14. August 2019 / 16:56 Uhr

Zoff bei 1860 München: Investor Hasan Ismaik fordert Klub-Bosse zum Rücktritt auf

Zoff bei 1860 München: Investor Hasan Ismaik fordert Klub-Bosse zum Rücktritt auf

Roman Gerth
RedaktionsNetzwerk Deutschland
1860-München-Investor Hasan Ismaik (links) greift die Klub-Bosse Michael Scharold und Robert Reisinger (rechts) hart an.
1860-München-Investor Hasan Ismaik (links) greift die Klub-Bosse Michael Scharold und Robert Reisinger (rechts) hart an. © FOTOAGENTUR SVEN SIMON
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Die Streitigkeiten in der Führung von 1860 München gehen in die nächste Runde. Hasan Ismaik, Investor des ehemaligen Bundesligisten, schießt scharf gegen die Bosse um Geschäftsführer Michael Scharold und Präsident Robert Reisinger - und fordert sogar deren Rücktritt.

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Nächster verbaler Angriff: Hasan Ismaik hat zum wiederholten Male klare Worte an die Klub-Bosse von 1860 München gerichtet. Der jordanische Investor des Fußball-Drittligisten hat im Interview mit der Abendzeitung zum Rundumschlag ausgeholt. Dabei hat er der gesamten Führungsriege des Traditionsvereins um Präsident Robert Reisinger nahegelegt, ihre Ämter niederzulegen. "Ich fordere Reisinger, das ganze Präsidium, den Verwaltungsrat und Geschäftsführer Michael Scharold auf: Sie sollen alle zum Wohle von 1860 zurücktreten", sagte Ismaik.

Er begründete diese Forderung mit der anhaltenden Erfolglosigkeit des ehemaligen Bundesligisten (zuletzt von 1994 bis 2004). Diese könne nur durch einen Wechsel in der Führung von 1860 durchbrochen werden. "Mit ihnen wird der Verein – und das ist für mich in erster Linie Profifußball – niemals Erfolg haben", meinte Ismaik. Über Scharold sagte er: "Er ist ein liebenswerter Mensch, wir haben ihn damals geholt. Aber er ist ein Buchhalter, kein Geschäftsführer."

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Ismaik: Das war mein größter Fehler bei 1860

Der 43 Jahre alte Scheich gab überdies zu, selbst an der negativen Entwicklung des Klubs beteiligt zu sein. Ismaik betonte, auch "Fehler gemacht" zu haben - doch er holte anschließend erneut zum Angriff gegen Reisinger, Scharold und Co. aus: "Mein größter war, den Kooperationsvertrag 2011 unterschrieben zu haben – ohne die Bedingung, dass die Geschäftsführung und die sportliche Leitung von meiner Seite bestimmt werden müssen. Das war naiv."

Ismaik hatte sich damit selbst die Möglichkeit genommen, mehr Einfluss auf die Besetzung der Führungspositionen nehmen zu können. Fraglich ist allerdings, ob die Münchner einen Vertrag entsprechend der Vorstellungen des Geldgebers überhaupt zugestimmt hätten - und ob dies im Sinner der 50+1-Regel überhaupt möglich gewesen wäre. Diese Regelung, wonach der eingetragene Verein eines jeden Klubs stets die Mehrheit an einer ausgegliederten Lizenzspieler behalten muss, bezeichnet Ismaik als "ein veraltetes Instrument im deutschen Sport, in der deutschen Politik."

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Ismaik wirft 1860-Bossen Rassismus vor

Doch der Jordanier erhebt weitere Vorwürfe gegen die Klub-Bosse von 1860 München, die über sportliche Entschiedungen hinausgehen. Ismaik beschuldigt Reisinger, Scharold und Co. des Rassismus. "Es ist für mich kein Vorwurf, sondern eine Tatsache: Mehrere Präsidenten, Funktionäre und Vereinsmitglieder sind mit mir rassistisch umgegangen", betonte Ismaik.

Als speziellen Fall nannte er dabei das "Scheichlied", in dem die 1860-Fans unter anderem "Scheiß auf den Scheich" skandierten. Ismaik beklagt die fehlende Rückendeckung des Präsidenten. "Jeder andere Präsident in Deutschland hätte sich vor mich gestellt und sich von den Beleidigungen gegen meine Person distanziert. Reisinger hat es toleriert", erklärte der 43-Jährige.

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