansa Rostock Trainingslager FC Hansa Rostock Testspiel FC Hansa Rostock-1860 München Damian Roßbach FC Hansa Rostock COPYRIGHT BY LUTZ BONGARTS
Damian Roßbach (l.) kommt hier bei einer Rostocker Ecke zum Kopfball. Nach gleicher Art und Weise hat eine der besten Möglichkeiten im ersten Durchgang. © Lutz Bongarts
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Gegen den Drittligisten, der ebenfalls aus dem vollen Training kommt, fand Hansa Rostock kein Mittel. Lange Zeit entstand Gefahr wenn überhaupt nur durch Standards. Am Ende verlieren die Ostseestädter mit 1:3.

Belek​Hansa Rostock hat sein erstes Testspiel am Freitag im Trainingslager in Belek verloren. Gegen 1860 München unterlag die Kogge trotz Führung mit 1:3 (0:0). In der Gloria Sports Arena, einem kleinen modernen Stadion mit Tribüne und Laufbahn, etwa sechs Kilometer vom Mannschaftshotel entfernt, wirkte Hansa über die gesamte Spielzeit müde und kraftlos. Gegen den Drittligisten, der ebenfalls aus dem vollen Training heraus antrat, konnten die Rostocker mit einer potenziellen Bundesliga-Startelf nicht viel ausrichten. 

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Bis zur Halbzeit passierte nicht viel. Die ersten Minuten gehörten den Münchnern, die ihr Trainingscamp ebenfalls in Belek aufgeschlagen haben. Gefährlich wurde es aber allerdings nicht, auch wenn Keeper Markus Kolke in einigen Szenen selten gesehene Unsicherheiten zeigte. Mit fortschreitender Spielzeit übernahm Hansa dann zwar die Spielkontrolle, Chancen konnte die Kogge aus dem Spiel heraus allerdings auch nicht generieren. Auch aus den zahlreichen Standardsituationen konnten die Rostocker kein Kapital schlagen. Am gefährlichsten war noch ein Kopfball von Damian Roßbach aus der 15. Minute, den 1860-Hüter Marco Hiller aber gut parierte. Auf Pressing verzichteten beide Mannschaften fast dauerhaft.

Bildliche Eindrücke vom Testspiel des FC Hansa gegen 1860 München:

Das Endergebnis des Testspiels auf der Anzeigetafel. Zur Galerie
Das Endergebnis des Testspiels auf der Anzeigetafel. ©

Trotzdem konnte Jens Härtel mit dem Auftreten seines Teams bis dahin leben. „Die erste Halbzeit war gut, wir hatten die totale Kontrolle“, so der Trainer. „Wir hatten auch gute Möglichkeiten, haben aber leider kein Tor gemacht.“

Verhoeks Führung hält nicht lange

Obwohl sich personell zur Pause nichts änderte, vielen dann plötzlich die Tore. Fünf Minuten nach Wiederbeginn nutze John Verhoek nach Uneinigkeiten im Münchner Abwehrverband eine Lücke und veredelte einen Freistoßflanke von Simon Rhein zum 1:0 für Hansa. Doch die Führung hatte nicht lange Bestand. Einen Steilpass auf Stefan Lex konnte Rostocks Defensive nicht verhindern, auch Kolke zögerte beim rauskommen und musste dann zu sehen, wie der Ball durch seine Beine ins Netz kullerte (55.).

Der Ausgleich weckte Hansa jedoch nicht, stattdessen drehte 1860 die Partie nur zwei Minuten später. Fabian Greilinger zog aus der Halbdistanz unbedrängt ab und es klingelte erneut im Kasten von Kolke – auch der Ball wirkte nicht unhaltbar. Immerhin versuchte sich Hansa in der Folge zu wehren. Kevin Schumacher zog im Strafraum der Sechziger aus der Drehung ab, Hiller war jedoch zur Stelle. Fast im direkten Gegenzug erhöhte der Drittligist in Person von Marcel Bär per Konter auf 3:1 für 1860. 

Härtel: „Waren zu wild“

„Nach dem schnellen Gegentor haben wir den Faden verloren und waren nicht mehr diszipliniert“, analysierte Härtel, dem die zweiten 45 Minuten dann nicht mehr so richtig zusagten. „Wir haben schnell versucht zurückzukommen, waren dabei aber zu wild.“ Ein Verhalten, das sein Team auch in den Pflichtspielen schon öfter an der Tag gelegt habe. „1860 hat das dann gut ausgenutzt.“


Härtel wechselte in der Folge erstmals, brachte A-Jugend-Spieler Felix Ruschke und Theo Martens in die Partie, kurz vor Schluss auch noch die anderen beiden Jungspunde Benno Dietze und Nick Stepantsev. Letzterer lieferte in seiner ersten Szene gleich noch einen guten Abschluss. Am Ergebnis änderte sich allerdings nichts mehr. 

Hexenschuss setzt Breier außer Gefecht

„Wir haben ganz bewusst den Großteil über 90 Minuten spielen lassen“, erklärte Härtel, der damit die Belastung eines Pflichtspiels simulieren und ansonsten den Jugendspielen die Möglichkeit zur Präsentation bieten wollte. Ein ähnliches Vorgehen ist auch für das zweite Testspiel am Sonnabend gegen den türkischen Zweitligisten Samsunspor angedacht. „Da werden dann die anderen zum Zug kommen.“ 

Nicht dabei sein werden Nik Omladic, der in der kompletten Woche nicht einmal mit der Mannschaft trainierte, und Pascal Breier. Der sollte eigentlich schon gegen 1860 ran, musste aber mit Hexenschuss passen. Auch für Hanno Behrens wird die Partie noch zu früh kommen.

Hansa: Kolke – Neidhart, Meißner, Roßbach, Rizzuto (71. Ruschke) – Rhein, Fröde – Mamba (71. Martens), Duljevic (87. Stepantsev) , Schumacher (87. Dietze) – Verhoek.
Tore: 1:0 Verhoek (50.), 1:1 Lex (55.), 1:2 Greilinger (57.), 1:3 Bär (67.)