26. Oktober 2019 / 17:24 Uhr

Harmlos vor dem Tor, kein Aufbäumen: RB Leipzig blamiert sich gegen kämpferische Freiburger

Harmlos vor dem Tor, kein Aufbäumen: RB Leipzig blamiert sich gegen kämpferische Freiburger

Anton Zirk
Leipziger Volkszeitung
Lukas Klostermann im Kopfballduell mit Lucas Holer.
Lukas Klostermann im Kopfballduell mit Lucas Holer. © Getty Images
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In der Bundesliga klappt es im Moment einfach nicht. Auch im Breisgau können die Messestädter die aktuellen Probleme vor dem Tor nicht lösen, unterliegen unnötig 1:2 (0:1) und verlieren weiter Boden zur Spitzengruppe der Bundesliga.

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Freiburg. RB Leipzig bleibt auch im vierten Bundesliga-Spiel in Folge sieglos. Beim diszipliniert und effizient auftretenden SC Freiburg unterlag die vor allem Abschluss unglückliche Mannschaft von Julian Nagelsmann am Samstag mit 1:2 (0:1). Nicolas Höfler hatte den Sportclub kurz vor dem Pausenpfiff in Führung gebracht. Nils Petersen machte kurz vor Schluss den Deckel drauf. Lukas Klostermanns Anschlusstreffer nach einer Nkunku-Ecke kam zu spät für die erhoffte Aufholjagd.

DURCHKLICKEN: Bilder zur 1:2-Niederlage von RB Leipzig beim SC Freiburg

So hatten sich RB Leipzig die Auswärtsfahrt nicht vorgestellt. Am 26. Oktober unterliegt die Nagelsmann-Elf beim SC Freiburg mit 1:2. Zur Galerie
So hatten sich RB Leipzig die Auswärtsfahrt nicht vorgestellt. Am 26. Oktober unterliegt die Nagelsmann-Elf beim SC Freiburg mit 1:2. ©

Julian Nagelsmann vertraut im Angriff erneut auf Ademola Lookman. Yussuf Poulsen muss wie schon gegen Zenit St. Petersburg auf der Bank Platz nehmen. Konrad Laimer bekommt nach einer bärenstarken Leistung in der Champions League eine Pause. Von Beginn an dabei sind Amadou Haidara, Diego Demme und der genesene Marcel Halstenberg.

Freiburg mit dem besseren Start

Der Nationalspieler sorgt auch direkt für den ersten Aufreger im Spiel, als er an der Mittellinie Lucas Höler etwas übermotiviert in die Parade fährt. Schiedsrichter Harm Osmers belässt es bei einer Ermahnung. Höler kann weitermachen und steht kurz darauf erneut im Mittelpunkt, als er mit einem Steilpass in den Bullen-Strafraum geschickt wird. Dayot Upamecano kommt gerade so hinterher, stört den Angreifer beim Abschluss leicht und verhindert so Schlimmeres.

DURCHKLICKEN: Die RB-Elf in Freiburg in der Einzelkritik

(1) Peter Gulacsi: Bekommt in der ersten Halbzeit einen Ball aufs Tor - und der ist drin. Nach dem Wechsel mit zwei Top-Paraden. Note 2. Zur Galerie
(1) Peter Gulacsi: Bekommt in der ersten Halbzeit einen Ball aufs Tor - und der ist drin. Nach dem Wechsel mit zwei Top-Paraden. Note 2. ©

Die erste Leipziger Chance lässt knapp zehn Minnten auf sich warten. Timo Werner geht auf rechts bis zur Grundlinie und spielt flach in den Sechzehner. Da taucht plötzlich Kapitän Willi Orban auf, kann den Ball aber nicht im Kasten unterbringen. Nachdem die Freiburger mit viel Schwung und Zug aufs Tor ins Spiel gekommen waren, setzt sich nun RB mit schnellem Kombinationsspiel immer mehr in der gegnerischen Hälfte fest.

Wenig Torchancen

Bis in Tornähe kommen die Leipziger aber trotz drückender Überlegenheit zu selten. Die Nagelsmann-Elf versucht es deshalb auch immer wieder mit Distanzschüssen. Freiburg hält tiefstehend und mit langen Bällen dagegen. Schon früh ist die Partie für Luca Waldschmidt beendet. Der Angreifer verletzt sich bei einem Zweikampf im Mittefeld und wird von Nils Petersen ersetzt. Den ganz großen Druck kann in der Folge weder RB noch Freiburg aufbauen.

