03. Mai 2021 / 20:08 Uhr

Härtel vor Topduell: Es wird zur Sache gehen

Härtel vor Topduell: Es wird zur Sache gehen

Stefan Ehlers
Ostsee-Zeitung
Zwei Männer, ein Ziel: Hansa-Torjäger John Verhoek und Trainer Jens Härtel wollen mit dem Koggenklub in die 2. Liga.
Zwei Männer, ein Ziel: Hansa-Torjäger John Verhoek und Trainer Jens Härtel wollen mit dem Koggenklub in die 2. Liga. © LUTZ BONGARTS
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Es ist angerichtet: Mit dem Topspiel des Tabellenzweiten Hansa Rostock gegen Verfolger Ingolstadt wird der Endspurt in der 3. Liga eingeläutet. Mit einem Sieg könnte der FCH die Tür zur 2. Bundesliga weit aufstoßen.

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​Unfreiwilliger Rollentausch für den FC Hansa Rostock. Mit einem 2:0-Auswärtserfolg im Nachholspiel gegen Uerdingen hat Dynamo Dresden dem Koggenklub die Tabellenführung entrissen. Hansa startet somit als Zweiter ins vierteilige Restprogramm der 3. Liga.

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Ob Jäger oder Gejagter – für Trainer Jens Härtel spielt das keine Rolle. „Für uns hat das keine Vor- oder Nachteile.“ Es sei klar gewesen, dass die Sachsen zurück in die Spur finden, meinte der 51 Jahre alte Fußballlehrer. Er schaue ohnehin nicht auf die Mitkonkurrenten, versichert Härtel. „Wir müssen unseren Job machen. Wenn wir den nicht machen, brauchen wir nicht auf die anderen Plätze zu schauen. Dann wird es am Ende nicht reichen.“

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Vier Runden vor Saisonende hat der FCH im Aufstiegsrennen alle Trümpfe in der Hand. Die Rostocker sitzen mit 65 Zählern den punktgleichen Dresdnern im Nacken. „Das ist eine gute Ausgangsposition“, meint Härtel. „Wenn uns das jemand vor ein paar Monaten gesagt hätte, dass wir mit zwei Punkten Vorsprung auf Ingolstadt Zweiter sind, hätten wir das alle unterschrieben.“

Mit einem Sieg im Topspiel am Dienstagabend gegen den direkten Verfolger (19 Uhr, Ostseestadion) könnte die Härtel-Elf für eine Vorentscheidung sorgen und die Rückkehr in die 2. Liga womöglich schon am Sonnabend gegen Zwickau perfekt machen. Im Falle einer Niederlage rutscht Hansa auf den Relegationsplatz.

Im Topduell steckt jede Menge Brisanz – und das gefällt Härtel. „Für uns geht es um viel. Deswegen haben wir viel Energie und Lust auf dieses Spiel.“ Für solche Duelle lebt man als Fußballer, meint der Coach. Er verspüre Vorfreude, aber keinen Druck. „Nichts wäre schlimmer, 48 Punkte zu haben und nur noch darum zu spielen, irgendwie ein paar Punkte zu holen und die Saison vernünftig ausklingen zu lassen. Ob du gewinnst oder verlierst, interessiert dann niemanden mehr.“

Auch für die Truppe aus Bayern geht es um viel. Die Ingolstädter nehmen nach dem Relegationsdrama im vergangenen Jahr, als sie buchstäblich in letzter Minute aus allen Aufstiegsträumen gerissen wurden, einen neuen Anlauf. Der FCI werde alles in die Waagschale werfen, ist Härtel überzeugt. „Ein großes Abwarten wird es nicht geben.“ Hansas Cheftrainer erwartet ein intensives und kampfbetontes Spiel, das „vielleicht durch einen Standard, einen Fehler oder ein bisschen Glück entschieden wird. Fakt ist: Es wird auf jeden Fall zur Sache gehen.“

Härtel geht davon aus, dass seine Mannschaft die richtigen Lehren aus dem verpatzten Endspurt der Vorsaison gezogen hat. „Ich wünsche mir, dass wir diese Fehler nicht wiederholen, sondern bereit sind, den nächsten Schritt zu gehen.“ Die Mannschaft sei fokussiert und weiß, was sie will, ist der Trainer überzeugt.

Hansa hat in den verbleibenden vier Partien dreimal Heimrecht. „Das hilft schon, weil man keine großen Reisen hat“, meint Härtel. Aber da die Begegnungen allesamt vor leeren Rängen stattfinden, mache es keinen großen Unterschied. „Das ist kein Faktor.“

Die Form und der Heimvorteil sprechen für Hansa. Ingolstadt konnte von den jüngsten fünf Partien lediglich das Heimspiel gegen Zwickau (3:2) gewinnen. Die Rostocker sind mit 36 Punkten aus 15 Spielen (nur eine Niederlage) das beste Rückrundenteam. Gelingt der nächste Sieg, kann im Koggenklub der Sekt schon mal kaltgestellt werden.