30. Oktober 2020 / 09:24 Uhr

HBL-Chef Bohmann nach Geisterspiel-Entscheidung: "Nicht auszuschließen, dass wir Klubs verlieren"

HBL-Chef Bohmann nach Geisterspiel-Entscheidung: "Nicht auszuschließen, dass wir Klubs verlieren"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Frank Bohmann hat sich zu den Folgen des Teil-Lockdowns für die HBL geäußert.
Frank Bohmann hat sich zu den Folgen des Teil-Lockdowns für die HBL geäußert. © imago/Claus Bergmann
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Für die Handball-Bundesliga (HBL) ist die neue Corona-Verordnung von Bund und Ländern "ein Schlag ins Kontor" - das sagt Liga-Boss Frank Bohmann. Ohne die Zuschauer-Einnahmen, die durch die geringe zugelassene Kapazität schon dramatisch gesunken waren, müssten einige Klubs um ihre Existenz bangen.

Die Handball-Bundesliga (HBL) hat angesichts der massiven Auswirkungen der Corona-Krise nach Aussagen von Geschäftsführer Frank Bohmann kaum mehr Spielraum. "Wir müssen in kurzen Zeiträumen denken. Denn unsere Reserven sind aufgebraucht", sagte Bohmann der Welt. Jetzt müsse man sehen, "dass wir unsere Kosten managen können. Das Problem: Die Spieler haben bereits auf erhebliche Teile ihrer Gehälter verzichtet. Ob wir da noch weiterkommen, wage ich zu bezweifeln", sagte der 55-Jährige und warnte: "Die Lage ist sehr angespannt, und es ist überhaupt nicht auszuschließen, dass wir Klubs verlieren werden."

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Bis Weihnachten wolle man versuchen, den Spielbetrieb aufrechtzuerhalten. "Ob mit oder ohne Zuschauer. Wir haben weniger Einnahmen, weil wir kaum mehr Zuschauer haben und darunter auch das Sponsoring sehr, sehr leidet", sagte Bohmann. Für ihn ist der ab Montag für den November geltende Teil-Lockdown, durch den keine Zuschauer mehr in die Hallen dürfen, "ein Schlag ins Kontor".

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Bohmann forderte mehr Hilfe von der Politik. Von der Politik sei konstatiert worden, dass der Sport seine Hausaufgaben hervorragend gemacht habe. "Die Lösung, dass sich jetzt wieder alle in ihre Häuser verkriechen, kann doch nicht die Lösung für die nächsten eineinhalb Jahre sein. Denn so lange wird uns die Pandemie sicher noch beschäftigen. Und wir können die Menschen nicht eineinhalb Jahre lang wegschließen."

Tripcke kritisiert politische Entscheidung

Auch von Gernot Tripcke, dem Geschäftsführer der Deutschen Eishockey Liga (DEL), gibt es kritische Reaktionen zur politischen Entscheidung. "Es ist nicht wirklich motivierend, angesichts dessen, dass wir alle Hygienekonzepte für Spiele mit Zuschauern entwickelt haben", sagte der DEL-Boss dem SPORTBUZZER. Tripcke weiter: "Es wird verlangt, kontrollierte Räume zu schaffen, um mit der Pandemie zu leben. Dafür wollten wir sorgen - bei allem Verständnis für die Sorgen und Ängste, die uns alle begleiten. Aber das ist uns nun zunächst unmöglich gemacht worden. Uns werden Hausaufgaben aufgegeben, man macht die Hausaufgaben - und keiner nimmt das in die Entscheidung auf", betont der 52-Jährige. Aufgrund der Corona-Pandemie hat die DEL ihre Saison noch nicht begonnen. Doch die Planungen für einen Saison-Start im Dezember laufen auf Hochtouren.

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