22. Juli 2021 / 17:49 Uhr

Härtel zur Stimmung beim FC Hansa Rostock: Wie Rennpferde vor dem Start

Härtel zur Stimmung beim FC Hansa Rostock: Wie Rennpferde vor dem Start

Christian Lüsch
Ostsee-Zeitung
Gute Laune beim Training am Donnerstag: Das Team des FC Hansa freut sich auf den Saisonstart.
Gute Laune beim Training am Donnerstag: Das Team des FC Hansa freut sich auf den Saisonstart. © Lutz Bongarts
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Ausgelassen, zuversichtlich und zugleich gespannt und konzentriert – so präsentierte sich Hansa-Trainer Jens Härtel am Donnerstag vor dem ersten Saisonspiel der Rostocker. Beim Heimspiel gegen den KSC (Sonnabend, 13.30 Uhr) fehlt Stürmer Pascal Breier.

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„Wie Rennpferde vor dem Start in der Box.“ So beschreibt der Hansa-Trainer seine Spieler unmittelbar vor dem Beginn der Zweitliga-Saison. Er selbst sei fokussiert. „Auf der anderen Seite freue ich mich, denn wir haben hart gearbeitet, um diesen Schritt zu machen.“

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Am Sonnabend beginnt das lang herbeigesehnte Abenteuer: Zwei Monate nach dem gefeierten Aufstieg und nach fünfeinhalb anstrengenden Wochen der Vorbereitung wird es am Sonnabend zum ersten Mal in der neuen Saison ernst für das Team des FC Hansa Rostock. Das Duell gegen den Karlsruher SC (Anstoß 13.30) wird für den FCH eine erste Standortbestimmung bringen. Darauf sind alle im Koggenklub und seinem Umfeld gespannt.

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Härtel weiß, dass es eine Liga höher schwieriger werden wird, erfolgreich zu sein. „Die individuelle Qualität der Spieler ist in einigen Mannschaften höher. Wir werden weniger den Ball haben. Ballbesitzphasen zu erarbeiten, wird unser Anspruch sein. Wir werden ganz sicher den ein oder anderen Kilometer mehr laufen müssen als der Gegner. Dafür müssen wir bereit sein“, sagte der 52-Jährige. Nachteile gelte es mit Kampfgeist und mannschaftlicher Geschlossenheit wettzumachen. Dennoch: „Wir gehen topfit, mit viel Power und einem guten Gefühl in das Spiel“, versicherte der Fußballlehrer.

Er spüre in der Mannschaft einen neuen Geist: Da sei „ein ganz anderer Hunger.“ Bei der Analyse der Karlsruher, die er am Donnerstag vornahm, habe er bei den Profis eine höhere Aufmerksamkeit festgestellt. Es sei etwas Neues, wenn man gegen einen Gegner nicht wie in den vergangenen Jahren zum x-ten Mal spiele, verdeutlichte Härtel.

Dies waren die offiziellen Hansa-Kapitäne seit Sommer 2000:

Peter Wibran: Der schwedische Publikumsliebling leitet seit 1. Januar 2016 die Nachwuchsakademie des schwedischen Zweitligisten Östers IF. Zur Galerie
Peter Wibran: Der schwedische Publikumsliebling leitet seit 1. Januar 2016 die Nachwuchsakademie des schwedischen Zweitligisten Östers IF. ©

Personell kann der Chefcoach fast auf seinen kompletten Kader zurückgreifen. Neben den langzeitverletzten Maurice Litka () und Tobias Schwede fällt allen Stürmer Pascal Breier aus. Der Profi der in der vergangenen Saison für das Aufsteigerteam bei 33 Einsätzen sechs Treffer erzielte, hat Adduktorenproblemen und soll am kommenden Montag wieder ins Mannschaftstraining einsteigen.

Welchen Profis für das Premierenspiel sein Vertrauen schenken wird, ließ Härtel noch offen. „Es sind ein paar neue Jungs dazugekommen. Es wird wahrscheinlich ein Mix werden. Die, die schon da waren, haben Gas gegeben, um ihre Position zu halten. Die Neuen wollen auch spielen. Da war jetzt ordentlich Reibung drin – alles mit einem guten Maß und nie unfair“, beschrieb er den Wettbewerb um die Plätze in der Startformation. Er zeigte sich zuversichtlich, das die Integration der Neuzugänge weiter gut gelingen werde. „Alle haben sich gut integrieren lassen. Die Spieler, die schon da waren haben es den Neuen auch einfach gemacht. Da sehe ich keine Probleme.“

Ein Heimspiel zu haben, zu dem 15 000 Zuschauer ins Ostseestadion kommen dürfen, freut Coach wie Spieler gleichermaßen und auf besondere Weise. „Als Aufsteiger leben wir auch von den Emotionen, die von außen kommen.“ Die Stimmung auf den Rängen könne den ein oder anderen Prozentpunkt an Leistung aus den Profis herauskitzeln. „Das ist gut für uns“, sagte Härtel. – und erinnerte an den 22. Mai – den Tag an dem Hansa unter dem Jubel tausender Anhänger den Aufstieg besiegelte.