23. September 2021 / 15:27 Uhr

Hat der TV Jahn Duderstadt Angst zu siegen?

Hat der TV Jahn Duderstadt Angst zu siegen?

Filip Donth
Göttinger Tageblatt
Trainer Marcus Wuttke (links) und der TV Jahn haben die Partie gegen Plesse aufgearbeitet.
Trainer Marcus Wuttke (links) und der TV Jahn haben die Partie gegen Plesse aufgearbeitet. © Helge Schneemann
Anzeige

Vor dem zweiten Heimspiel der Saison am Sonnabend gegen die SG Börde Handball ist beim Handball-Oberligisten TV Jahn Duderstadt noch immer der Saisonauftakt Thema: Warum hat man gegen die HSG Plesse-Hardenberg den Vorsprung noch aus der Hand gegeben?

Im zweiten Anlauf wollen die Oberliga-Handballer des TV Jahn Duderstadt den ersten Saisonsieg einfahren. Erneut treten die Eichsfelder dabei vor eigenem Publikum an, empfangen am Sonnabend die SG Börde Handball in der Sporthalle „Auf der Klappe“. Anpfiff der Partie ist um 17.30 Uhr.

Für Trainer Marcus Wuttke ging es in dieser Woche zunächst um die Aufarbeitung des 25:25 im Auftaktspiel gegen die HSG Plesse-Hardenberg. Eine Halbzeit lang zeigte seine Mannschaft eine starke Leistung und führte deutlich. Doch in der zweiten Hälfte kamen seine Spieler aus dem Konzept und brachten den Gegner zurück ins Spiel. Am Ende konnte der TV Jahn froh sein, wenigstens einen Punkt geholt zu haben. Ein Muster, das Duderstädter Anhängern bereits aus den zurückliegenden Spielzeiten schmerzlich bekannt sein dürfte.

Wuttke: „Wir hätten niemals unentschieden spielen dürfen“

„Wir haben den Jungs noch mal gezeigt, wo das Problem unserer Meinung nach lag in dieser zweiten Halbzeit. Das haben wir relativ ausführlich diskutiert und auch ins Training miteingebaut. Die Jungs sind sich einig, das sind ja alles intelligente Burschen, dass wir das Spiel niemals hätten unentschieden spielen dürfen“, erklärt Wuttke.

Anzeige

Der Trainer sieht vor allem mentale Gründe dafür, dass seine Mannschaft den Vorsprung noch aus der Hand gab. Anders als noch in Halbzeit eins sei nach dem Seitenwechsel der letzte Schritt ausgeblieben, es fehlte die Geschlossenheit in der Abwehr, Präzision und Entschlossenheit im Abschluss blieben auf der Strecke. Und der Druck stieg, Gegentor um Gegentor.

„Ich weiß, dass es in den Köpfen der Spieler drin ist, dass sie oft genug 40, 50 Minuten gut gespielt haben und plötzlich wegbrechen, weil sie dann die Angst vor dem Siegen kriegen“, sagt Wuttke. „Daran müssen wir als Trainerteam arbeiten, dass die Jungs mental stabiler sind.“ Keine Angst vorm Siegen kriegen – so könnte das Motto für das zweite Saisonspiel gegen die SG Börde Handball lauten.

Die SG verlor ihr Auftaktspiel in eigener Halle mit 29:32 gegen die HSG Schaumburg-Nord. Wuttke, der den kommenden Gegner bereits über Video studiert hat, erwartet ein ähnliches Spiel wie gegen Plesse-Hardenberg: „Das wird eine Mannschaft sein, die über den Kampf kommen wird.“ Auch handballerisch sei Börde nicht schlecht, so Wuttke. „Aber ich halte uns für besser.“ Um das Spiel diesmal auch zu gewinnen, müsse seine Mannschaft „den Kampf annehmen“, da Börde seine körperliche Präsenz in jedem Fall nutzen wird, erklärt der Coach.


Verzichten muss Wuttke am Sonnabend verletzungsbedingt weiterhin auf Stjepan Knezic. Aus beruflichen Gründen stehen Justin Brand und Lasse König nicht zur Verfügung. Ausfälle, die schwer zu kompensieren sind, wie der Vorsitzende des TV Jahn Ekkehard Loest betont: „Das schwächt uns natürlich. Es gibt schönere Momente, als am Anfang einer Saison auf Leistungsträger verzichten zu müssen.“

Loest: „Der TV Jahn wird nicht im Vorbeigehen gewinnen“

Der Vereinschef formuliert dennoch eine klare Erwartungshaltung an die Mannschaft – und wählt dabei deutlichere Worte als sein Trainer: „Für mich ist es ganz wichtig, dass diese Mannschaft kapiert, worum es geht. Über 60 Minuten muss jeder Spieler 100 Prozent Leistung an den Tag legen, denn der TV Jahn wird es nicht schaffen, ein Oberligaspiel im Vorbeigehen zu gewinnen.“

Mehr aktuelle Themen in Göttingen

Duderstadt hat sich einen guten Saisonstart als Ziel gesetzt. Ist dieser Zug bereits abgefahren, wenn es gegen Börde schiefgehen sollte? Wuttke: „Rein vom Punktekonto her ja. Aber die Frage ist ja, wenn wir verlieren sollten: Wie verlieren wir? Und wenn ich sehe, dass die Mannschaft alles gibt und wir gut gespielt haben, Börde aber besser ist, haben wir 90 Minuten gut gespielt und 30 Minuten schlecht. Dann ist das kein schlechter Saisonstart, auch wenn er punktetechnisch vergeigt wäre. Wir sind eine Mannschaft, die sich entwickeln muss.“ Schaden könnten zwei Punkte bei dieser Entwicklung sicher nicht.