17. Oktober 2020 / 13:48 Uhr

"Hätten schon in Kiel gewinnen können": Recken ärgern sich über Pleite bei den Füchsen Berlin

"Hätten schon in Kiel gewinnen können": Recken ärgern sich über Pleite bei den Füchsen Berlin

Stefan Dinse
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Evgeni Pevnov (Mitte) war nach der Niederlage bei den Füchsen Berlin genervt.
Evgeni Pevnov (Mitte) war nach der Niederlage bei den Füchsen Berlin genervt. © imago images/Andreas Gora
Anzeige

Mit dem Auftritt der TSV Hannover-Burgdorf bei den Füchsen Berlin war Evgeni Pevnov grundsätzlich einverstanden. Trotzdem mussten die Recken die Heimreise ohne Punkte antreten. "Wir hätten gewinnen können, diese Chance hatten wir auch in Kiel schon", ärgert sich Pevnov.

Anzeige

Ein kurzer Blick hat Handball-Recke Evgeni Pevnov gereicht, um zu wissen, dass es nicht so schlimm steht um seinen Freund aus gemeinsamen Berliner Zeiten. Zwar krümmte sich Nationalspieler Fabian Wiede von den Füchsen am Boden, er hielt sich aber den Oberschenkel, nicht das Knie.

Anzeige

„Ich hab ihn gefragt, ob es ein Pferdekuss ist, das hat er bestätigt“, so Pevnov, „das ist ein Schmerz, als wenn dir einer das Bein abreißt.“ Der Recke führte den humpelnden Wiede vom Feld, der später wiederkam und mit fünf Toren ein wichtiger Faktor beim 31:27-Erfolg der Füchse war.

Mehr über die Recken

Kretzschmar hat "zwei gleichwertige Mannschaften gesehen"

Die Recken ihrerseits hatten sich förmlich ein Bein ausgerissen, um in Berlin zu bestehen. „Ich habe zwei gleichwertige Mannschaften gesehen. Auch wenn wir auf vier Tore weg waren, ist Hannover immer wieder schnell rangekommen“, sagte Füchse-Sportvorstand Stefan Kretzschmar und fügte hinzu: „Auch nach dem Weggang von Morten Olsen, womit jedes Team ein Problem hätte, sind die Recken noch sehr gut.“

Auch Pevnov war mit dem Auftritt der TSV Hannover-Burgdorf in der Hauptstadt grundsätzlich einverstanden. Schnell und problemlos waren die Profis angereist, gefühlt etwas schneller als sonst bei Auswärtsspielen ging es im Bus zurück. Zu lange wollten sie sich nicht aufhalten im Corona-Hotspot Berlin, jedes unnötige Risiko vermeiden.


"Haben gezeigt, dass wir auch Handball spielen können"

Auch in der Max-Schmeling-Halle gingen sie auf Nummer sicher, fassten in der Abwehr konsequent zu. „Wir haben gezeigt, dass wir auch Handball spielen können“, sagte Pevnov und wollte das als gutes Zeichen für die nächsten Spiele werten, am Donnerstag (19 Uhr, ZAG-Arena) kommt der Bergische HC.

Dennoch fuchste den Recken Pevnov (ihn und Kreispartner Ilija Brozovic adelte Kretzschmar als zum „Nonplusultra der Liga gehörend“) die Partie gewaltig. „Wir hätten hier gewinnen können, diese Chance hatten wir auch in Kiel schon“, so Pevnov, „aber dann machen wir in den letzten 20 Minuten zu viele Fehler im Angriff. Das ärgert mich sehr.“

Kretzschmar indes war erleichtert nach dem ersten Heimsieg der Füchse. Hannover werde auf einem einstelligen Tabellenplatz landen, sagte der 218-fache Nationalspieler: „Wenn man eine solche Prognose in dieser verrückten Saison überhaupt schon seriös stellen kann.“ Für den europäischen Wettbewerb dürfte es diesmal nicht reichen, fügte der Sky-Experte hinzu. „Dennoch macht es Spaß, diesem Team zuzuschauen, denn es spielt voll engagiert. Es hat die Herausforderung angenommen.“