17. Oktober 2019 / 16:53 Uhr

Heessel-Sportchef Rohden im Interview: "Wollen noch in Hinrunde neuen Trainer präsentieren"

Heessel-Sportchef Rohden im Interview: "Wollen noch in Hinrunde neuen Trainer präsentieren"

Dirk Herrmann
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Der Heesseler SV muss dringend Punkte sammeln - zunächst gegen den TSV Pattensen am Sonntag (15 Uhr).
Der Heesseler SV muss dringend Punkte sammeln - zunächst gegen den TSV Pattensen am Sonntag (15 Uhr). © Debbie Jayne Kinsey
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13 Punkte Rückstand hat der Heesseler SV Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz. Schwieriger Ausgangsvoraussetzungen für HSV-Sportchef Ralf Rohden, einen neuen Trainer zu finden? Nein. "Wir haben mehr Optionen, als ich erwartet habe", erklärt er im Interview vor dem Auswärtsspiel gegen den TSV Pattensen.

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Der Tabellenletzte spielt beim Vorletzten, der Drittletzte trifft auf den Viertletzten – der 13. Spieltag der Landesliga ist der Tag der Kellerduelle. Und für den Heeßeler SV der nächste Anlauf, die Null auf seinem Punktekonto verschwinden zu lassen. Angesichts von 13 Zählern Rückstand zum rettenden Ufer sind Erfolge alternativlos: Wenn im Abstiegskampf noch etwas gehen soll, dann muss das Schlusslicht am Sonntag (15 Uhr) beim TSV Pattensen liefern.

HSV-Spieler übernehmen Coaching in Pattensen

Es ist die dritte Partie nach der Trennung von Trainer Thomas Joedecke, für den der HSV zurzeit einen Nachfolger sucht. Zuletzt hatten Marcel Pawlow, der Coach des Reserveteams, und der Förderkreis-Vorsitzende Andreas Schaper die Mannschaft betreut – Pawlow will sich nun wieder auf das Kreisligateam konzentrieren, Schaper ist am Wochenende beruflich verhindert. Bei der Partie in Pattensen übernehmen mit Kapitän Niklas Rohden sowie den noch an Verletzungen laborierenden Timo Kuhlgatz und Manuel Owsianski nun drei Spieler das Coaching.

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Kirchdorfs Jan-Erik Berkenkamp köpft ein zum zwischenzeitlichen 3:1, SV Wilkenburgs Keeper Burhan Öztürk ist chancenlos, trifft mit dem Fuß nur die Nase des Kirchdorfers. Zur Galerie
Kirchdorfs Jan-Erik Berkenkamp köpft ein zum zwischenzeitlichen 3:1, SV Wilkenburgs Keeper Burhan Öztürk ist chancenlos, trifft mit dem Fuß nur die Nase des Kirchdorfers. ©

"Dass wir uns mit einem kleinen Budget schon lange in der Landesliga halten, darauf sind wir stolz"

Seit 17 Jahren ist der Heeßeler SV in der Landesliga am Ball, einmal gelang dem Klub in dieser Zeit sogar der Sprung in die Oberliga Niedersachsen. In der laufenden Saison wartet der HSV nach einem Totalumbruch im Sommer mit seiner jungen Mannschaft immer noch auf den ersten Punkt. Die Hoffnung auf den Klassenerhalt hat der Sportliche Leiter Ralf Rohden trotzdem nicht verloren.

Zehn Niederlagen in zehn Spielen, nur fünf Tore erzielt, 13 Punkte Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz – Herr Rohden, wie stellt sich aus Ihrer Sicht die Lage dar?

Uns ist nicht alles so gelungen, wie wir es geplant hatten. Dass wir uns mit einem relativ kleinen Budget schon so lange in der Landesliga halten, darauf sind wir stolz, aber jetzt stehen wir nicht ganz so toll da. Wir durchwandern ein Tief und brauchen einen Trainer, der uns wieder auffängt.

Angesichts der derzeitigen Bilanz dürften die Kandidaten nicht unbedingt Schlange stehen. Wie gut geht es bei der Trainersuche voran?

Wir haben mehrere Optionen. Mehr, als ich erwartet hätte. Bei der Suche wollen wir zukunftsorientiert denken und deshalb eine Lösung finden, die über diese Saison hinaus geht.

Wann ist mit einer Entscheidung zu rechnen?

Wir müssen noch in der Hinrunde einen neuen Trainer präsentieren. Mit mehreren Kandidaten sind wir in Gesprächen. Es sind zwei oder drei dabei, die wir favorisieren. Ich bin ziemlich zuversichtlich.

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"Reden erst von Abstieg, wenn es nicht mehr möglich ist"

Gilt das auch im Hinblick auf den Klassenerhalt? Wie real ist die Chance, es noch schaffen zu können?

Jeder, der die Tabelle lesen kann, weiß, wie die Chancen für uns sind. Als Sportler muss ich es aber so sehen: Wenn rechnerisch noch etwas möglich ist, dann ist es auch möglich. Und wir haben noch 20 Spiele. Ich rede erst von Abstieg, wenn es nicht mehr möglich ist, die Klasse zu halten.

Nach dem Umbruch im Sommer hat der HSV eine Mannschaft mit vergleichsweise wenig Landesligaerfahrung. Denken Sie darüber nach, den Kader zu verstärken?

Natürlich müssen wir uns auch diesbezüglich unterhalten und im Winter reagieren. Sonst brauchen wir nicht darüber zu reden, ob wir noch an den Klassenerhalt glauben. Als ich früher bei anderen Vereinen gearbeitet habe, habe ich aber auch über die Autobahn nach Heeßel geguckt und war neidisch darüber, dass dort Spieler aus der Jugend immer wieder relativ hoch im Herrenbereich einsteigen konnten. Den Weg, auf junge Spieler zu setzen, werden wir weiterhin verfolgen.

Auch wenn es für die Landesliga nicht mehr reicht?

Sollte es den Anschein haben, dass wir die Klasse nicht halten können, dann gehen wir den Weg in die Bezirksliga mit der Maßgabe, auch wieder den Weg zurück zu finden.

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