19. Juli 2019 / 12:47 Uhr

Havelse-Trainer Jan Zimmermann lobt gute Vorbereitung: "Das macht uns unberechenbar"

Havelse-Trainer Jan Zimmermann lobt gute Vorbereitung: "Das macht uns unberechenbar"

Jens Niggemeyer
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Havelses Trainer Jan Zimmermann ordnet seine Mannschaft.
Havelses Trainer Jan Zimmermann ordnet seine Mannschaft. © Christian Hanke
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Beim Regionalligisten TSV Havelse läuft die Vorbereitung bislang vielversprechend. Warum das nicht ungefährlich ist, erklärt Trainer Jan Zimmermann im Interview.

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Als Jan Zimmermann im Dezember als Coach und Sportlicher Leiter beim Regionalligisten TSV Havelse zusagte, rangierte das Team auf einem Abstiegsplatz. Doch schon damals wirkte der 39-Jährige felsenfest überzeugt von der Qualität des Kaders. 13 Partien, 25 Punkte und 20:15 Tore später durfte sich Zimmermann bestätigt fühlen. Der TSV landete auf Platz elf. Über Veränderungen, den Status quo sowie Ziele und Perspektiven spricht Zimmermann im Interview.

Herr Zimmermann, zehn Spieler haben den Klub verlassen. Neu dabei sind sechs Akteure. Wie bewerten Sie die Qualität?

Wir haben den Kader so zusammengestellt, wie ich es mir vorgestellt habe. Meine Wunschkandidaten habe ich bekommen. Wir haben junge, motivierte Spieler geholt, die charakterlich passen und zum Teil über Qualitäten verfügen, die wir bislang nicht so hatten. Bis auf Erhan Yilmaz und Besfort Kolgeci haben alle, die nicht mehr dabei sind, in den vergangenen Monaten nicht so viel gespielt.

Das lag auch daran, dass sich die Mannschaft gefunden hatte, sehr homogen wirkte und starke Leistungen ablieferte. Unterm Strich glaube ich, dass der Kader zwar kleiner und noch einmal jünger geworden ist – ich halte ihn aber für einen Tick besser.

Was bringen die sechs Neulinge mit?

Torben Engelking ist mit mir schon einen langen Weg gegangen. Er verfügt über Tempo und Dynamik und ist extrem torgefährlich. Auf seiner Position ist er einer der besten in dieser Klasse. Niklas Teichgräber ist zweikampfstark und verfügt über ein sehr gutes Aufbauspiel. Fynn Lakemacher bringt eine enorme Wucht mit und wird in der Abwehr seinen Weg gehen. Robin Benecke überzeugt durch seine unaufgeregte Art, mit der er seine fußballerischen Qualitäten abruft. Leon Damer sprüht vor Spielfreude und hat einen feinen rechten Fuß. Und Antonio Brandt ist top ausgebildet worden, ein kompletter Keeper und überragend auf der Linie. Ich habe keine Zweifel: Wir haben die Richtigen ausgewählt.

Jan Zimmermann: Eine Karriere in Bildern

In der Jugend spielte Jan Zimmermann unter anderem für Bayer Leverkusen und zuletzt für die U19 des TSV Havelse. Seine erste Station im Herrenbereich war aber der SV Arminia Hannover, dem er sich 1998 als 19-Jähriger anschloss. Zur Galerie
In der Jugend spielte Jan Zimmermann unter anderem für Bayer Leverkusen und zuletzt für die U19 des TSV Havelse. Seine erste Station im Herrenbereich war aber der SV Arminia Hannover, dem er sich 1998 als 19-Jähriger anschloss. ©
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Wo liegen die Stärken Ihres Teams?

Zum einen ist es äußerst eingespielt. Das Verteidigen klappt bereits sehr gut, auch taktisch sind die Jungs schon sehr weit. Und es ist eine Mannschaft, die in der Lage sein will, 90 Minuten Fußball arbeiten zu können. Auch spielerisch hat sich im vergangenen Jahr viel getan.

