09. Februar 2020 / 17:45 Uhr

Hartes Stück Arbeit: Recken schlagen Ludwigshafen mit 25:23

Hartes Stück Arbeit: Recken schlagen Ludwigshafen mit 25:23

Carsten Schmidt
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Die Recken jubeln über ihren Sieg gegen die Eulen Ludwigshafen. 
Die Recken jubeln über ihren Sieg gegen die Eulen Ludwigshafen.  © Florian Petrow
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Nach der Pleite gegen Kiel und dem Remis gegen Magdeburg hat die TSV Hannover-Burgdorf nun den ersten Sieg des Jahres eingefahren. In einer umkämpften Partie siegte das Team von Carlos Ortega gegen die Eulen Ludwigshafen knapp mit 25:23. 

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Die Situation gut eine Minute vor Schluss war sinnbildlich für die Leistung der TSV Hannover-Burgdorf. Es gab Siebenmeter im Handball-Bundesligaspiel gegen die Eulen Ludwigshafen. Timo Kastening schritt zur Marke, er hatte zuvor sechs Strafwürfe eiskalt verwandelt. Dieses Mal aber scheiterte er zunächst am Gästetorwart, bekam aber die Chance zum Nachwurf und versenkte den Ball im Tor. Die Recken führten mit 24:22, es war die Weichenstellung zum 25:23 (12:13)-Erfolg, der wenig später durch einen Treffer von Ilija Brozovic gesichert wurde.

"Ich muss der Mannschaft in diesem Punkt ein Kompliment machen."

Die TSV Hannover-Burgdorf liefert Ergebnisse und zeigte wie beim 30:30 in Magdeburg am Donnerstag eine beeindrucke Moral. „Ich muss der Mannschaft in diesem Punkt ein Kompliment machen“, sagte der Sportliche Leiter Sven-Sören Christophersen. Den Start ins neue Jahr mit drei Punkten aus drei Spielen bezeichnete er als „zufriedenstellend“. Die Recken bleiben als Tabellendritter vorerst in der Spitzengruppe. Christophersen lobte zudem die Fans: 4200 Zuschauer bescherten der TSV eine ausverkaufte Swiss-Life-Hall und machten auch mit ihrer Lautstärke klar, dass die Handball-Begeisterung in Hannover anhält.

Spielerisch ließ das Duell mit dem Vorletzten der Handball-Bundesliga aber viele Wünsche offen. In der ersten Halbzeit die Führung munter zwischen beiden Mannschaften wechselte. Die Hannoveraner brauchten viel Geduld, um ihre Tore zu erzielen. Ludwigshafen deckte aggressiv und offensiv, das bekam vor allem Regisseur Morten Olsen zu spüren.

Bilder zum Spiel der Handball-Bundesliga zwischen der TSV Hannover-Burgdorf und den Eulen Ludwigshafen:

Timo Kastening kommt zum Abschluss.  Zur Galerie
Timo Kastening kommt zum Abschluss.  ©
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Gut, dass auf Kastening Verlass war

Nach 30 Minuten führte der Tabellenvorletzte überraschend, aber nicht unverdient mit 13:12. Den letzten Recken-Wurf vor der Pause setzte Nejc Cehte neben das Tor, das war sinnbildlich: Insbesondere aus dem Rückraum der TSV kam zu wenig. „Wir hatten viele Probleme im Angriff“, sagte Trainer Carlos Ortega. „Wir waren zu langsam, haben eins gegen eins immer im gleichen Temop gespielt.“

Gut, dass auf Timo Kastening Verlass war, obwohl der Nationalspieler in der ersten Halbzeit an keiner einzigen Aktion aus dem Spiel heraus beteiligt war. Der 24-Jährige betrat nur zu Siebenmetern das Parkett, nach dem Wechsel spielte er dann auch in Offensive und Defensive mit. Mit acht Treffern war er erneut effektivster Recke und maßgeblicher Wegbereiter eines Sieges, der laut Ortega „sehr schwer“ erkämpft worden war.

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Schmucklose zwei Punkte für die Recken

Punktuell überzeugten auch die Torhüter Domenico Ebner in der ersten Halbzeit und Urban Lesjak nach dem Wechsel. Sie parierten immer dann Bälle, wenn die Gäste drauf und dran waren, davonzuziehen. So aber schafften die Eulen „nur“ eine Dreitoreführung im zweiten Abschnitt (18:15), die den Gastgeber dennoch ins Schwitzen brachten. „Das sah gar nicht gut aus“, gestand Christophersen. Zumal außer den eigenen Unzulänglichkeiten hatten die Gastgeber auch Pech mit höchst zweifelhaften Schiedsrichterentscheidungen – sie gaben Ilija Brozovic eine Zweiminutenstrafe für eine harmlose Abwehr und übersahen vor dem 14:17 ein rüdes Stürmerfoul an Cehte.

Kastenings Kühle und Brozovic mit Wucht am Kreis brachten den Recken aber doch die schmucklosen zwei Punkte. „Hannover war in der Schlussphase cleverer“, sagte Eulen-Coach Benjamin Matschke. Diese Abgezocktheit und der Kampfgeist sind die wichtigsten Bausteine für das aktuelle Recken-Hoch und führen häufiger zum Erfolg als spektakuläre Tricks.

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