25. März 2022 / 14:26 Uhr

"Zu wenig Punkte": Flick über Comunio-"Flop" Dabbur, Gegner Israel und den DFB-Auftakt in seiner Heimat

"Zu wenig Punkte": Flick über Comunio-"Flop" Dabbur, Gegner Israel und den DFB-Auftakt in seiner Heimat

Roman Gerth
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Bundestrainer Hansi Flick startet mit der deutschen Nationalmannschaft ins WM-Jahr.
Bundestrainer Hansi Flick startet mit der deutschen Nationalmannschaft ins WM-Jahr. © IMAGO/Revierfoto/Eibner Europa (Montage)
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Der Start des DFB-Teams ins WM-Jahr rückt näher – und  Bundestrainer Hansi Flick ist bester Laune. Vor dem Spiel am Samstag gegen Israel scherzt er über Hoffenheim-Stürmer Munas Dabbur, den er beim Managerspiel Comunio im Kader hat. Flick lobt außerdem die israelische Mannschaft und freut sich auf sein "Heimspiel" in Sinsheim.

Auf die Frage, wie Bundestrainer Hansi Flick den ersten DFB-Gegner Israel einschätzt, antwortete der Bundestrainer mit einer kleinen Anekdote aus seiner Freizeitbeschäftigung. Munas Dabbur, israelischer Nationalstürmer und Profi der TSG Hoffenheim, hat es ins Comunio-Team von Flick geschafft. Zufrieden ist er mit Dabbur dabei derzeit nicht. "Da macht er zu wenig Punkte und kann noch ein bisschen liefern in Hoffenheim", scherzte der 57-Jährige auf der Pressekonferenz im deutschen Teamhotel in Neu-Isenburg vor den Toren Frankfurts. Flick schränkte mit Blick auf das Duell am Samstag (20.45 Uhr, ZDF) aber direkt ein: "Morgen muss er nicht damit anfangen."

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Die Qualitäten des Hoffenheimers wollte der DFB-Coach ohnehin nicht in Abrede stellen. "Wir kennen Dabbur aus der Bundesliga – ein sehr guter Wandspieler, immer torgefährlich“, betonte Flick. Insgesamt lobte er die Qualitäten Israels und die Herangehensweise des neuen Trainers Marco Balbul, der "aus dem Jugendbereich kommt und sich sehr gut auskennt". Flick: "Was den Nachwuchs betrifft, machen sie gute Arbeit. Sie stehen in der Tabelle der U21-EM-Qualifikation zwischenzeitlich vor uns, auch wenn wir noch wieder vorbeiziehen können."

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Flick sprach am Freitag außerdem über…

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… das Verhältnis zwischen Israel und Deutschland: "Mit dem Spiel gegen Israel beginnt auf der einen Seite unser WM-Jahr, auf der anderen Seite sind Spiele gegen Israel etwas Besonderes. Ich war 2012 in Leipzig dabei. Ich habe immer noch Kontakt zu Eli Guttmann (israelischer Nationaltrainer von 2011 bis 2015, d. Red.), wir tauschen uns immer wieder aus. Ich konnte in meiner Zeit als DFB-Sportdirektor die ein oder andere Reise nach Israel machen. Das Verhältnis der beiden Nationen ist geprägt von Freundschaft und Verbundenheit, immer im Bewusstsein, was alles passiert ist."

… das Spiel in Sinsheim unweit seiner Heimat: "Das wird so sein wie in jedem Länderspiel, Familie und Freunde werden da sein. Ich freue mich für die Region, dass wir dort ein Länderspiel machen dürfen. Ich bin gerne in Heidelberg und Bammental, ich liebe die Region und die Menschen, es gibt noch immer eine große Verbundenheit. Dabei bin ich absolut im Fokus und emotional nicht zu sehr drin."

die Aufstellung für Samstag: "Ich habe Kontakt mit Jo Kimmich. Da gibt es nichts Neues, leider, auch für ihn. Ich verstehe ihn, eine Geburt ist immer besonders. Er wäre gerne auch hier. Wir sind im engen Austausch, er wird mich informieren. Nico (Schlotterbeck, d. Red.) wird spielen, im Tor stehen Marc-André ter Stegen und Kevin (Trapp, d. Red.) je eine Halbzeit - wir haben es nicht durchbekommen, dass beide gleichzeitig spielen (lacht)."

… den Bald-Debütanten Nico Schlotterbeck: "Manchmal ist Nico ein Tick bequem, aber er muss immer aktiv sein, so wie wir spielen. Er agiert sehr selbstbewusst, auch gegen den Ball verteidigt er sehr hoch. Manchmal nimmt er sich raus, daran arbeiten wir, daran arbeitet auch Christian Streich in Freiburg. Wir sehen es bei ihm oder auch bei Anton Stach, der im ersten halben Jahr in Mainz eine tolle Entwicklung genommen hat. Wir wünschen uns, dass die jungen Talente noch mehr die Möglichkeit bekommen, zu spielen."

