03. Juni 2022 / 13:50 Uhr

"Nicht einfach": Flick vor Italien-Duell über die Rückkehr in den Wettkampfmodus - Lob für Mancini

"Nicht einfach": Flick vor Italien-Duell über die Rückkehr in den Wettkampfmodus - Lob für Mancini

Roman Gerth
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Hansi Flick steht vor seinem zehnten Länderspiel als Bundestrainer. 
Hansi Flick steht vor seinem zehnten Länderspiel als Bundestrainer.  © Getty Images
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Voller Fokus, viel Lob für Roberto Mancini: Bundestrainer Hansi Flick hat sich vor dem ersten Nations-League-Spiel gegen Italien zur Gesamtbilanz nach der Trainingswoche und zum kommenden Gegner sowie dessen Trainer geäußert. Der SPORTBUZZER fasst die wichtigsten Aussagen zusammen.

Zwei Wochen lang ist die deutsche Nationalmannschaft nun schon in Vorbereitung auf die Nations League. In der ersten Woche auf Marbella ging es um den Teamspirit, die Familien waren dabei und die DFB-Stars sollten noch einmal durchatmen. Seit Dienstag schwitzten sie im Training im Adi-Dassler-Stadion von Sponsor Adidas in Herzogenaurach. Ab Samstag stehen dann in der Nations League vier Spiele in zehn Tagen an, los geht es mit dem Duell gegen Europameister Italien am Samstag (20.45 Uhr/RTL).

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Bundestrainer Hansi Flick betonte auf der Pressekonferenz einen Tag vor dem Duell mit der "Squadra Azzura", dass das Team intensiv gearbeitet habe. "Alle sind motiviert. Das hat aber gezeigt, dass es nicht einfach ist, auszuwählen", sagte der 57-Jährige am Freitag. Vor dem Spiel gegen Italien sprach Flick außerdem über...

... die Wahl der Startelf: "Es ist letztlich ein gutes Zeichen, die Qual der Wahl zu haben. Das Abschlusstraining hat es für uns Trainer nicht besser gemacht, dass wir klarer sehen. Es ist aber eine schöne Situation, die wir haben."

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... die rund dreiwöchige Wettkampfpause der Spieler: "Wir haben versucht, den Wettkampf zu simulieren. Es ist nicht einfach, wenn man länger nicht gespielt hat. Der Vorteil ist, dass wir fünf Auswechslungen haben, in Bologna wird es heiß werden. Grundsätzlich ist jeder motiviert, im ersten Spiel der Nations League das bestmögliche Ergebnis zu holen."

... Gegner Italien: "Es ist nicht so einfach, diesen Gegner genau vorauszusagen. Zum zweiten Mal leitet Roberto Mancini einen neuen Zyklus ein. Er hat viele junge Spieler, die ehrgeizig sind, was nicht unbedingt ein Vorteil für den Gegner ist. Er hat fantastische Arbeit geleistet, eine Mannschaft aufgebaut, die Europameister geworden ist. Wir alle waren Fan vom Teamgeist, auch der Art und Weise, wie sie gespielt haben. Das war bemerkenswert. Sie haben den Gegner unter Druck gesetzt, gute Optionen in der Offensive gehabt. Er hat enorme Qualität im Team, um das umzusetzen. Wir gehen mit der Einstellung ins Spiel, selbst aktiv zu sein, den Gegner unter Druck zu setzen, etwa wie gegen Holland. Wir wollen mutig agieren."

... Italiens verpasste WM-Qualifikation und Roberto Mancini: "Wir alle wissen, wie schwierig es gegen die vermeintlich kleineren Gegner ist. Wir alle waren überrascht, dass Italien ausgeschieden ist. Ich schätze ihn sehr. Es ging nun darum, ob man ihm zutraut, das zu wiederholen, was er geleistet hat, und da kann man ihm nur alles Gute wünschen. Er war ein fantastischer Spieler und ist ein fantastischer Trainer, der die EM gewonnen hat."

... die bisher meist leichteren Aufgaben seit seinem Amtsantritt: "Die Meisterschaft wird dann gewonnen, wenn man gegen die vermeintlich kleineren Mannschaften gewonnen hat. Für mich ist es eine Sache, wie man in das Spiel reingeht. Die Mannschaft hat auch gegen schlechtere Mannschaften 100 Prozent gegeben hat. Wir wollen gut vorbereitet sein."

... die Vorbereitung auf die WM: "Wir bereiten uns die ganze Zeit auf das große Event vor. Wir haben nicht im September mal geguckt, wie es so läuft. Das ist seit der ersten Sitzung klar, wo wir hin wollen. Wir wollen eine Entwicklung dorthin machen, wo Deutschland stehen sollte: zu den besten in Europa und der Welt zu gehören. Wenn die vier Spiele nun vorbei sind, müssen wir analysieren, was wir im kommenden September noch anpassen müssen."

... eine mögliche Rotation zwischen den vier Nations-League-Partien: "Wir spielen gegen Italien in Bologna, da hat es knapp 30 Grad. Nach dem Spiel sehen, wie weit alle in der Regeneration sind. Am Dienstag steht dann ein wichtiges Spiel gegen England in München an. Da schauen wir, wo wir Veränderungen vornehmen müssen."


... seine Optionen im DFB-Angriff: "Wir brauchen uns nicht zu verstecken. Im Gesamtpaket sind wir froh. Spieler auf den Positionen die variabel agieren können, das ist ein großer Vorteil. Genau wie man sich das vorstellt. Was Timo Werner angeht: Er ist fit und in einem physisch guten Zustand, was für ihn enorm wichtig ist."

... die offene Zukunft von Serge Gnabry: "Serge ist ein Spieler, der auf vielen Positionen vorne agieren kann, flexibel das Spiel gestalten kann, Stärken im Eins-gegen-Eins und im Abschluss hat. Er hat hinter Lewandowski fast immer die meisten Tore geschossen. Was ich ihm rate? Er weiß schon, dass bei Bayern München seine Buddies spielen, wo er sich wohlfühlt. Er weiß, was er an Bayern München hat. Das Wirtschaftliche steht sicher nicht allein im Fokus, sondern: Welche Entscheidung soll ich treffen? Soll ich aus der Komfortzone rausgehen? Das sind seine Überlegungen. Ich glaube nicht, dass es darum geht, wie viel Geld er verdient. Seine Zukunft ist offen. Ich wünsche mir schon, dass er bei einem Verein spielt, wo er seine Qualitäten einbringen kann, wo er sich entwickelt und weiter verbessert."