15. April 2022 / 17:16 Uhr

Hassliebe Paris–Roubaix: Romy Kasper und Felix Groß freuen sich auf den Klassiker zu Ostern

Hassliebe Paris–Roubaix: Romy Kasper und Felix Groß freuen sich auf den Klassiker zu Ostern

Kathleen Retzar
Leipziger Volkszeitung
Romy Kasper und Felix Groß vom SC DHfK Leipzig
Romy Kasper und Felix Groß vom SC DHfK Leipzig © Daniel Förster/Privat/Archiv
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Junioreneuropameister Felix Groß absolviert seine erste Profi-Saison der höchsten Kategorie. Der 23-jährige Radsportler vom SC DHfK Leipzig rückt am Ostersonntag ins Aufgebot seines Rennstalls für den Frühjahrsklassiker von Paris nach Roubaix. Auch seine Klubkollegin Romy Kasper wird durch die „Hölle des Nordens“ fahren. „Das war immer mein Traumrennen!“ freut sich Romy auf die große Herausforderung.

Leipzig. „Die Menschenmassen am Streckenrand waren wirklich unglaublich“, sagte Felix Groß vor 14 Tagen nach seiner ersten Flandernrundfahrt. „Das Publikum hat uns das Kopfsteinpflaster hinaufgejubelt. Ich hatte das gesamte Rennen über Gänsehaut.“ Schon auf den ersten 150 Kilometern gab er alles für sein Team UAE Emirates, um eine Ausreißergruppe einzuholen. Dabei konnte er sich selbst an der Spitze des Feldes behaupten und sich den Fans am TV-Gerät oder im Livestream zeigen. „Leider bin ich nicht bis ins Ziel gekommen.“ 210 Kilometer hatte er letztlich auf der Uhr. Auch 70, 80 andere Fahrer schafften es nicht bis ins Ziel des 272 km langen Klassikers. In seiner ersten Profi-Saison der höchsten Kategorie war der Leipziger von seinem Team UAE-Emirates eigentlich noch nicht für das große Rennen vorgesehen, konnte jedoch kurzfristig nachrücken.

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Die Hölle des Nordens

Der 23-jährige vom SC DHfK Leipzig rückt auch am Ostersonntag beim nächsten Frühjahrsklassiker Paris-Roubaix ins Aufgebot seines Weltklasse-Rennstalls. Mit einer Streckenlänge von 250 Kilometern führt der Klassiker auf 50 Kilometern über Kopfsteinpflaster durch Nordfrankreich. Nicht nur deswegen, sondern auch wegen der oft widrigen Bedingungen mit staubigen, matschigen und windanfälligen Straßen, die das Material defektanfälliger machen, wird das Rennen auch die „Hölle des Nordens“ genannt.

Weitere Meldungen um Radsportler Felix Groß

Als einziger deutscher Fahrer konnte es der Thüringer John Degenkolb 2015 gewinnen. Nils Politt wurde 2019 Zweiter. Für Felix Groß steht wieder die Arbeit für sein Team UAE Emirates im Vordergrund. Diesmal steht Tour-Sieger Tadej Pogacar (23) nicht im Aufgebot, dafür wird der Sachse unter anderem seinen Pfälzer Kumpel Pascal Ackermann unterstützen. Felix Groß hat schon jetzt Lunte gerochen und hofft, dass die beiden Frühjahrsklassiker nächstes Jahr in seinem Rennkalender fest eingeplant sind. Sein Vertrag mit dem UAE-Team läuft zunächst bis Ende 2024.

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„Es bleibt unvorhersehbar“

In der kommenden Woche wagt der Miltitzer mal wieder einen Ausflug auf die Bahn, seine alte Liebe. In Glasgow beginnt am Donnerstag der Bahnrad Weltcup – Felix Groß ist wie zuletzt bei Olympia in Tokio für den deutschen Bahnvierer eingeplant.

Bei Paris-Roubaix dürfen seit dem Vorjahr auch die Frauen starten. Wieder mit dabei ist am Samstag Felix Groß’ Klubkollegin Romy Kasper (SC DHfK). Die 33-Jährige meint mit Blick auf ihren 17. Platz im Herbst: „Das war schon ein geiles Erlebnis im vergangenen Jahr. Das war immer mein Traumrennen, ich hätte nie gedacht, es als Athletin noch zu erleben. Zwar bin ich zweimal gestürzt, aber ich war dennoch sehr zufrieden.“ Dieses Mal seien trockenere und wärmere Bedingungen angesagt: „Es bleibt aber unvorhersehbar – und es wird wieder hart und schmerzhaft. Aber das Rennen liegt mir, es ist eine Hassliebe, ich freue mich sehr.“

Kathleen Retzar, Frank Schober