01. August 2021 / 18:07 Uhr

Kader, Termine, Veränderungen: Fragen und Antworten zum Dienstbeginn von Bundestrainer Hansi Flick

Kader, Termine, Veränderungen: Fragen und Antworten zum Dienstbeginn von Bundestrainer Hansi Flick

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Seine Amtszeit als Bundestrainer hat offiziell begonnen: Hansi Flick ist der neue DFB-Trainer. 
Seine Amtszeit als Bundestrainer hat offiziell begonnen: Hansi Flick ist der neue DFB-Trainer.  © DPA/Sven Hoppe
Anzeige

Seit Sonntag ist Hansi Flick offiziell Bundestrainer der deutschen Nationalmannschaft. Vor dem Beginn der neuen Ära im DFB-Team verkündete der ehemalige Bayern-Trainer in einer Videobotschaft seine Pläne mit der Nationalelf. Was wird er verändern? Wie sieht der Terminplan der kommenden Wochen aus? Ein Überblick.

Eine neue Zeitrechnung bei der Nationalmannschaft hat begonnen: Hansi Flick hat am Sonntag sein Amt als Bundestrainer angetreten. Er übernimmt die Nachfolge von Joachim Löw, der seinen Rücktritt nach der Europameisterschaft bereits im März diesen Jahres verkündet hatte. Vorgestellt werden soll Flick am 10. August in Frankfurt. Und auf ihn wartet eine Menge Arbeit. Nach der schwachen Europameisterschaft und dem Achtelfinalaus gegen England (0:2) muss der ehemalige Bayern-Trainer die Nationalelf wieder auf Kurs für die WM 2022 in Katar bringen. "Bundestrainer ist für mich eine Verpflichtung, eine Riesen-Verantwortung. Ich freue mich wahnsinnig drauf und werde mein Bestes geben, dass wir wieder begeisternden Fußball spielen", sagte Flick in einem Video, das der DFB am Sonntag auf seiner Homepage zum Amtsantritt veröffentlichte. Der SPORTBUZZER klärt die wichtigsten Fragen zum Dienstbeginn des neuen Bundestrainers.

Anzeige

Wann legt Flick wirklich los?

Im Hintergrund arbeitet Flick natürlich schon länger. Bereits bei der EM schaute er bei den deutschen Gruppenspielen in der Allianz Arena in München vorbei. Seinen ersten Auftritt an der Seitenlinie hat der 56-Jährige am 2. September in der WM-Qualifikation gegen Liechtenstein in St. Gallen. Drei Tage später geht es in Stuttgart gegen Armenien bevor der Quali-Hattrick am 8. September in Reykjavik gegen Island endet. Aktuell steht Deutschland nach drei Spielen mit sechs Punkten als Gruppendritter unter Zugzwang. "Wir wissen, dass wir die Qualität haben und haben müssen, diese drei Gegner schlagen. Das Ziel sind neun Punkte. Wir wollen als Erster die Gruppe überstehen", so Flick.

Was wird aus Müller und Hummels?

Löw hatte auf das Duo nach der katastrophalen WM 2018 in Russland verzichtet, sie dann für die Europameisterschaft ins Team zurückgeholt. Konkret hat sich Flick bisher zu diesen Personalien noch nicht geäußert - auch im DFB-Video nennt er keine Namen. "Klar ist, dass ich mit dem einen oder anderen Spieler schon gesprochen habe. Ich werde Anfang August noch mal mit allen sprechen und darauf einstimmen, was jetzt kommt", heißt es von Flick. Müller ist bei den Bayern unter dem Erfolgstrainer wieder aufgeblüht. Dass der neue Bundestrainer auf ihn verzichtet, ist unwahrscheinlich. Auch bei Hummels sieht alles danach auch, als ob es im DFB-Team weitergeht. "Ich habe von beiden zumindest kein negatives Signal bekommen. Sie haben sich toll integriert und die Mannschaft bei der EM mit geführt“, sagte DFB-Direktor Oliver Bierhoff zuletzt der Welt am Sonntag. "Ich gehe davon aus, dass sie uns weiterhin zur Verfügung stehen."

Was wird Flick verändern?

Unter Löw ist es der Nationalmannschaft nicht mehr gelungen, das Talent der Mannschaft auch auf den Platz zu bringen. Es gab keine Idee für das Offensivspiel, vieles war dem Zufall überlassen. Das nervte auch zunehmend die Fans, die sich immer mehr vom Team abgewendet haben. Flick kann "eine gute Atmosphäre in der Mannschaft" schaffen, so Bierhoff. "Das ist eine Erkenntnis dieser EM: Italien und England waren nicht die Teams mit den besten Einzelspielern, sondern haben einen besonderen Spirit entwickelt. Mit seiner Art kann Hansi diese Geschlossenheit wecken.“ Während Löw während des gesamtem EM-Turnier mit einer Dreierkette spielen ließ, dürfte das DFB-Team unter Flick wieder zur Viererkette zurückkehren. Diese ließ er auch meistens bei den Bayern spielen. "Der Erfolg der Nationalmannschaft steht über allem. Dass sie erfolgreich und gut Fußball spielt, ist das oberste Ziel", so Flick. "Wir wollen die Leute wieder mit einem offensiven Fußball begeistern."

Wie sieht sein Trainerstab aus?

Klar ist: Flick braucht einen neuen Torwarttrainer. Andreas Köpke hat nach 17 Jahren beim DFB Schluss gemacht. Der Posten ist noch offen. Marcus Sorg, schon unter Löw Co-Trainer bei der Nationalmannschaft, bleibt auch unter Flick im Team. Dazu kommt Danny Röhl als weiterer Assistent. Mit ihm arbeitete Flick schon beim FC Bayern zusammen. "Ein absoluter Fachmann, der meine Vorstellung und Ideen vom Fußball teilt", lobte Flick.

Setzt Flick auf Talente?

Bei den Bayern hat er Jamal Musiala gefördert, der dann sogar bei der EM dabei war. Flick hat ein gutes Händchen mit jungen Spielern, hat bei ihnen die richtige Ansprache und Spaß an der Zusammenarbeit. "Bei mir gibt es kein Alter. Es geht nur darum: Ist einer gut genug? Hat er Bock auf die Nationalmannschaft? Es muss enorme Mentalität da sein", erklärte Flick. Leverkusens Shooting-Star Florian Wirtz nannte er einen "sehr jungen, talentierten Spieler". Ihn wird man in der Zukunft wahrscheinlich häufiger in der Nationalmannschaft sehen.