22. Mai 2020 / 15:55 Uhr

Hansa Rostock zieht am Sonntag ins Quarantäne-Hotel

Hansa Rostock zieht am Sonntag ins Quarantäne-Hotel

Christian Lüsch
Ostsee-Zeitung
Nico Neidhart wird beim Training des FC Hansa Rostock von seinen Mitspielern beobachtet.
Nico Neidhart wird beim Training des FC Hansa Rostock von seinen Mitspielern beobachtet. © Hansa Rostock
Anzeige

Beim FC Hansa Rostock läuft die Vorbereitung auf das für den kommenden Sonnabend angesetzte Spiel gegen den FSV Zwickau. Die komplette Mannschaft von Trainer Jens Härtel wird am Sonntag ins Quarantäne-Hotel ziehen. Von dort geht es zum Training und Ende der Woche zum Spiel.

Anzeige
Anzeige

Vor dem geplanten Re-Start der 3. Liga steigen bei Jens Härtel Vorfreude und Spannung. „Wir haben ein Ziel gebraucht. Jetzt ist es da. Darüber freuen wir uns sehr“, sagte der Trainer des FC Hansa Rostock am Freitag. Hansa wird am kommenden Sonnabend (14 Uhr) beim FSV Zwickau antreten.

Zeit, euphorisch zu sein, bleibt Härtel und seinen Schützlingen nicht. „Es gibt viel Organisatorisches zu erledigen“, berichtet der 50-Jährige. Am Sonntag bezieht die Mannschaft ihr Quarantäne-Hotel – nach OZ-Informationen in Warnemünde. Von dort aus werden die Hanseaten, auf verschiedene Busse aufgeteilt, zu den Trainingseinheiten ins Ostseestadion fahren. „Das ist nicht so weit und deshalb gut machbar“, meint der Coach. An Tagen mit zwei Einheiten wird das Team zwischendurch zurück ins Hotel fahren.

Mehr zum FC Hansa Rostock

Härtel und seine Assistenten bemühen sich, die Vorbereitung auch in den nächsten Tagen so gut wie möglich zu gestalten. „Wir sind seit Donnerstag vergangener Woche wieder im Mannschaftstraining und versuchen weiter, das so gut wie möglich zu nutzen“, versichert der Chefcoach. Dass es vor dem Wiederanpfiff nur interne Testspiele geben kann, sei nicht optimal. Die Situation sei aber für alle Mannschaften gleich. „Diejenigen, denen es gelingt, den Spielmodus im Training gut zu simulieren, haben gute Chancen, positiv zu starten.“

Die Hansa-Spieler haben angesichts der Corona-Auflagen eine gewisse Routine entwickelt. Alle wissen, was zu tun ist. Die Profis, die bei Fortsetzung der Saison nicht mehr auf Kurzarbeit gesetzt sein werden, sind auf verschiedene Kabinen in den Stadion-Katakomben aufgeteilt. Die regelmäßigen Tests laufen reibungslos.

Personell lief es nicht komplett rund: Lukas Scherff konnte nicht am Mannschaftstraining teilnehmen, weil er sich eine schmerzhafte Prellung zugezogen hat. Tanju Öztürk plagen seit Tagen Knochenhaut-Schmerzen am Schienbein. Maximilian Ahlschwede und Nikolas Nartey mussten einzelne Trainingseinheiten auslassen. Nicht mit ins Corona-Hotel zieht Paul Wiese. Somit kann der 19-Jährige für das Spiel in Zwickau kein Kandidat sein. Wiese steckt in den Abiturprüfungen.

Nachdem der DFB nun Termine für die verbleibenden Drittliga-Spieltage angesetzt hat kommen auch die Kritiker in Bewegung. Der Hallesche FC, der aufgrund der Verfügungslage daheim nicht uneingeschränkt trainieren kann, bezieht am Sonnabend ein Quarantäne-Trainingslager im Münsterland. Der HFC, der rechtliche Schritte gegen den Re-Start in Erwägung zieht, will sich auf das Duell bei Preußen Münster vorbereiten. Das Münsterland wurde als Ort gewählt, weil dort anders als in Sachsen-Anhalt Mannschaftstraining erlaubt ist und der Weg zum Auswärtsspiel nicht so lang.

Das waren noch Zeiten: Hansas Trainingslager von Dubai bis Belek

Januar 2008 in Dubai (VAE): Herzlich Willkommen in Dubai: Tourismus-Direktor Hamad Mohammed bin Mejren begrüßt Hansa-Manager Herbert Maronn und Frank Pagelsdorf (v.l.). Zur Galerie
Januar 2008 in Dubai (VAE): Herzlich Willkommen in Dubai: Tourismus-Direktor Hamad Mohammed bin Mejren begrüßt Hansa-Manager Herbert Maronn und Frank Pagelsdorf (v.l.). ©

Auch bei Preussen Münster gibt es Neuigkeiten: Mannschaftsarzt Cornelius Müller-Rensmann übernimmt den Job des Hygienebeauftragten. Und erneuerte sogleich die Kritik: „Wir müssen uns leider dem Willen des DFB beugen und den Spielbetrieb wiederaufnehmen. Wir sind nach wie vor der Überzeugung, dass eine Wiederaufnahme des Spielbetriebes nicht sinnvoll ist“, zitiert der Verein den Orthopäden. Seiner Tätigkeit könne er nur mit erheblichen Einschränkungen nachkommen. So habe er seinen Jahresurlaub verlegen und sich täglich zeitliche Freiräume schaffen müssen.

Hansa-Trainer Härtel hat die Diskussionen um Fortsetzung und Abbruch der Saison verfolgt. Mit Statements hält er sich zurück: „Es steht mir nicht zu, das zu beurteilen, weil ich die genaue Situation der anderen nicht kenne.“