05. Dezember 2022 / 08:24 Uhr

Mehr als nur ein Mittelstürmer: Die titelreife Entwicklung von England-Kapitän Harry Kane

Mehr als nur ein Mittelstürmer: Die titelreife Entwicklung von England-Kapitän Harry Kane

Hendrik Buchheister
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Harry Kane traf im Achtelfinale gegen Senegal erstmals bei der WM in Katar. 
Harry Kane traf im Achtelfinale gegen Senegal erstmals bei der WM in Katar.  © Getty Images
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Harry Kane beendete gegen Senegal im Achtelfinale seine Tor-Flaute bei der WM in Katar. Der Treffer kam zur rechten Zeit und lässt ganz England träumen. Doch es sind längst nicht mehr nur seine Vollstrecker-Qualitäten, die den Kapitän für die "Three Lions" unverzichtbar machen. 

Harry Kane war schonmal WM-Torschützenkönig, doch das reichte dem kritischen Publikum in England nicht. Beim Turnier in Russland vor vier Jahren gewann er die Krone für den besten Schützen mit sechs Treffern. Das Problem war, dass er einen Großteil der Tore in der Vorrunde gegen C-Klasse-Gegner geschossen hatte: zwei gegen Tunesien, drei gegen Panama. Er traf dann noch im Achtelfinale gegen Kolumbien, danach tauchte Englands Kapitän und Schlüsselspieler als Torschütze ab.

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Dass die Engländer im Halbfinale an Kroatien scheiterten und am Ende auf dem enttäuschenden vierten Platz landeten, wurde auch mit Kanes Torflaute in den wirklich wichtigen Spielen begründet. Obwohl er WM-Torschützenkönig wurde, war er ein Verlierer.

Für einen Torjäger ist es nicht nur wichtig, dass er Tore schießt, sondern auch wann, in welchen Spielen. In Katar trat Kane in der Vorrunde nicht als Torschütze in Erscheinung, dafür war er wichtig als Vorbereiter mit drei Vorlagen. Kane hat sich entwickelt, von einem klassischen Mittelstürmer zu einem Spieler, der sich zurückfallen lässt, seine Mitspieler in Szene setzt, für die Mannschaft spielt.

Auch bei der EM traf Kane erst in der K.o.-Runde

Sein wichtigster Job bleibt aber der Torabschluss. In dieser Disziplin war er beim 3:0-Erfolg im Achtelfinale gegen den Senegal zum ersten Mal erfolgreich. Es ist eine Erlösung für England, dass Kane rechtzeitig zur heißen Phase der WM in Katar nun seine Torflaute beendet hat. Im Viertelfinale gegen Weltmeister Frankreich wird es auf seine Treffer ankommen.

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Als Beispiel für das Turnier in Katar könnte die EM im vergangenen Jahr dienen. Auch da blieb Kane in der Vorrunde ohne Tor, die englische Öffentlichkeit wurde schon panisch – dann schoss er seine Mannschaft mit insgesamt vier Treffern gegen Deutschland (Achtelfinale), Ukraine (Viertelfinale) und Dänemark (Halbfinale) ins Endspiel, wo es eine Niederlage gegen Italien gab. Auch in Katar ist das Finale das Ziel, diesmal mit einem besseren Ende.

Harry Kane ist Englands wichtigster Mann, ein kompletter Stürmer. Er bereitet Tore vor und trifft selbst. Und anders als noch bei der WM 2018 trifft er mittlerweile, wenn es drauf ankommt. Beste Voraussetzungen für ein erfolgreiches Turnier.

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