27. September 2019 / 14:06 Uhr

Verein glaubt an den Klassenerhalt: So geht es beim Heeßeler SV weiter

Verein glaubt an den Klassenerhalt: So geht es beim Heeßeler SV weiter

Christoph Hage
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Andreas Schaper (rechts) übernimmt den Heeßeler SV interimsweise.
Andreas Schaper (rechts) übernimmt den Heeßeler SV interimsweise.
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Thomas Joedecke ist raus, am Sonntag (15 Uhr) im wichtigen Landesliga-Auswärtsspiel beim TSV Godshorn sitzen Reservetrainer Marcel Pawlow und Co-Trainer Andreas Schaper auf der Bank. Wie es danach beim Heeßeler SV weitergeht, ist noch offen.

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Acht Spiele, acht Niederlagen, ein Torverhältnis von 5:29 und ein Offenbarungseid beim 1:6 jüngst gegen den SC Hemmingen-Westerfeld - als wenn die sportliche Situation im Burgdorfer Vorort nicht schon verfahren genug wäre, braucht die im Sommer neu formierte Mannschaft zu einem frühen Zeitpunkt der Saison auch noch einen neuen Trainer braucht.

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"Damit rechnest du doch auch nicht"

Das Ergebnis der teaminternen Abstimmung vom vergangenen Dienstag, die Joedecke vor seinem beruflichen Aufenthalt in London selbst initiiert haben soll, hat ihn ins Mark getroffen. Da spielt es keine Rolle, dass das Ergebnis nicht knapper hätte ausfallen können. Zehn Spieler sollen gegen den Trainer gestimmt haben, acht für ihn. Joedecke wollte das nicht bestätigen. "Damit rechnest du doch auch nicht", sagt er stattdessen. "Du gehst mit den Spielern wochenlang durch dick und dünn, dann fährst du nach London und erfährst dann von so etwas."

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Dem Sportlichen Leiter beim HSV, Ralf Rohden, war indes die Feststellung wichtig, dass nicht die Mannschaft den Trainer rausgeschmissen habe. So wie es bei der Trennung von Walter Zimmermann vor drei Jahren schon einmal den Anschein hatte.

Stimmungsbild nur ein Bruchstück

"In einem Telefonat von Mittwoch hat Thomas Joedecke um die sofortige Vertragsauflösung gebeten. Familie, Beruf und die sportliche Situation sind nicht zu vereinbaren", heißt es in einer Pressemitteilung des Vereins. Dies werde vom HSV im gegenseitigen Einvernehmen und durch den Vorsitzenden, Lutz Klinkmann, nach Abstimmung mit dem Vorstand gewährt. Das Stimmungsbild aus der Mannschaft war also allenfalls ein Bruchstück der Entscheidung. Daraus eine Zerissenheit innerhalb der Mannschaft abzuleiten, wäre vielleicht zu weit gegriffen.

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Harte Landung: Sarstedts Torschütze zum 3:1, Christian Schäfer, prallt hart auf den Boden.  Zur Galerie
Harte Landung: Sarstedts Torschütze zum 3:1, Christian Schäfer, prallt hart auf den Boden.  ©

Und wie geht es jetzt weiter? Co-Trainer Andreas Schaper unterstützte Joedecke bereits seit einigen Spielen, im Training stand ihm in dieser Woche Reservetrainer Marcel Pawlow zur Seite. Das Duo wird den HSV auch am Sonntag (15 Uhr) im wichtigen Auswärtsspiel beim TSV Godshorn betreuen.

Kock sagte dem HSV ab

"Ein neuer Trainer wird bereits gesucht, Gespräche wurden bereits aufgenommen", heißt es dazu in der Pressemitteilung. "Mit einem Wechsel auf der Trainerposition soll alles versucht werden, um die Spielklasse zu halten." Mit Hanno Kock, bis 2018 Trainer des TSV Pattensen, waren bereits zu Beginn der Saison Gespräche geführt worden, er sagte dem HSV allerdings ab. Seinerzeit sei es um den Ko-Trainer-Posten gegangen. Bis die Heeßeler einen Nachfolger gefunden haben, dürfte es also noch ein bisschen dauern.

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Michael Draper zieht ab. ©

Jungs sind in der Pflicht, ein anderes Gesicht zu zeigen"

"Jetzt geht es erst einmal darum, einen gewissen Spaß, Freude und Ruhe reinzubringen", betont indes Pawlow, der am Freitag das Abschlusstraining leitete - nicht zuletzt, weil er sich am vergangenen Samstag im Langenhagener Derby selbst ein Bild vom TSV Godshorn machen konnte. "Ich traue den Jungs zu, dass sie diese Blockade im Kopf lösen können. Sie sind jetzt in der Pflicht, ein anderes Gesicht zu zeigen", sagt Pawlow. Ist der Trainer der Reserve selbst ein Kandidat auf den Posten in der Erstvertretung? "Ich denke, ja", sagt Pawlow. "Meine Bewerbung liegt mit auf dem Tisch."

Joedecke geht in Urlaub und will golfen

Und wie geht es für Joedecke weiter? "Ich werde jetzt irgendwann in den Urlaub gehen, ein bisschen Golf spielen, und alles andere lasse ich auf mich zukommen. Gestern habe ich gehört, dass schon zwei Vereine angefragt haben sollen", sagt Joedecke.