13. September 2021 / 17:34 Uhr

Reich nur an Unterbrechungen: Heeßel II gegen Engensen wird zum XXL-Spiel

Reich nur an Unterbrechungen: Heeßel II gegen Engensen wird zum XXL-Spiel

Christian Purbs
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Das Tor des Tages: Heeßels Darwish Hasn trifft per Freistoß.
Das Tor des Tages: Heeßels Darwish Hasn trifft per Freistoß. © Michael Plümer
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Arm an Höhepunkten, dafür an Unterbrechungen umso reicher war das Kreisliga-Spiel zwischen dem Heeßeler SV und TSV Engensen. Die Gastgeber siegten dank eines Freistoßtreffers von Darwish Hasn mit 1:0. Die bis dahin überlegenen Gäste verloren anschließend zunehmend den Faden.

Die Fans des Heeßeler SV hatten die Wahl. Eine Drehung um 180 Grad an der Bande zwischen den beiden Spielfeldern genügte am Sonntagnachmittag, um beiden Männerteams des HSV bei ihren Heimspielen abwechselnd zuzuschauen. Während auf dem B-Platz die Zweitvertretung in der achtminütigen Nachspielzeit alles daran setzte, die 1:0-Führung gegen den TSV Engensen über die Zeit zu bringen, ging es auch auf dem A-Platz in der Landesliga-Partie zwischen der ersten Herren und dem TSV Wetschen schon zur Sache.

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Zumindest einmal konnten sich die HSV-Anhänger über einen Erfolg freuen. Während der Landesligist nicht über ein 2:2 hinauskam, verteidigte das Reserveteam das 1:0 bis zum Abpfiff und feierte damit nach dem spielfreien Wochenende zum Saisonstart der Kreisliga 1 im ersten Spiel den ersten Sieg.

Bilder vom Spiel der Kreisliga 1 zwischen dem Heeßeler SV II und TSV Engensen

Der Heeßeler Kubilay Sanli kämpft mit den Engensern Kai Hassenmeyer (links) und Fabian Leibrandt um den Ball. Zur Galerie
Der Heeßeler Kubilay Sanli kämpft mit den Engensern Kai Hassenmeyer (links) und Fabian Leibrandt um den Ball. ©

Dass die Begegnung mit dem Nachbarn zu XXL-Spiel wurde, hatte mehrere Gründe. Zunächst mussten die Heeßeler ihre schicken schwarzen Trikots wieder ausziehen, weil der Schiedsrichter und seine Assistenten ebenfalls in einem schwarzen Dress auf den Platz kamen. Reichlich Nachschlag gab es zu Ende der beiden Hälften auch deshalb, weil die Partie an Höhepunkten arm, an Unterbrechungen dafür umso reicher war. 

Schön anzusehen war es nicht, was beide Teams da zeigten. Immerhin konnte HSV-Trainer Uwe Springfeld seinem Team bescheinigen, dass es „gekämpft hat und 90 Minuten lang als Mannschaft aufgetreten ist“ – und seine Anweisung nahezu perfekt umgesetzt hatte. „Ich habe den Jungs vor dem Spiel gesagt: ,Wenn wir eine Chance haben, dann müssen wir sie auch nutzen. Anders wird es nicht gehen.’“

Hasn erzielt per Freistoß das Tor des Tages

Lediglich zweimal kamen die Gastgeber gefährlich vor das Tor der Engenser, was jedoch ausreichte, um den Siegtreffer zu erzielen. Nachdem Darwish Hasn in der ersten Halbzeit noch freistehend an TSV-Torwart Antonio Lupo gescheitert war (43. Minute), verwandelte er einen direkten Freistoß in der 52. Minute zum 1:0. 

Die HSV-Führung war schmeichelhaft, denn bis dahin war Engensen die bessere Mannschaft. Die Defensive um Kapitän Julius-Otto Küster ließ nichts zu, und in der Offensive erspielte sich der TSV mehrere gute Gelegenheiten, um in Führung zu gehen. Doch TSV-Stürmer Malte Müller scheiterte gleich dreimal (8., 18., 37.), bei seinem ersten Versuch wurde er vom Heeßeler Torwart Luca Henkel im Strafraum von den Beinen geholt. Glück für den HSV, dass Henkel nicht nur Müller, sondern auch den Ball traf und der Pfiff des Schiedsrichters ausblieb.


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„Nach der ersten Halbzeit hätten wir schon mit 6:1 führen müssen. Dann müssen wir den Rückstand hinterherrennen, weil wir die erste Halbzeit verschlafen haben“, sagte der Engenser Trainer Kemal Yavuz. „Wir haben drei Punkte verschenkt und nicht unseren Fußball gespielt.“ 

Nach dem Rückstand gelang seinem Team kaum noch etwas, mit jeder Minute gingen Ordnung und Disziplin im TSV-Team immer mehr verloren. Statt sich auf die vorhandene spielerische Qualität zu konzentrieren, beschäftigten sich Spieler und Trainer fortwährend mit den Entscheidungen des Schiedsrichters und den eigenen Unzulänglichkeiten. Tore, das sollte sich auch in Engensen herumgesprochen haben, kann man so nicht schießen.