19. März 2020 / 10:57 Uhr

Happy End bei Darts-Tour: Hannover-Profi Siepmann zwischen Corona-Chaos und Vaterfreuden

Happy End bei Darts-Tour: Hannover-Profi Siepmann zwischen Corona-Chaos und Vaterfreuden

Jonas Freier
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Hannovers Darts-Profi Steffen Siepmann hat erst mal Pause.
Hannovers Darts-Profi Steffen Siepmann hat erst mal Pause. © Michael Wallmüller
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Nun ruht auch eine der letzten Sportarten wegen des Coronavirus. Darts wurde noch bis zum Ende der letzten Woche gespielt. Profi Steffen Siepmann aus Hannover hat nun auch erst mal Pause und darf sich voll und ganz seiner Familie und seiner frisch geborenen Tochter widmen.

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Das Coronavirus lässt den Sport ruhen, nun pausieren auch die Darts-Profis. Ein spätes Einsehen. Noch in der vergangenen Woche waren in England Pfeile geworfen worden, als gäbe es das Virus überhaupt nicht. Jüngst teilte Verbandsboss Barry Hearn, der auch für Snooker zuständig ist, einen Tweet, in dem ein User meinte, dass es mehr „als einen gehypten Virus brauche“, um Zuschauer beim Snooker zu verhindern. „Das ist die richtige Einstellung“, kommentierte Hearn. Nun ja.

Steffen Siepmann (33) ist Teil der populären Darts-Familie. Der Hannoveraner hatte sich Mitte Januar beim Qualifikationsturnier in Hildesheim die Tourkarte für die PDC (Professional Darts Corporation) gesichert, die ihn im Optimalfall bis zur WM führen kann. Für Siepmann waren die ersten Wochen ein Abenteuer. Am vorläufigen – glücklichen – Ende stand die Geburt seiner Tochter Elfie.

Darts-Profi Steffen Siepmann hat sich eine der begehrten Tourkarten der PDC erspielt.
Darts-Profi Steffen Siepmann hat sich eine der begehrten Tourkarten der PDC erspielt. © Michael Wallmüller
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"Kinder sind die beste Ablenkung"

Ehe Siepmann seine Tochter in die Arme schließen konnte, musste er noch vom Champion-ship-Turnier im englischen Barnsley zurückkehren. „Ich stand am Flughafen und habe gehofft, dass meine Frau so lange durchhält. Um 13.15 Uhr kam die Kleine zur Welt, aber mein Flug ging erst um 14.45 Uhr.“ Siepmann ist ein Familienmensch. Er und seine Verlobte Magdalena (37) haben schon drei Kinder, Elfie ist das vierte. „Die Kinder sind zu Hause die beste Ablenkung. Dann schalte ich komplett ab vom Dartsspielen.“ Dazu hat er jetzt erstmal eine Weile Zeit.

Anders als in vielen anderen Sportarten war die Tour der Darts-Profis trotz der Coronavirus-Pandemie fortgesetzt worden. Der Weltverband PDC nutzte dabei auch seine sogenannten „Players Championship Turniere“, die ohnehin ohne Zuschauer ausgetragen werden. „Jeder darf nur zwei Personen mit reinnehmen, die meisten nehmen ihre Frau mit rein. Sorgen um seine Gesundheit muss man sich eher auf den Reisen, am Flughafen machen“, erklärt Siepmann. Nun aber ist erst mal Pause. die kommenden European-Tour-Turniere in Sindelfingen (29. bis 31. Mai), München (31. Juli bis 2. August) und Leverkusen (7. bis 9. August) mussten neu terminiert werden.

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Ohne Sponsor geht es nicht

Für Sindelfingen hat sich Siepmann qualifiziert, bei den UK Open kam er bis in die dritte Runde, da gab es ein Preisgeld von 1000 Pfund. Für Leverkusen hat er die Qualifikation am vergangenen Wochenende in Barnsley auch geschafft, für München leider nicht.

6500 Pfund hat Siepmann bisher als Darts-Profi verdient. „Ohne meinen Sponsor würde ich es nicht schaffen, die Turniere in England zu spielen.“ Der Weltmeister bekommt 500 000 Pfund.

Vor der Beginn der Tour stand Siepmann in der Weltrangliste auf Platz 156, inzwischen hat er sich auf Rang 131 verbessert. Die besten 50 qualifizieren sich für die WM. Das ist noch ein weiter Weg. Und in diesen Zeiten vor allem ein ungewisser.

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