17. September 2021 / 16:31 Uhr

Hart aber fair: Concordia Delitzsch peilt zweiten Sieg im zweiten Spiel an

Hart aber fair: Concordia Delitzsch peilt zweiten Sieg im zweiten Spiel an

Ulrich Milde
Leipziger Volkszeitung
Niklas Prautzsch vom NHV Delitzsch (Nr. 10) will wie zum Auftakt wirkungsvoll Verantwortung übernehmen.
Niklas Prautzsch vom NHV Delitzsch (Nr. 10) will wie zum Auftakt wirkungsvoll Verantwortung übernehmen. © Alexander Prautzsch
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Nach dem Auftaktsieg soll für den NHV nun der zweite folgen. Dabei soll Kapitän Niklas Prautzsch Concordia Delitzsch zum Erfolg gegen Freiberg antreiben.

Delitzsch. Das Lob kommt aus berufenem Munde. „Er ist vorbildlich als Mannschaftskapitän vorangegangen.“ So beurteilt Sven Griehl, Co-Trainer des Handball-Oberligisten NHV Concordia Delitzsch, die Leistung von Niklas Prautzsch zum Saisonauftakt am vergangenen Wochenende. Maßgeblich angetrieben durch den sechsfachen Torschützen siegten die Nordsachsen gegen den HC Aschersleben mit 25:20.

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Damit jetzt am Samstag, im Heimspiel gegen die HSG Freiberg (Anpfiff: 19 Uhr in der Delitzscher Mehrzweckhalle), der zweite doppelte Punktgewinn nacheinander eingefahren wird, ist erneut eine Top-Leistung des 24-Jährigen erforderlich. Immerhin haben die Gäste ihr Auftaktspiel in Wittenberg mit 23:16 gewonnen. „Dadurch werden sie mit viel Selbstvertrauen bei uns antreten“, vermutet NHV-Chefcoach Jan Jungandreas.

Gemeinsam mit Daniel Sowada und Marius Harig machte Prautzsch gegen Aschersleben den Ausfall von Max Amtsberg und Tobias Karl im linken Rückraum wett. Beide werden auch gegen Freiberg nicht dabei sein. „Ich versuche, mich immer einzubringen und Verantwortung zu übernehmen“, beschreibt Prautzsch seine Spielweise. Das heißt: Er gibt auf dem Feld 100 Prozent, lässt sich auch von harten Attacken nicht einschüchtern. Im Übrigen habe es sich gegen Aschersleben um „eine Super-Mannschaftsleistung“ gehandelt, sagt Prautzsch, „jeder hat seine Stärken eingebracht“.

Um die vorderen Plätze mitspielen

Freiberg schätzt er als schweren Gegner ein, gegen den die Concorden mit einer geschlossenen Leistung wie vor einer Woche Punkte holen können. „Wir müssen wieder versuchen über eine gute Abwehr in das Tempospiel zu kommen und vor allem die Fans im Rücken mitnehmen.“ Jungandreas ergänzt, Freiberg zeichne sich durch Tempospiel aus. Dazu bevorzuge der Gast eine offensivere Deckung, „was von uns wieder ein genaues und präzises Angriffsspiel verlangt.“

Respekt vor dem Gegner hat auch HSG-Trainer Alexander Matschos. Delitzsch werde wieder um die vorderen Plätze mitspielen, da das Team einen „guten Mix aus erfahrenen Hasen und jungen Spielern“ habe. Sicherlich wiege es schwer, dass Top-Torschütze Frank Grohmann den Verein verlassen habe. „Aber so kann sich die Last auf mehrere Schultern verteilen und Delitzsch wird unberechenbarer für die Gegner.“

Zudem habe der NHV in der Abwehr mit Thomas Oehlrich eine richtige Kante dazubekommen, den es erstmal zu überwinden gelte. „Er ist trotz seines Alters noch topfit und ich erinnere mich gerne an unsere früheren Duelle auf dem Spielfeld – hart aber fair“, sagt Matschos.


Ausgeglichene Liga

Das Saisonziel seiner Mannschaft laute, unter die Top fünf zu kommen. „Alles andere wäre illusorisch.“ Viel wichtiger sei, dass der Verein sich finanziell stabilisiere, da die Pandemie „nicht spurlos an uns vorbeigegangen ist“. Die Corona-Hilfen für die Amateurvereine hätten sich in Grenze gehalten. Dazu kämen noch die fehlenden Zuschauer-Einnahmen für einen langen Zeitraum. Auf diese seien (fast) alle Mannschaften in der Oberliga angewiesen.

Matschos hofft für alle Klubs, dass sie möglichst ohne schwerere Verletzungen durch die Saison kommen. „Eine so lange Handball-Pause hat noch kein Spieler gehabt und der Körper muss die spezifischen Bewegungen erst wieder adaptieren.“ Einen klaren Meisterschaftsfavoriten gibt es aus Sicht von Matschos nicht. Die Liga sei noch ausgeglichener als in den Vorjahren. Neben Delitzsch und Freiberg erwartet er Blankenburg, Halle und Köthen auf den vorderen Plätzen. „Gegen Freiberg waren das immer Spiele auf Augenhöhe“, sagt Jungandreas. Folglich verspreche die Begegnung „wieder viel Spannung für die Zuschauer“. Für sie besteht wieder Maskenpflicht.