26. Mai 2021 / 18:24 Uhr

Neuer HCN-Vorsitzender Hans Kühne: "Mitglieder dürsten nach Handball"

Neuer HCN-Vorsitzender Hans Kühne: "Mitglieder dürsten nach Handball"

Marius Böttcher
Märkische Allgemeine Zeitung
Hans Kühne ist neuer Vorsitzender des HCN und hat ein starkes Team hinter sich.
Hans Kühne ist neuer Vorsitzender des HCN und hat ein starkes Team hinter sich. © Böttcher, Verein
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Der 34-Jährige löst Bernd Simon an der Vereinsspitze des HC Neuruppin ab und freut sich über das Vertrauen der Mitglieder.

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Aus der zweiten Reihe ins vordere Glied: Hans Kühne ist neuer Vorsitzender des Handballclubs Neuruppin. Am Donnerstag wählten 37 stimmberechtigte Mitglieder im Neuruppiner Sportcenter den neuen Vorstand – mit dem 34-jährigen Kühne, der Bernd Simon beerbt, an der Spitze. Der gebürtige Fontanestädter, der schon für die frühere SGH auf der Platte stand, freut sich auf die neue Aufgabe und spricht im Interview mit dem SPORTBUZZER über handballdurstige Mitglieder, die eigene sportliche Zukunft und seine Ziele als Vorsitzender des HCN.

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Herr Kühne, vor der Saison 2020/21 wurde Jonas Simon zum neuen Kapitän bei der ersten Mannschaft bestimmt, nachdem ihre Person dieses Amt einige Jahre bekleidete. Nun wurden Sie zum neuen Vorsitzenden des Vereins gewählt. Hat Ihnen so eine Führungsrolle gefehlt?

Hans Kühne: (lacht) Nein, so kann man das nicht sagen, zumal das doch zwei sehr unterschiedliche paar Schuhe sind. Und hinter Jonas bin ich auch noch stellvertretender Kapitän. Das Amt des Vorsitzenden hat sich jetzt einfach so ergeben, nachdem Bernd Simon etwas kürzer treten wollte, weil er ohnehin schon viele Aufgaben inne hat.

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In einem umkämpften und hochemotionalen Verbandsliga-Derby - Rote Karte, umstrittene Szenen und eine volle Tribüne inklusive - setzen sich die Handballer aus der Fontanestadt (schwarze Trikots) knapp mit 28:27 (14:14) durch. Zur Galerie
In einem umkämpften und hochemotionalen Verbandsliga-Derby - Rote Karte, umstrittene Szenen und eine volle Tribüne inklusive - setzen sich die Handballer aus der Fontanestadt (schwarze Trikots) knapp mit 28:27 (14:14) durch. © Marius Böttcher

Haben Sie schon länger mit diesem Posten geliebäugelt oder kam dies spontan?

In den letzten Wochen habe ich mich intensiver damit beschäftigt, die Gedanken wurden mehr und mehr. Wir sind im Vorstand, zu dem ich ja bereits gehörte, letztlich zum Entschluss gekommen, dass diese Konstellation klappen könnte. Ich bin froh und glücklich, dass die Idee bei den Mitgliedern Anklang fand und ich die Chance erhalte, den Verein zu führen.

Welche Ziele verfolgen Sie als Mann an der Spitze mit dem HC Neuruppin?

Zwei Dinge sind mir besonders wichtig: Ich möchte noch mehr Kinder für den Verein gewinnen, darauf baut sich das Ganze schließlich auf. Außerdem ist es mir ein Anliegen, ehemalige aktive Spieler zurück zu lotsen, um beispielsweise einen Trainerposten in der Jugend zu besetzen. Spieler aus der ersten Mannschaft sind Vorbilder für die Kids, die Motivation ist dann direkt eine andere.

Sie haben mit Sabrina Leue eine starke Frau als Stellvertreterin an der Seite. Wie intensiv wird die Zusammenarbeit sein?

Sabrina ist sehr bekannt im Verein, ihr Sohn Kevin spielt bei uns im Nachwuchs und ihr Mann Torben ist Jugendtrainer. Ich glaube an eine vertraute und gute Zusammenarbeit, wir werden uns gut ergänzen. Sie hat in Neuruppin ein gutes Netzwerk, hilft mir also auch bei der Akquise. Ich bin sehr zuversichtlich.

Welche weiteren Themen wurden auf der Mitgliederversammlung besprochen?

Erstmal sind wir zufrieden, dass wir die Versammlung durchführen konnten, nachdem wir sie schon mehrfach verschieben mussten. Wir haben quasi auf die verbesserte Corona-Lage schnell reagiert und unsere Mitglieder zusammengerufen. Sie wurden darüber informiert, wie es alsbald mit dem Training für Groß und Klein weitergehen soll. Eine feste Vorhersage zu treffen, gestaltete sich schwierig, wir müssen abwarten, weil die Sporthallen in Gildenhall und die der Genz-Schule derzeit nicht genutzt werden können. Verfügbare Hallenzeiten werden weniger, die Situation spitzt sich zu. Wir werden Gespräche mit der Stadt führen und gucken, inwieweit ein Trainingsbetrieb möglich ist. Unsere Mitglieder dürsten nach Handball, wir wollen ihnen nach dieser Pause ein Angebot bieten.

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Hinter dem Schreibtisch oder auf dem Parkett: Welche Arbeit macht Ihnen eigentlich mehr Spaß?

Ich werde in der zusätzlichen Rolle mein Bestes geben, Ansprechpartner sein und offizielle Termine wahrnehmen. Mir ist bewusst, was da so auf mich zukommt, ich habe Lust darauf, sonst würde ich es nicht machen. Und dennoch: Auf dem Parkett habe ich mehr Spaß.

Also werden Sie auch weiterhin für den HCN auf der Platte stehen?

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Na klar, ich bleibe auch weiterhin Spieler. So lange die Gesundheit das mitmacht und die Knochen beim nächsten Training nicht so sehr weh tun, will ich Handball spielen.

Das Verbandsliga-Team entschloss sich gegen den Schritt in die Brandenburgliga, welcher eventuell möglich gewesen wäre. Befürworten Sie diese Entscheidung?

Ich war ein Befürworter, ja. Wir haben viele junge Spieler und wissen nicht genau, in welche Richtung es für sie geht. Sollten uns dann auch noch Leistungsträger verlassen, würde es in der Brandenburgliga ganz schnell ganz schwer werden. Ich will mich lieber sportlich dafür qualifizieren und so einen Aufstieg über eine ganze Saison mit der Mannschaft erarbeiten.

Muss der Sprung in die nächsthöhere Spielklasse Ziel des Vereins sein?

Mittelfristig kann man das ins Auge fassen, wir müssen aber von Jahr zu Jahr denken. Was passiert mit den jungen Talenten, bleiben uns diese erhalten oder gehen sie für ein Studium oder die Ausbildung weg? Solche Dinge sind davon abhängig.

Abschließend: Gibt es bereits einen Termin für den Vorbereitungsstart?

Wir fangen jetzt mit leichtem Training an, natürlich an der frischen Luft, wie es unter Corona-Bedingungen eben möglich ist. Irgendwann werden wir das Training aber intensivieren, darüber werden uns die Trainer dann informieren. Das obliegt nicht meinem Aufgabengebiet als Vorsitzender.