… Rückkehrer Julian Weigl und den nicht nominierten Mahmoud Dahoud: "Wir sind immer offen für Spieler, die eine Top-Leistung abrufen. Es ist wichtig, dass wir Spieler haben, die wissen, welche Positionierung sie einnehmen müssen. Diese Merkmale hat Julian Weigl. Mo Dahoud kann jedem gut tun. Das ist kein Wettkampf zwischen Mo und Julian. Jeder kann sich weiterentwickeln, auch Mo hat das Potenzial. Ich habe viele Spiele von Dortmund gesehen, ich weiß, wie ich ihn einzuschätzen habe. Vor der Nations League ist es so, dass sich Spieler wie Julian nochmal zeigen können. Er ist klar in seinen Aktionen, er weiß, welche Pässe er spielt, welche Position er einnehmen muss. Das brauchen wir."

… Verteidiger Antonio Rüdiger: "Wir sind happy, so einen Spieler zu haben. Der schnellste Spieler der Premier League, habe ich gerade gelesen. Was mir gefällt, ist seine Entwicklung in der Mannschaft, sie positiv zu pushen. Seine Qualität als Fußballer, als Verteidiger, brauchen wir nicht zu diskutieren, die ist absolut top. Diese Entwicklung muss er weiter nehmen, seine Erfahrung einbringen und sein Wille, immer gewinnen zu wollen."


… die Situation beim FC Chelsea und das DFB-Trio Rüdiger, Timo Werner und Kai Havertz: "Erstmal muss man sagen, dass Thomas Tuchel einen fantastischen Job macht, wie er als Trainer damit umgeht. Die Spieler legen Fokus auf das, für was sie bei Chelsea angestellt sind. Kai Havertz hat viele Einsatzzeiten gehabt. Aus Gesprächen mit Thomas weiß ich, dass er sehr zufrieden ist. Timo Werner war länger verletzt, er spielt im Team mit sehr hoher Qualität. Er muss von der Fitness her top aufgestellt sein, das braucht er für sein Spiel. Er muss sich immer wieder anbieten. Jeder Einzelne ist für sich verantwortlich, das ein oder andere mehr anzubieten, um zum Spielen zu kommen."

… die Entwicklung von Jamal Musiala: "Jamal ist ein sehr intelligenter Spieler, wirklich geschickt im Ballgewinn und enorm gut, wenn er angespielt wird. Die Dynamik, die er mitnimmt im Offensivspiel, ist fantastisch. Er macht mit seiner Qualität jede Mannschaft besser, weil er Räume schafft, auf der Sechs gut spielt und dazu in der Offensive für Gefahr sorgt. Er hat eine große Chance, von Anfang an zu spielen."

… den Kader für die WM: "Alle haben die Chance, bei ihrem Heimatverein auf sich aufmerksam zu machen und mit Leistung zu überzeugen. Es ist wichtig, dass wir Spieler mitnehmen, die die mentale Entwicklung machen, bei jedem Spiel Leistung abzurufen. Wir gucken genau hin, wer Qualitäten hat, die für dieses Team wichtig sind. Wir haben einige, wichtige Spiele, die uns herausfordern, wir können uns mit den besten der besten messen. Jeder hat noch acht Monate Zeit, um zu zeigen, dass sie hier in der Mannschaft spielen wollen. Man macht sich ein Bild, egal ob der Spieler in Hoffenheim, Mainz, bei Bayern München oder Dortmund spielt. Wir treffen die Entscheidung, unabhängig welcher Verein es ist."

… die Kadergröße: "Wir fliegen am 31. März Richtung Katar. Da werden alle Trainer vor Ort sein. Die FIFA wird sagen, was sie sich vorstellt, wir dürfen unsere Meinung sagen. Ob es was nützt, weiß ich nicht. Ein 26er-Kader ist als Trainer einfacher. Aus der Vergangenheit weiß ich, als Assistent von Jogi Löw, dass wir ein, zwei oder drei Spieler nach der Vorbereitung wieder wegschicken mussten. Ich lasse mich überraschen, letztendlich haben wir wenig Einfluss."

das Scheitern Italiens in der WM-Qualifikation: "Dieses Spiel zeigt, wie Fußball ist. Letztes Jahr ist Italien Europameister geworden, ist mit großem Selbstvertrauen in die WM-Quali gegangen. Ein verschossener Elfmeter gegen die Schweiz führte dazu, dass sie in die Playoffs mussten. Wenn man das Spiel gestern gesehen hat: Italien war überlegen, Nordmazedonien hat mit Leidenschaft das Tor verteidigt und hatte am Ende das Quäntchen Glück. Ich bin froh, dass wir sehr früh für Katar qualifiziert waren und als Gastgeber auch bei der EM 2024 fix dabei sind. Der Modus ist tough. Wir haben alle Freunde aus Italien, da tut es mir auf der einen Seite leid, aber es geht um Fußball und um Ergebnisse."

… den gerade suspendierten Mesut Özil: "Ich habe keinen Kontakt mit Mesut. Ich finde es traurig, weil Mesut zu dieser Zeit, wo ich schon in anderer Funktion bei der Nationalmannschaft war, einer der herausragenden Spieler war. Welche Entwicklung stattgefunden hat, finde ich schade."