14. Februar 2021 / 13:20 Uhr

Flick richtet flammenden Appell an Politik: "Mal Strategie entwickeln" – Scharfe Kritik an Lauterbach

Flick richtet flammenden Appell an Politik: "Mal Strategie entwickeln" – Scharfe Kritik an Lauterbach

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Hansi Flick hat sich deutlich zur aktuellen Corona-Politik geäußert - und dabei vor allem Karl Lauterbach und Co. kritisiert.
Hansi Flick hat sich deutlich zur aktuellen Corona-Politik geäußert - und dabei vor allem Karl Lauterbach und Co. kritisiert. © IMAGO/Pool (Montage)
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Eine Frage nach der Berechtigung der Klub-WM und der Corona-Infektion von Thomas Müller nahm Bayern-Trainer Hansi Flick zum Anlass für einen flammenden Appell an die Politik. Er nahm die Entscheider in die Pflicht – sie müssten der Bevölkerung aus seiner Sicht dringend eine Perspektive geben.

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So hat man Hansi Flick selten gesehen! Der Trainer des FC Bayern München hat auf der Pressekonferenz am Sonntag mit ungeahnter Vehemenz auf die aktuellen politischen Entwicklungen in der Corona-Krise reagiert. Die Reise des Rekordmeisters zur Klub-WM nach Katar wurde in Anbetracht der politischen Zustände, vor allem aber auch wegen des aktuellen Lockdowns kritisiert. Für ihre Reaktionen auf den verspäteten Hinflug hatten überdies die Klub-Bosse um Karl-Heinz Rummenige sowie Ehrenpräsident Uli Hoeneß viel Gegenwind bekommen.

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Angesprochen auf die Klub-WM, bei der Thomas Müller positiv auf das Coroanvirus getestet worden war und anschließend im Privatjet zurückflog, holte Flick zu einem flammenden Appell aus. "Ich habe das verfolgt, lese das auch immer", sagte der Bayern-Coach. Vor allem die "sogenannten Experten" (Flick) wie den SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach knöpfte sich der 55-Jährige vor. Lauterbach hatte die Katar-Reise des frischgebackenen Sextuple-Gewinners scharf kritisiert. "Herr Lauterbach hat zu irgendwas immer einen Kommentar abzugeben", wütete der Münchener Trainer.

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Dann nahm Flick richtig an Fahrt auf. "So langsam kann man die sogenannten Experten nicht mehr hören", betonte er mit Blick auf die "Diskussion mit Corona". Und weiter: "Ich finde, die sogenannten Experten, die Politik sollen sich zusammensetzen und wirklich mal eine Strategie entwickeln, dass man irgendwann mal wieder Licht im Tunnel sieht. Das ist aktuell zu wenig, gerade für die Bevölkerung, für die Bürger, die nicht in der Situation sind wie wir Fußballer." Es müsse mal "was Positives" verkündet werden können, meinte der 55-Jährige.

Konkret mahnte Flick, dass die verantwortlichen Politiker ihre Entscheidungen nicht vom anstehenden Wahlkampf abhängig machen dürften. "Ich habe das Gefühl, dass jeder aus der Situation möglichst seinen Profit schlagen kann – wie kann er bei der nächsten Wahl die Prozentpunkte mehr machen", sagte der ehemalige Assistent von Bundestrainer Joachim Löw und fügte an: "Das ist weit an dem Thema vorbei, welche Aufgabe sie aktuell haben in der Politik: Wirklich gemeinsam daran zu arbeiten, dass es irgendwann mal wieder zur Normalität kommt."

Flick: "Miteinander finden"

Flick forderte, "ein Miteinander" zu finden, "um den Menschen in Deutschland und der ganzen Welt ein bisschen Zuversicht für die Zukunft zu geben, das ist momentan nicht der Fall". Explizit von seiner Kritik aus nahm der ehemalige Profi die Bundeskanzlerin. "Wer sich da nicht so wichtig nimmt, ist Kanzlerin Angela Merkel. Sie steht in der Verantwortung", erklärte Flick.

Die Sonderrolle des Fußballs im aktuellen Lockdown solle dabei nicht außer Acht gelassen werden. "Wir haben einen Sonderstatus. Wir sind in einer Blase", machte Flick deutlich. Die Teilnahme an der Klub-WM verteidigte der Coach der Bayern unabhängig von der Corona-Situation. Er sagte: "Die Reise nach Katar ist unser Job, unser Business – eine Sache, die wir machen müssen." Insgesamt habe Flick das Gefühl, dass der Wettbewerb "in Deutschland nicht so angesehen wird, wie er weltweit angesehen wird".