20. Juni 2020 / 10:00 Uhr

Bayern-Trainer Hansi Flick erklärt seinen Führungsstil und den Einfluss von Ehefrau Silke

Bayern-Trainer Hansi Flick erklärt seinen Führungsstil und den Einfluss von Ehefrau Silke

Raimund Hinko
RedaktionsNetzwerk Deutschland
 Hansi Flick erklärt im SPORTBUZZER-Interview, wie er mit der Meisterschaft umgeht.
Hansi Flick erklärt im SPORTBUZZER-Interview, wie er mit der Meisterschaft umgeht. © Peter Schatz / Pool
Anzeige

Bayern-Trainer Hansi Flick spricht in seinem ersten Interview nach dem Gewinn der deutschen Meisterschaft über seinen Umgang mit der Mannschaft, Wertschätzung und klare Ansprache. Zudem verrät er, worüber er sich mit seiner Ehefrau Silke austauscht.

Anzeige

Hansi Flick gibt in seinem ersten Interview nach dem vorzeitigen Gewinn der deutschen Meisterschaft einen Einblick in seinen Führungsstil und verrät, wie ihm seine Ehefrau Silke bei den hohen Anforderungen des Trainerjobs beim FC Bayern hilft. "Seit über 37 Jahren kann ich mich mit ihr austauschen. Manchmal hat sie eine andere Sichtweise. Das gibt mir einen anderen Blick, das ist gut so", sagte der Coach im Gespräch mit dem SPORTBUZZER (hier geht es zum gesamten Interview).

Anzeige
Das komplette Interview mit Hansi Flick

Er tausche sich mit seiner Gattin zwar nicht über Taktik aus, vertraue aber ihren Einschätzungen bei zwischenmenschlichen Fragestellungen: "Es gibt Dinge im Innenleben einer Mannschaft, die man mit nach Hause nimmt. Das besprechen wir. Logisch. Sie will ja auch teilhaben an dem, was ich tagtäglich erlebe." Ohnehin gilt Flick, der das Traineramt bei den Bayern im vergangenen November vom entlassenen Niko Kovac zunächst auf Interimsbasis übernommen hatte und im April dann mit einem Cheftrainer-Vertrag bis 2023 ausgestattet worden war, im Umgang mit der Mannschaft als äußerst empathisch. Er setzt auf Eigenschaften wie Respekt, Loyalität und Sozialkompetenz.

Bayern-Trainer Flick: Erfolg entsteht nur im Team

Flick erklärt: "Meine Wertschätzung genießen alle, die Qualität vorzuweisen haben. Ob Spieler, Trainerkollegen, der Staff rundherum. Physios, Ärzte, Medienabteilung, Köche. Ich als Trainer darf mir nicht anmaßen, dass ich alles besser weiß. Wenn ich mich mit Experten unterhalte, erweitere ich auch mein Wissen. Das ist die Basis für den Erfolg." Eine zu große Fokussierung auf den Trainer und dessen taktische Vorgaben lehne er folglich ab: "Der Fußball steht auf mehreren Säulen. Die Taktik ist dabei elementar. Mir wird das allerdings zu sehr auf eine Person, den Trainer, fokussiert. Im Teamsport kannst du nur erfolgreich sein, wenn du als Team zusammenarbeitest."



Hansi Flick: Die Bilder seiner Karriere

Hansi Flick hat mit dem FC Bayern München in anderthalb Saisons sieben Titel gewonnen und wird nun neuer Bundestrainer. Der frühere Co-Trainer von DFB-Coach Joachim Löw hat eine bewegte Karriere im Profifußball hinter sich. Der <b>SPORT</b>BUZZER zeigt die Laufbahn Flicks in Bildern. Zur Galerie
Hansi Flick hat mit dem FC Bayern München in anderthalb Saisons sieben Titel gewonnen und wird nun neuer Bundestrainer. Der frühere Co-Trainer von DFB-Coach Joachim Löw hat eine bewegte Karriere im Profifußball hinter sich. Der SPORTBUZZER zeigt die Laufbahn Flicks in Bildern. ©

Dabei müsse "das Miteinander vorgelebt werden, genauso wie die Wertschätzung". Bildlich beschreibt er: "Man sollte auch andere in die Sonne stellen, damit sie Strahlen abbekommen." Dass schlitzohrige Spieler diese Einstellung zu ihrem Vorteil nutzen könnten, befürchtet der 55-Jährige nicht: "Ich habe einiges an Lebenserfahrung, habe alles mitgemacht. Ich weiß, wie man Spieler anzupacken hat, ab und zu mal Tacheles reden muss. Auch das ist wichtig. Bei Topstars, aber auch bei Talenten, die vom Campus kommen. Dass diese auch bei der U23 das zeigen, was wir tagtäglich bei den Profis sehen wollen. Da ist Mentalität gefordert."

Flick: Unangenehmes äußern? Kann ich!

Welche Einstellung dies sein soll, bringt Flick in zwei Worten auf den Punkt: "ICH WILL! Keine Träumereien, was in drei, vier Wochen passiert. Das Hier und Jetzt ist entscheidend." Seine empathische Grundeinstellung will er in keinem Fall missverstanden wissen: "Die Spieler müssen wissen, was du von ihnen erwartest. Unangenehmes zu äußern ist ein Ding, das ich durchaus kann."

Tipp: Die komplette SPORTBUZZER-Berichterstattung zur EM 2021 findest Du auch in der superschnellen EM-App von Toralarm. Und folge gerne @sportbuzzer auf Instagram!