25. August 2021 / 21:00 Uhr

Harmlos in allen Bereichen: Havelse geht gegen Türkgücü München unter

Harmlos in allen Bereichen: Havelse geht gegen Türkgücü München unter

Alexander Flohr
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Ratlose Geischter beim TSV Havelse.
Ratlose Geischter beim TSV Havelse. © Florian Petrow
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Der TSV Havelse verliert auch am 5. Spieltag und muss sich Türkgücü München mit 0:3 (0:2) geschlagen geben. Die Garbsener waren über 90 Minuten absolut chancenlos unterlegen. Der TSV bleibt somit punktlos Schlusslicht der 3. Liga.

Er habe keine Lust mehr auf Schulterklopfer, die er nach Niederlagen für einen immerhin guten Kampf bekommt, sagte Havelses Trainer Rüdiger Ziehl vor dem Drittligaspiel gegen Türkgücü München am Mittwoch. Statt aufmunternden Worten muss der Coach aber diesmal mit seinen Spielern in die Kritik gehen. Beim 0:3 (0:2) ging der TSV in der ersten Halbzeit völlig unter, nach dem Seitenwechsel konnte das Team zumindest ein wenig dagegen halten. Am Ende überwiegt aber eine Harmlosigkeit in allen Bereichen.

Schon früh ging Havelse in Rückstand. In der 6. Minute spielte der Gast aus München eine Ecke kurz, legte dann zurück ins Halbfeld, wo Moritz Kuhn frei auf Torschütze Petar Sliskovic flanken konnte. Der Stürmer brauchte nur noch einnicken, weil sich TSV-Kapitän Tobias Fölster beim hohen Ball völlig verschätzte.

Bilder vom Spiel der 3. Liga zwischen dem TSV Havelse und Türkgücü München

Havelses Niklas Teichgräber im Kampf um den Ball. Zur Galerie
Havelses Niklas Teichgräber im Kampf um den Ball. ©

Havelse ließ alles vermissen

Türkgücü blieb überlegen, ließ Havelse überhaupt nicht ins Spiel kommen. Knapp eine Viertelstunde nach dem 0:1 musste Torhüter Norman Quindt ein zweites Mal hinter sich greifen. Diesmal verlor Angreifer Yannik Jaeschke den Ball an der Seitenlinie, Türkgücü bestrafte dies schnell, spielte in den Strafraum, wo Kuhn nur noch einschieben musste (22.).

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Das Team von Ziehl ließ alles vermissen, was es in den vergangenen Wochen stark gemacht hatte. Nur selten kam die Truppe in die Zweikampfduelle, zweite Bälle gewann fast ausnahmslos der Gast. Für Entlastung sorgte auch nicht die umgebaute Offensive. Julius Langfeld rückte ins Sturmzentrum, sollte mit seiner Geschwindigkeit in Szene gesetzt werden – den ersten langen Ball für ihn gab es allerdings erst in der 59. Minute, als Zugang Kianz Froese in die Tiefe durchsteckte. Langfeld traf den Pfosten und hatte damit die beste und einzige echte Chance für Havelse.

"Anders kannst du gegen eine solche Mannschaft nichts verhindern"

96-Ikone Dieter Schatzschneider schaute sich die Partie von außen an, kritisierte den Aufsteiger hart. „Es ist eine Demonstration. Havelse muss nicht die symphathischte Mannschaft der 3. Liga werden, sondern sie müssen zusehen, dass sie arbeiten, laufen und eng am Mann sind“, sagte er schon in der Halbzeit und ergänzte: „Anders kannst du gegen eine solche Mannschaft nichts verhindern.“

Mit der Hereinnahme von Fynn Lakenmacher in der Halbzeit und der Umstellung, dass Langfeld auf die Seite zieht, konnte der TSV zumindest dagegenhalten, ließ nicht mehr allzu viel zu. Das aber auch, weil die Münchner nicht mehr das hohe Tempo aus der ersten Hälfte gingen.


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Havelse kann noch aktiv werden

Den Schlusspunkt setzten wieder die Gäste. Und wieder mal lud Havelse zum Toreschießen ein. Diesmal verlor Innenverteidige Niklas Tasky den Ball an Türkgücü-Spieler Eric Hottmann, der weiter in die Mitte legte. Dort musste Albion Vrenezi nur noch den Ball ins leere Tor schieben (80.).

Ziehl und sein Team verlieren diesmal mehr als verdient, waren über 90 Minuten absolut chancenlos. Was vor allem gefehlt hatte, war der nötige Biss und die Ideen nach vorn. In den nächsten Tagen bis zum Transferschluss am 31. August könnte der Klub nun noch einmal aktiv werden, um die Qualität im Kader zu erhöhen.