26. August 2020 / 07:19 Uhr

Happy Birthday! IceFighters Leipzig feiern ihren zehnten Geburtstag

Happy Birthday! IceFighters Leipzig feiern ihren zehnten Geburtstag

LVZ
Leipziger Volkszeitung
Die Spielzeit 2017/2018 war die letzte Saison der Icefighters im Eishockeyzelt in Taucha.
Die Spielzeit 2017/2018 war die letzte Saison der Icefighters im Eishockeyzelt in Taucha.
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Der 26. August ist der große Tag: Die IceFighters Leipzig feiern den zehnten Jahrestag ihrer Vereinsgründung – eigentlich Anlass für eine große Party. Aber den Verantwortlichen ist im Moment nicht nach Feiern zumute. Das liegt an Corona, aber vor allem an der existenziellen Frage nach der Spielstätte.

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Leipzig. Die letzten zehn Jahre waren zehn turbulente Jahre. Weil im Eishockey ein Statistik eine große Rolle spielt, Statistisches vorneweg: Zehn Jahre Icefighters bedeuten 1710 Tore, 216 Siege, 82 Spieler aus 8 Nationen, 5 Trainer, 3 verschiedene Locations und 2 Titelgewinne. Gegründet am 26. August 2010 stürzten sich drei eishockeyverrückte Geschäftsführer in eine ungewisse Zukunft. Das Ziel: Eishockey in Leipzig wieder zum Leben zu erwecken und in eine erfolgreiche Zukunft zu führen. Noch ahnte damals keiner, auf was für eine Achterbahnfahrt Sie sich da einlassen würden.

Icefighters hieß Eishockey in einem Zelt

„Wir haben die Icefighters damals als eine Art Notlösung gegründet. Die Blue Lions waren insolvent, doch wir wollten das Eishockey in Leipzig nicht begraben“, erzählt uns André Krüll, Geschäftsführer der ersten Stunde. Der Startpfiff fiel damals in der Messehalle 6 an der alten Messe in Leipzig. Die Euphorie war groß, doch schon nach zwei Jahren sollte dort wieder Schluss sein. Die Messehalle wurde abgerissen und die Icefighters standen trotz erfolgreicher Saison ohne Spielstätte da. Die Nerven aller wurden auf eine harte Probe gestellt. „Es waren schwierige Zeiten. Doch wir haben schon damals gemerkt, dass sowohl Fans als auch Sponsoren hinter uns stehen und an uns glauben.“, so Krüll weiter.

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Das Mannschaftsfoto 2010/2011 Zur Galerie
Das Mannschaftsfoto 2010/2011 ©

Aus einer Schnapsidee heraus wurde die Idee eines Eishockeyzeltes geboren. Innerhalb kürzester Zeit wurde auf einer großen Freifläche in Taucha ein überdimensionales Zelt aufgebaut, Tribünen reingestellt und eine Eisfläche erschaffen. Die IceFighters hatten eine neue Spielstätte. „Die Stimmung im Zelt in Taucha wurde Kult. Wöchentlich brachten die Fans die außergewöhnliche Location zum Beben. Die Jahre im Eiszelt waren ein einmaliges Erlebnis, an welches wir uns sehr gerne zurückerinnern“, schwärmt André Krüll. Doch in Bezug auf eine langfristige Spielstätte schien nie wirklich Ruhe einkehren zu wollen.

Trotz zweier erfolgreicher Spielsaisons 2013 und 2014, in denen die Mannschaft sogar jeweils den Meistertitel der Oberlioga Ost holte, wurde schnell klar, dass das Zelt keine dauerhafte Lösung sein würde. 2016 stand das Zelt dann vor dem Aus: 200 000 Euro fehlten und mussten innerhalb kürzester Zeit aufgetrieben werden. Die IceFighters bewiesen auch da Kampfgeist. Sven Gerike, seit 2015 Headcoach bei den Icefighters, rief eine Crowdfundingaktion ins Leben. Nach knapp zwei Wochen – mit viel Hoffen und Bangen – endete die Spendenaktion erfolgreich. Es konnte wieder weitergehen.

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Die Saison 2017/2018 verlief unerwartet erfolgreich, die Icefighters kämpfen sich damals bis ins Viertelfinale der Playoffs. Doch das Aus der Saison hieß auch das Aus im Zelt. Es stand endgültig fest, dass es keine weitere Saison im Eiszelt in Taucha geben würde. Die Icefighters standen wieder einmal ohne Spielstätte da.

„Wir müssen jetzt wieder die Kräfte bündeln“

Nach langem hin und her, Gesprächen, Rückschlägen, aber auch Lichtblicken vermeldeten die IceFighters dann im Juli 2018, dass Sie eine neue Heimat in Leipzig gefunden haben – den Kohlrabizirkus! „Wir haben bis wenige Stunden vor der Eröffnungsfeier gearbeitet, damit für die Einweihung der neuen Heimat der Icefighters alles perfekt ist. Ohne den Support unserer Fans und Partner hätten wir das niemals in dieser kurzen Zeit geschafft. Wir wissen, dass wir eine einzigartige Gemeinschaft hinter uns haben“, erinnert sich André Krüll.

Mit dem Umzug nach Leipzig und dem Einzug in den Kohlrabizirkus rückten die Eiskämpfer auch mehr in den Fokus der Öffentlichkeit. Die Zahl der Zuschauer und auch die Anzahl der Sponsoren wuchs. Einer langjährigen Zukunft sollte nichts im Wege stehen. Doch nach gerade einmal zwei Jahren im Kohlrabizirkus gibt es schon wieder Ärger um die Heimspielstätte der Icefighters. „Auch jetzt müssen wir wieder kämpfen und unsere Kräfte bündeln. Trotz der aktuell schwierigen Situation blicken wir positiv in die Zukunft – wir haben noch Großes vor“, verrät Coach Sven Gerike.