Was auffällt, ist die vergleichsweise geringe Zahl an geschossenen Toren. Und mit Erhan Yilmaz ist der gefährlichste Mann nicht mehr mit dabei ...

Grundsätzlich hatten wir genügend Chancen, um mehr Tore zu erzielen. Es ist sicherlich so, dass wir aktuell nicht unbedingt den einen Spieler haben, der für 20 oder mehr Treffer gut ist. Das finde ich aber auch nicht erstrebenswert. Mir ist es lieber, ich habe sechs oder sieben Mann, die acht Tore schießen. Das macht uns unberechenbar.

Alles in allem finde ich, dass wir vorne sehr gut besetzt sind. Mit Yannik Jaeschke haben wir einen Stürmer, dem ich eine sehr starke Saison zutraue. Dazu gibt es mit Utku Kani ein Riesentalent, dem ich ganz bewusst keinen Neuzugang vor die Nase setze, weil ich von seiner Qualität absolut überzeugt bin. Die beiden werden auf jeden Fall ihre Buden machen. Und dann haben wir mit Torben, Julius Langfeld, Deniz Cicek, Maurice Maletzki und Leon noch weitere Offensivspieler, die torgefährlich sind.

Wie bewerten Sie die Vorbereitung?

Ich bin absolut zufrieden. Ein großes Lob gilt meinem Trainerteam, denn ich mache ja seit Mai meinen Fußballlehrer und bin deshalb von Montag bis Mittwochnachmittag nicht da. Ich habe aber absolutes Vertrauen, auch wenn wir uns natürlich abstimmen. Die Spieler ziehen super mit. Zwei, drei sind angeschlagen, aber nichts Gravierendes. Und die Testspiele liefen vielversprechend. Aber gerade wenn es gut läuft, muss man aufpassen …

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Das sind die Bilder zur Partie des Porta Pokals zwischen dem TSV Havelse und dem SC Hemmingen-Westerfeld. ©
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Wie schätzen Sie die Regionalliga Nord in diesem Jahr ein?

Es war und ist eine enge Liga. Viele Spiele gehen mit nur einem Tor Unterschied aus. Die Abstände zwischen Platz sieben und 16 sind nicht groß. Mit dem VfL Wolfsburg II und dem VfB Lübeck gibt es zwei Topfavoriten, bei denen die Unterschiede bei Qualität und Rahmenbedingungen schon erheblich sind.

Stark sind auch Werder Bremen II und Weiche Flensburg. Die anderen U23-Teams sind natürlich wie immer ebenfalls zu beachten. Unser Ziel ist, auch mit diesen Mannschaften wieder auf Augenhöhe zu sein. Wir haben auch im letzten Jahr – trotz des Drucks im Abstiegskampf – immer unsere Aufgaben gelöst, wenn es wichtig war. Wenn du überzeugt bist von den Dingen, die du machst, dann ist es leichter, selbstbewusst zu bleiben.

Ihre Doppelfunktion ist sicherlich schwierig, zumal ja auch noch der Trainerlehrgang, der Beruf und die Familie dazukommen.

Es hat etwas gedauert, bis wir verteilt haben, wer welche Aufgaben übernimmt. Aber der TSV war ja schon vorher gut aufgestellt. Und es gibt viele helfende Hände. Ich habe viele Ideen, bei denen der eine oder andere manchmal zunächst die Hände überm Kopf zusammenschlägt. Und dann geht es doch. Inzwischen läuft das reibungslos. Und ich wollte es ja so, habe beide Ämter bewusst angestrebt, weil ich so in die Entwicklung noch mehr involviert bin. Familiär und beruflich bekomme ich viel Unterstützung, sonst wäre das gar nicht möglich.

Hat die Fußballlehrerausbildung schon konkreten Impact?

Vor allem der Austausch mit den Trainerkollegen ist ein absoluter Mehrwert. In Nuancen und kleinen Happen streue ich frisch Erlerntes auch schon mal ins Training ein. Aber grundsätzlich läuft die Arbeit nach bewährtem Muster.

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