01. November 2020 / 20:18 Uhr

HC Leipzigs Höhenflug gestoppt: 22:29-Niederlage gegen Füchse Berlin

HC Leipzigs Höhenflug gestoppt: 22:29-Niederlage gegen Füchse Berlin

Kerstin Förster
Leipziger Volkszeitung
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Gegen die Füchse-Mauer gab es für den HC Leipzig kein Vorbeikommen: 22:29 hieß es am Ende gegen Berlin. © Christian Modla
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Die Leipzigerinnen verlieren Zweitliga-Topspiel gegen die Füchse aus Berlin mit 22:29. Gäste-Trainerin Susann Müller lobt aber ihren Ex-Club HCL und ist stolz auf ihre Mädels aus dem Fuchsbau.

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Leipzig. Die Stimmungskiller lauern überall auf dieser Welt und Sonntag Nachmittag waren die Biester auch in der „Brüderhölle“ zu Gast. Denn nach vier Siegen in Folge kassierte das junge HCL-Team im Zweitliga-Topspiel gegen die Füchse Berlin eine 22:29 (13:13)-Niederlage. Bis zur Pause war das Team von Cheftrainer Fabian Kunze (29) auf Augenhöhe mit der Hauptstadt-Truppe unter Regie von Ex-Nationalspielerin Susann Müller (32), die bekanntlich einst in der Leipziger Erfolgsspur wandelte. Nach der Sonntagspartie skandierten ihre Mädels: „Auswärtssieg, Auswärtssieg.“

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„Ich habe gewusst, dass das heute gegen Leipzig kein einfacher Tanz wird. Die Mannschaft hat sich stetig entwickelt und kämpft bis zum Umfallen“, schickte die Füchse-Trainerin anerkennende Worte zum Gastgeber und lobte ihr Team („Bin sehr, sehr stolz“), das sich nicht in voller Stärke präsentieren konnte. Ehe nun Geisterspiele folgen, fand es Susann Müller mega, das die erlaubten 150 HCL-Dauerkarteninhaber samt Trommler-Ecke für eine tolle Atmosphäre sorgten. Ohne Zuschauer sei es eher wie ein Trainingsspielchen.

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Die Füchse aus Berlin waren eine zu hohe Hürde: Der HC Leipzig muss sich am Ende 22:29 geschlagen geben. Zur Galerie
Die Füchse aus Berlin waren eine zu hohe Hürde: Der HC Leipzig muss sich am Ende 22:29 geschlagen geben. © Christian Modla

Die Füchse begannen die Punktejagd schnell, bis die erste Hummel mit Vornamen Stefanie ihren ersten von insgesamt fünf Treffern setzte. Davon angestachelt, setzte die von Kapitän Jaqueline Hummel ehrgeizig angeführte HCL-Riege mehrfach Akzente. Im Tor glänzte Annabell Krüger – Paraden einer Ex-Berlinerin, die sich nach dem Schlusspfiff ziemlich ärgerte. „Das ist kein schönes Gefühl. Am Ende haben wir uns das Leben schwer gemacht, uns selbst im Weg gestanden“, schätzte die 18-Jährige ein. Sie sei super motiviert gewesen für das Wechselspiel „Ich kenne euch, wir kennen dich“. Torwarttrainer Wieland Schmidt sah sowohl Annabell Krüger als auch Anja Kreitczick erneut in starker Verfassung, ebenso das gesamte Kollektiv. „In der ersten Halbzeit haben wir spielerisch gezeigt, was wir draufhaben. Dann häufen sich bei uns die Fehler und das wird von einer solchen Spitzenmannschaft wie Berlin eiskalt bestraft.“

Der Spielfilm in Hälfte zwei ist schnell erzählt. Die nicht zimperlich agierenden und schlau den HCL ausspielenden Spreefüxxe jagten dem Sieg entgegen. Dagegen leistete sich Leipzig zu viele Patzer. Das Hauptproblem beschreibt Coach Kunze so: „Zu viele Mädels haben unter ihrem normalen Leistungsniveau gespielt. 90 Prozent musst du gegen starke Gegner schon bringen. Aber Schwankungen gehören bei einer jungen Mannschaft wie unserer dazu.“ Während die Berlinerinnen die Luft an der Tabellenspitze genießen (13:1 Punkte) und das Auge auf den Aufstieg richten, nimmt der zielstrebige Sachsen-Express den fünften Rang ein.

Ab Montag sieht sich Sportdeutschland im großen Rahmen dem bekannten Stimmungskiller ausgesetzt. Die semiprofessionell aufgestellten Handballerinnen in Berlin und Leipzig dürfen nach Lage der Dinge wohl wie gehabt unter dem ausgearbeiteten Regelwerk weiter trainieren und sogar Punktspiele bestreiten. Dies ist der Jugend-Bundesliga nicht vergönnt. Heißt auch Zwangspause für die A-Jugend des HCL.

HCL: Kreitczick, Krüger; Uhlmann, Bessert, Seidel, Weise 5, Theilig 1, Greschner, Röpcke 3, Wedrich, Majer 2/3, J. Hummel 6, St. Hummel 5, Meyer.