Kurz vor dem Pausenpfiff trifft der SCF dennoch zur Führung. Christian Günter schlägt von links eine Flanke in den Strafraum, der bei Lucas Höler landet. Der Abschluss wird noch geblockt, doch der Ball landet über Umwege beim völlig freistehenden Nicolas Höfler, der das Spielgerät über die Linie drückt. Mit 0:1 geht es in die Pause.

Doppelwechsel bei RB

Den besseren Start erwischt wieder der Sportclub. Im Sprint-Duell auf der Außenbahn weiß sich Upamecano gegen den auffälligen Höler nur mit einem Foul zu helfen und sieht gelb. Leipzig tut sich mit der diszipliniert auftretenden Freiburger Defensive und den geradlinigen Kontern nun noch schwer. In Minute 56 reagiert Nagelsmann, bringt Christopher Nkunku für Marcel Sabitzer. Auch für Emil Forsberg ist kurz darauf Schluss. Yussuf Poulsen kommt für den Schweden.

DURCHKLICKEN; Die Stimmen zum Spiel in Freiburg

Lukas Klostermann (RB Leipzig): Letztendlich war es heute eine verdiente Niederlage. Wir haben es nicht geschafft, die optische Überlegenheit in Tore umzumünzen. Gerade in der ersten Halbzeit waren wir in letzter Instanz nicht torgefährlich genug. Ich denke nicht, dass es ein Kraftproblem war. Wir haben einen großen Kader. Eigentlich waren wir bisher in keinem Spiel die wirklich schlechtere Mannschaft. Das bringt aber nix, wenn die Ergebnisse nicht stimmen. Zur Galerie
Lukas Klostermann (RB Leipzig): "Letztendlich war es heute eine verdiente Niederlage. Wir haben es nicht geschafft, die optische Überlegenheit in Tore umzumünzen. Gerade in der ersten Halbzeit waren wir in letzter Instanz nicht torgefährlich genug. Ich denke nicht, dass es ein Kraftproblem war. Wir haben einen großen Kader. Eigentlich waren wir bisher in keinem Spiel die wirklich schlechtere Mannschaft. Das bringt aber nix, wenn die Ergebnisse nicht stimmen." ©

Den Roten Bullen fehlt es aber auch weiterhin an Schwung. Immer wieder landet der mögliche letzte Pass vor dem Strafraum bei den Freiburgern. Nagelsmann setzt deshalb noch mehr auf offensive Impulse, bringt nach 70 Minuten Matheus Cunha für Timo Werner.

Freiburg angriffslustig

Doch statt Chancen für RB sehen die Zuschauer im ausverkauften Schwarzwald-Stadion weiter Nadelstiche vom Sportclub. Eine Viertelstunde vor dem Ende ist plötzlich Christian Günter auf links frei durch. Bei seinem strammen Abschluss muss ich Gulacsi ganz lang machen, um den Ball ins Toraus zu lenken.

Die Roten Bullen hängen sich in den letzten verbleibenden Minuten spürbar rein und versuchen sich weiter mit anspruchsvollen Kombinationen zum Ausgleich zu spielen. Doch der Ball will an diesem Tag nicht rein. Stattdessen macht Nils Petersen den Deckel drauf. Der Joker wird zum Konter geschickt, läuft frei auf Gulacsi zu und bleibt beim 0:2 eiskalt.

Lukas Klostermann gelingt zwar nach einer Ecke von Christopher Nkunku noch der 1:2-Anschluss. Für eine Aufholjagd ist es aber zu spät. RB kassiert die zweite Niederlage der Bundesliga-Saison. Bereits am Mittwoch geht es weiter. In der zweiten Runde des DFB-Pokals wartet das Auswärtsspiel beim VfL Wolfsburg.

RBL: Gulacsi – Halstenberg, Orban, Upamecano, Klostermann, Sabitzer (56. Nkunku), Forsberg (60. Poulsen), Demme, Haidara, Lookman, Werner (70. Cunha)

SCF: Flekken, Lienhart, Schmid, Höler, Waldschmidt (30. Petersen), Haberer, Heintz, Koch, Höfler (68. Schlotterbeck), Günter, Tempelmann (33. Grifo)

Zuschauer: 24.000 (ausverkauft)

Tore: 1:0 Höfler (45.), 2:0 Petersen (90.), 2:1 Klostermann (90. +1)