28. Mai 2022 / 19:11 Uhr

Head to Head zum Champions-League-Finale: Der FC Liverpool und Real Madrid im Check von Wolff Fuss

Head to Head zum Champions-League-Finale: Der FC Liverpool und Real Madrid im Check von Wolff Fuss

Heiko Ostendorp
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Mit dem FC Liverpool und Real Madrid stehen sich zwei hochklassige Mannschaften gegenüber.
Mit dem FC Liverpool und Real Madrid stehen sich zwei hochklassige Mannschaften gegenüber. © IMAGO/NurPhoto/Xinhua/ZUMA Press/Pressinphoto (Montage)
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Mit dem FC Liverpool und Real Madrid stehen sich im Champions-League-Finale zwei absolute Schwergewichte gegenüber. Doch wer ist personell besser aufgestellt? Wolff Fuss macht für den SPORTBUZZER vor dem Showdown den Teamcheck.

2018 saß Kommentator Wolff Fuss am Sky-Mikro, als Jürgen Klopp sein zweites Champions-League-Finale verlor. Vor der Neuauflage des Duells zwischen dem FC Liverpool und Real Madrid am Samstagabend (21 Uhr, ZDF und live bei DAZN [Anzeige]) macht er für den SPORTBUZZER, das Sportportal des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND), den großen Check der Mannschaftsteile.

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Tor:

Alisson zählt für mich aktuell zu den Top-3-Keepern der Welt. Seine Verpflichtung war eine Reaktion auf das verlorene Finale 2018, in dem Loris Karius patzte. Alisson hat Liverpool quasi titelfähig gemacht. Auch Thibaut Courtois’ Weltklasse ist unbestritten, aber Alisson hat die Nase vorn – 1:0 für Liverpool.

Abwehr:

Für Real ist es das erste Königsklassen-Finale ohne Sergio Ramos seit gefühlt hundert Jahren. Das wird vor allem Mohammed Salah gefallen, macht es für ihn und seine Kollegen vielleicht etwas angenehmer. David Alaba ist der neue Ramos. Madrids Defensive ist deutlich anfälliger und schluckt Tore, die die "Reds" nie bekommen würden, da sie in der Rückwärtsbewegung unglaublich konsequent sind. Traditionell ist das Spiel von Real auf Spektakel ausgerichtet, was häufig auf Kosten der Defensive geht. Liverpool stellt die beste Abwehr der Premier League und kann sich beinahe an jeden Einzelnen erinnern, der gegen sie getroffen hat – ein gutes Zeichen. Punkt für die Engländer – 2:0.

Mittelfeld:

Fabinho war neben Alisson und Virgil van Dijk ein weiteres entscheidendes Puzzlestück für Jürgen Klopp. Kapitän Jordan Henderson ist für mich immer Outstanding, auch Naby Keita macht mittlerweile einen Topjob und sorgt für einen guten Mix in der LFC-Zentrale. Nicht zu vergessen: Thiago.

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Das große Plus von Real ist die Erfahrung. Luca Modric, Toni Kroos, Casemiro – die haben alle ein Selbstverständnis, das seinesgleichen sucht, und kennen nur ein Gefühl, wenn sie in ein Finale gehen – nämlich, dass sie es auch gewinnen. Kritiker behaupten oft, dass sie zu alt seien, doch wenn dem so ist, dann waren sie das auch schon bei den glorreichen Siegen gegen Chelsea, PSG und Manchester City, an denen sie nicht ganz unbeteiligt waren. Oft ist es so, dass Endspiele nicht über die Taktik oder die größere Qualität entschieden werden, sondern über Abgeklärtheit und Routine. Da hat Real die Nase vorn, 2:1.

Sturm:

Ich bin seit jeher Riesenfan von Karim Benzema und muss immer lachen, wenn Leute behaupten, dass sein Stern jetzt aufgegangen sei. Der ist seit zehn Jahren gesetzter Angreifer bei Real – da kann er nicht viel falsch gemacht haben. Er ist für mich auch am Samstag der beste Mittelstürmer auf dem Platz. Wenn ich mir allerdings das Gesamtpaket anschaue, hat Liverpool mit Salah, Roberto Firmino und Sadio Mané natürlich unfassbare Offensivpower, dazu noch Diogo Jota und Luis Díaz. Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Bei Real gibt es "nur" noch Vinicius junior, der eine tolle Saison spielt, allerdings noch nicht dieses Niveau erreicht. Benzema rettet das Remis, 3:2.

Trainer:

Klopp hat alles versucht, um als Außenseiter ins Spiel zu gehen, doch diesmal kommt er damit nicht durch. Er trainiert das aktuell beste Team der Welt und er hat es erschaffen. Auf der anderen Seite ist Carlo Ancelotti ein Trainer, der perfekt zum Verein und zur aktuellen Mannschaft von Real passt. Wie beim LFC sind er und seine Spieler eine Einheit. Carlo sitzt so entspannt auf der Bank, als ob er auf einen Teller Pasta wartet, und ist sich auch nicht zu schade, die Meinung seiner Stars einzuholen, wenn es um Taktik oder Aufstellung geht – das würde es bei Klopp nie geben. Beide sind beim richtigen Klub, mit unterschiedlichen Stärken. Unentschieden, am Ende 4:3 für Liverpool.

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